Rems-Murr-Sport

Fußball-Vereine wegen der Pokalspiele sauer auf den Verband

Bezirksliga, SV Remshalden vs. VFL Winterbach
Pokaljubel – auch zu Coronazeiten? Die SV Remshalden (hier Sait Canberk und Tobia Portolano) muss beim KTSV Hößlinswart antreten. © Volker Mueller

Am Freitag, 17. Juli, soll der Fußball-Bezirkspokal-Wettbewerb mit den Viertelfinalspielen fortgesetzt werden. Die beteiligten Vereine sind darüber alles andere als glücklich.

Tomislav Vidackovic von Zrinski Waiblingen hat sich bei Bezirkspokal-Spielleiter Jochen Seiler schriftlich beklagt. Seine Kritik allerdings richtet sich gegen den Württembergischen Fußballverband, der Bezirk, so Vidackovic, „kann nichts dafür“. Nichts für die Probleme, in die sich die Vereine gestürzt sehen.

Viel zu kurzfristig angesetzt

Viel zu kurzfristig seien die Termine angesetzt worden. Erst seit 1. Juli ist ein einigermaßen normales Training möglich, eine sinnvolle Vorbereitung auf die Spiele (immerhin das Viertelfinale im Wettbewerb) nicht möglich. Auch wenn das alle gleichermaßen trifft, so wie der Verband sich das vorstelle, sagt Vidackovic, „das geht gar nicht“.

Er ist mit seinem Ärger nicht alleine. Die anderen Vereine fühlen sich den Vorgaben des Verbandes ebenso hilflos ausgesetzt. „Ein Witz“, sagt Sascha Ricker, Trainer der SV Remshalden, die in Hößlinswart antreten muss.

Unter welchen Bedingungen kann überhaupt gespielt werden?

Aber unter welchen Bedingungen eigentlich? Gibt es, wie in der Bundesliga, erweiterte Wechselregeln? Muss der Gastgeber alle Spieler der Gäste eine Erklärung unterschreiben lassen, beispielsweise dass sie coronafrei sind und sich des Infektionsrisikos bewusst sind? Wahrscheinlich schon, das verlangen die meisten Gemeinden. Was bedeutet das für die Zuschauer? Wie muss mit den Hygieneregeln umgegangen werden? Können die Umkleiden und Duschen benutzt werden?

Auch wenn über vieles letztlich die Kommunen entscheiden, vom Verband hätten sich die Vereine doch konkrete Vorgaben gewünscht. Im Übrigen auch Bezirkspokal-Spielleiter Jochen Seiler. Für Montag seien die Vorgaben angekündigt worden, dann für Mittwoch, am Donnerstag, 9. Juli, hatte er – zumindest bei Redaktionsschluss – immer noch nichts in der Hand.

Keiner wird bestraft - zumindest nicht finanziell

Klar sei, so Seiler: Vereine, die nicht antreten oder antreten können, weil beispielsweise die Gemeinde gar keine Spiele zulässt, werden nicht bestraft, also nicht mit Geldstrafen belegt. Das Spiel aber wird als verloren gewertet. Klar ist auch: Es dürfen nur Spieler antreten, die zum Kader der Saison 2020/21 zählen, auch wenn es noch um den Wettbewerb 2019/20 geht. Sind Spieler noch nicht frei, weil Ablösesummen nicht überwiesen sind, stehen sie nicht zur Verfügung.

„Da ist vieles nicht durchdacht“

Tomislav Vidackovic: „Aus meiner Sicht ist da vieles nicht durchdacht. Man nimmt keine Rücksicht auf die Vereine, drückt nur die Interessen des Verbandes durch.“ Der muss bis zum 3. August wissen, wer am Verbandspokal teilnimmt.

Trotz allen Ärgers werde Zrinski als Heimmannschaft gegen den SC Korb antreten und versuchen, alles richtig zu machen. „Für uns ist das eben eine Art Vorbereitungsspiel.“ Aber es ist doch schon ein Viertelfinalspiel. „Da will man doch weiterkommen.“