Rems-Murr-Sport

Fußball: Die letzten Entscheidungen fallen

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Aufstiegskampf im Dauerregen, wird’s am Sonntag wieder so? Harry Nickels und der SV Hegnach II stehen nach dem Erfolg über den FSV Waiblingen im entscheidenden Spiel um den letzten Bezirksligaplatz dem SV Fellbach II gegenüber. © ZVW

Noch ein Wochenende, dann stehen die letzten Entscheidungen im Fußballbezirk Rems-Murr fest; zumindest jene im Bereich der Aktiven. Finaler Durchgang der Relegationsrunde.

Relegation zur Landesliga: TSV Münchingen – TSV Schwaikheim (Sonntag, 15 Uhr in Asperg). Wie im Vorjahr stehen die Schwaikheimer im Endspiel um den letzten freien Platz in der Landesliga und doch sind die Voraussetzungen andere. Im Vorjahr hatte der TSV durch die Situation in der Relegation zur Verbands- und Oberliga „drei Riesenchancen“, wie sich Trainer Toni Guaggenti erinnert. Selbst bei einer Niederlage gegen Kornwestheim also hätte der Aufstieg klappen können. „Und dann ist alles schiefgegangen.“ Nicht nur der TSV verlor sein Spiel. Diesmal, so Guaggenti, gehe der TSV wesentlich lockerer in die Begegnung. „Es wäre schön, wenn es klappen würde. Es gab bei uns auch nie die Marschroute, dass wir unbedingt hochmüssen.“ Die Mannschaft komme zudem seit Wochen verletzungsgeschwächt „auf dem Zahnfleisch daher. Vor den Jungs muss man deshalb den Hut ziehen.“ Auch am Sonntag fehlen Spieler: Christian Seitz (Urlaub) und Florian Schweickhardt (beruflich bedingt). In der Endphase der Meisterschaft hatten die Schwaikheimer schon gar nicht mehr mit der Chance Relegation rechnen können. Weil Remshalden schwächelte, sind sie nun doch wieder dabei und stehen – mit etwas Glück - erneut vor dem letzten Schritt. Im Vorjahr rechnete fast jeder mit dem Erfolg, er blieb aus. Diesmal deutet weitaus weniger auf Schwaikheim als Aufsteiger hin. Womöglich ist das ein gutes Zeichen.

Relegation zur Bezirksliga: SV Fellbach II – SV Hegnach II (Sonntag, 15 Uhr, in Schornbach). Für den SV Hegnach hat es sich gelohnt, die zweite Mannschaft in der Kreisliga A II stärker als die erste Mannschaft in der A I zu besetzen. Trainer Michael Felix ist denn auch trotz einiger Aufs und Abs in der Saison zufrieden. „Wir wollten Platz zwei, das haben wir geschafft. Wir wollten in die zweite Relegationsrunde kommen, das haben wir auch geschafft.“ Das Spiel gegen den FSV Waiblingen hätte er sich zwar gerne anders gewünscht („Es war ein sehr schlechtes Kreisliga-A-Spiel“), doch letztlich zählt das Ergebnis. Das gilt aber auch für das 0:11 im letzten Punktspiel bei der TSG Backnang II, wenn es auch ohne Auswirkungen blieb. Sehr verärgert sei er darüber gewesen, sagt Felix. Angesichts der im Vorfeld ziemlich aufgeheizten Stimmung aber habe er seine Spieler – vor allem die angeschlagenen - schützen wollen und sei mit acht A-Jugendlichen und Spielern aus der ersten (letztlich also zweiten) Mannschaft angetreten. Womöglich erntet er nun den Lohn für die unpopuläre Maßnahme, weil diese Spieler gegen Fellbach auflaufen können. Der Kader ist gegenüber dem FSV-Spiel weitgehend unverändert, Helge Gruner kommt hinzu. Ob der Gegner dagegen Unterstützung aus der Landesliga-Mannschaft erhält, sei für ihn zweitrangig, sagt Felix. „Ich lass’ mich überraschen, wir müssen nach uns schauen.“ Er ist auf jeden Fall sicher: „Die Jungs sind heiß.“

Relegation zur Kreisliga A II: TSV Althütte – SV Allmersbach II (Sonntag, 11 Uhr, beim Großen Alexander Backnang). Mit neuem Trainer geht der TSV Althütte ins wichtigste Spiel des Jahres. Der TSV trennte sich von Michael Hägele, Florian Grünbeck übernahm. Aber womöglich ist der Ausgang des Spiels gar nicht mehr von Bedeutung.

Relegation zur Kreisliga A I: Iraklis Waiblingen – TSV Leutenbach (Samstag, 18 Uhr, in Schlechtbach). Möglichst in 90 Minuten möchte Markus Bührer, Trainer des TSV Leutenbach, das letzte Saisonspiel hinter sich bringen. Und möglichst erfolgreich. Gegen den VfR Birkmannsweiler II waren 120 Minuten plus Elfmeterschießen nötig. „Das hält das Herz unserer Vereinsführung nicht noch mal aus“, meint Bührer. Die musste schon über die gesamte Saison hinweg Geduld aufbringen, denn Ziel war: raus aus der Liga. Der Start jedoch verlief schlecht, Bührer aber hatte als neuer Trainer ohnehin ein halbes Jahr Umstellungszeit eingeplant. Es ging dann doch etwas schneller, Platz zwei hinter dem souveränen SV Plüderhausen stand frühzeitig fest. Bührer: „Jetzt versuchen wir eben, den Umweg zu nutzen.“ Gegen Iraklis erwartet er am Samstag ein schweres und womöglich auch „hitziges Spiel“. Seine Mannschaft müsse dabei die Chancen besser nutzen als gegen Birkmannsweiler. Immerhin habe es in der Liga ja auch zu 104 Treffern gereicht. Bührer muss zwar auf Timo Wurst verzichten, der sich im ersten Relegationsspiel an der Schulter verletzte, aber der Kader sei gut besetzt. „Ich habe die Qual der Wahl, ein Luxusproblem.“ Der Vorteil von Iraklis: Die Griechen haben Relegationserfahrung aus dem Vorjahr.