Rems-Murr-Sport

FSG Waiblingen/Korb bleibt in der Liga

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Der Klassenverbleib steht fest, in den verbleibenden Partien kann die FSG, hier Simona Nikolovska (Mitte) gegen Torhüterin Sabine Stockhorst und Carmen Moser von den Ketscher Kurpfalz-Bären, befreit aufspielen. © Ralph Steinemann Pressefoto

Überraschung in der 2. Handball-Bundesliga der Frauen: Aus finanziellen Gründen hat die HSG Hannover-Badenstedt ihren Lizenzantrag für die kommende Saison zurückgezogen. Damit steht der Klassenverbleib für die FSG Waiblingen/Korb endgültig fest. In den letzten drei Saisonspielen geht es für das Team um nichts mehr.

Zwar freut sich der Sportliche Leiter der Waiblinger, Nadir Arif, über das vorzeitige Ende des Abstiegskampfs. Doch eine sportliche Entscheidung wäre ihm wesentlich lieber gewesen. „Ich hatte mich schon sicher gefühlt, dass wir in der Liga bleiben. Den Rückzug von Hannover hätten wir nicht mehr gebraucht.“ Sechs Punkte beträgt der Vorsprung von Waiblingen/Korb auf den Vorletzten, die HSG. Zudem ist die Tordifferenz der Mannschaft aus dem Rems-Murr-Kreis ebenfalls deutlich besser als jene des Konkurrenten. Hannover hätte sie somit nur noch durch ein Wunder abfangen können.

Dagegen musste vor allem der Drittletzte Trier bei nur zwei Zählern Abstand auf den Abstiegsplatz noch richtig zittern. Und auch bei der HSG war die Angst groß – allerdings offensichtlich die Angst davor, in der Liga zu bleiben. Aus Sorge um die Finanzen hat der verantwortliche TV Badenstedt deshalb jetzt für klare Verhältnisse gesorgt. Auf einer außerordentlichen Vorstandssitzung wurde einstimmig beschlossen, den bereits eingereichten Lizenzantrag für Liga zwei zurückzuziehen.

Vorgang schadet dem Ansehen des Frauenhandballs

So nachvollziehbar die Entscheidung aus Vereinssicht ist: Der Vorgang schadet dem Ansehen des Frauenhandballs. Zumal es in der 2. Bundesliga bereits einen anderen, schlimmeren Fall gegeben hat. Wegen Insolvenz musste die SVG Celle schon vor Saisonbeginn die Segel streichen. Bedenklich ist darüber hinaus, dass die beiden führenden Mannschaften in der Tabelle, die HL Buchholz-Rosengarten und die Kurpfalz-Bären Ketsch, auf den Aufstieg verzichten werden. Denn in der ersten Liga sind die Kosten noch einmal deutlich höher. Was also ist der Frauenhandball in diesen hohen Spielklassen sportlich wert?

Einen Hauptgrund dafür, dass Clubs finanzielle Schieflagen befürchten oder in sie hineingeraten, sehen Kritiker in der eingleisigen zweiten Liga. In ihr tummeln sich 16 Mannschaften und damit sogar zwei mehr als in Liga eins. Die Kosten für die Vereine sind immens. Zu hohen Lizenzgebühren kommen weite Anfahrten zu Spielorten in ganz Deutschland. Auch Unwägbarkeiten gilt es einzukalkulieren. Die Ketscherinnen beispielsweise mussten in dieser Saison ein zweites Mal nach Berlin reisen, weil das erste Auswärtsspiel aufgrund von Hallenproblemen ausgefallen war.

Arif: Trennung der Teams in zwei Staffeln

Um die Lage zumindest in der zweiten Liga zu entspannen, würden sich viele, darunter Nadir Arif, die Trennung der Teams in zwei Staffeln wünschen. „Die Liga wäre dann finanziell attraktiver und gesünder für die Vereine.“ Allerdings befürchtet der Sportliche Leiter des VfL Waiblingen, dass alles beim Alten bleiben wird. Somit werden die Clubs auch künftig genau rechnen müssen, bevor sie das Abenteuer zweite Liga starten.

So wie der VfL, der nach dem Rückzug Hannovers den Klassenverbleib ganz sicher hat. „Wir haben als Aufsteiger eine sehr gute Runde gespielt“, lobt Arif. Die Mannschaft von Interimstrainer Rainer Bay könne in den verbleibenden drei Partien nun ohne Anspannung antreten.


Abstieg und Aufstieg

Sollte nicht noch ein weiterer Verein seine Lizenz zurückgeben, stehen die Absteiger aus der 2. Bundesliga der Frauen fest: die HSG Hannover-Badenstedt und der abgeschlagene Tabellenletzte HCD Gröbenzell.

Aufsteigen aus der 3. Liga werden der TSV Nord Harrislee (Staffel Nord), die HSG Kleenheim (Staffel Ost) und der TuS Lintfort (Staffel West).