Rems-Murr-Sport

Fußball trotz Corona-Sperre

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Nur fast leer ist das Winterbacher Sportgelände am Sonntagnachmittag, trotz der Absage aller sportlichen Wettkämpfe wegen des Coronavirus. © niederführ
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Auch die Soccer-Courts in Schorndorf sind gut besucht. © privat

Deutschland wird zum Geisterland, schrieb Spiegel online am Samstagvormittag. Der Spiegel war offensichtlich nicht in Schorndorf gewesen. Der Markt ist voll wie immer, die Cafés sind bestens gefüllt; überwiegend mit Risikosenioren. Und im Supermarkt in Winterbach sind die Angestellten an der Kasse am Limit. Schon wieder eine Palette Klopapier verkauft. Wer hätte je gedacht, dass wir Deutsche in einer allumfassenden Krise nur nach einem lechzen: Klopapier?

Aber vom offenbar lebensrettenden Reinigungspapier mal abgesehen: Was geht eigentlich im Sport? Jeglicher Sportbetrieb ist schließlich eingestellt. Sogar das Training. Also machen wir uns am Sonntagnachmittag auf den Weg und erkunden ein paar Sportplätze rund um Schorndorf.

Was zunächst auffällt: jede Menge Spaziergänger, Wanderer und Fahrräder, Fahrräder, Fahrräder. Es scheint, als würde sich der Himmel auch noch über uns lustig machen. Ausgerechnet am ersten zwangsspielfreien Wochenende zaubert die Sonne 17 Grad (mindestens) auf die Sportgelände.

Auf den Sportplätzen der SG Schorndorf ist überall was los

Vor dem Schorndorfer Sportpark Rems sind deshalb auch nur noch wenige Parkplätze frei. Vorne im Stadion ziehen ein paar Läufer ihre Runden auf der blauen Bahn. Hinten klingt dem Besucher bereits Kinderlachen entgegen, dazu das Dröhnen, wenn der Ball gegen die Bande eines der beiden Fußball-Courts donnert. Keiner der fünf Fußballplätze ist unbelegt. Auf einem trainiert eine umfangreichere Gruppe Torschüsse, während sich Kleingruppen um weitere vier kleine Tore scharen.

Fast ausschließlich sind es Kinder und Jugendliche, dazwischen einige Erwachsene zur Aufsicht, Väter bringen Söhnen den gepflegten Flachpass bei. Auf der Skateranlage probieren Fahrrad- und Rollerfahrer Kunststücke aus, im Bikepark herrscht Stau. Nur der Basketball-Court ist verlassen.

Auch beim TV Weiler herrscht Leben auf dem Sportplatz. Der Rasenplatz ist weitgehend leer, das Kleinspielfeld aber belegt. Darauf kicken einige Jungs, die sich zum Teil zuvor noch nie gesehen haben. „Wir haben uns spontan getroffen“, erzählt einer. „Wir kommen aus Weiler, Winterbach und Göppingen. Und einer aus Istanbul.“

Keine Angst vor dem Coronavirus

Vor dem Coronavirus hat keiner Angst. Den müssten doch nur alte Menschen fürchten. Einer sagt: „Ich gehe deswegen seit einer Woche nicht mehr zu meiner Oma.“ Um sie zu schützen. Aber: „Warum soll ich mein Leben einschränken?“

In Winterbach ist es ähnlich. Reges Treiben auf dem Sportgelände. Überwiegend wird Fußball gespielt, in jeder Ecke eine andere Gruppe. Drei Jungs, die in Fellbach American Football spielen, üben mit dem Football-Ei werfen und fangen.

Auch hier hat keiner Sorge wegen des Virus. „Wir sind ja nicht gefährdet.“ Etwa die Hälfte der Besucher komme aus Winterbach, schätzt einer der Kicker, die anderen sind Freunde aus der Umgebung.

Sie alle drängt es nach draußen. Endlich mal wieder wunderbares Wetter.

Funktionärstreffen fällt aus

Drinnen in der VfL-Gaststätte „Beim Stelio“ sitzen Michael Grambitter, Jürgen Rube und Martin Schneck, Fußball-Abteilungsleiter, Stellvertreter und Jugendleiter des VfL. Eigentlich hätte der VfL Winterbach heute gegen die SV Remshalden spielen sollen. Beide Vereine arbeiten im Nachwuchsbereich zusammen. Deshalb war angesichts des Bezirksligaduells ein Treffen der Verantwortlichen geplant gewesen. In lockerer Runde, man versteht sich eben gut. Aber kein Spiel, und deshalb letztlich auch kein Treffen.

In Remshalden ist übrigens nichts los auf dem Kunstrasenplatz, was allerdings daran liegt, dass der Platz nicht öffentlich ist. Und Aktivitäten des Vereins sind ja nun verboten.