Rems-Murr-Sport

Fußball-Zeitreise: Die Fußballrevolution beim SC Korb

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Walter Egert zieht ab im Spiel gegen den SV Fellbach. Der SC Korb landet am Ende auf Platz drei in der Landesliga. © ZVW/Häußermann
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Ralf Rangnick
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Thomas Schmid
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Manfred Zmudzki
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Michele Vulcano

Die Saison 1988/89 ist ein Superjahr für die Rems-Murr-Landesligisten. Der FC Viktoria Backnang wird Meister vor dem VfL Schorndorf und dem SC Korb in seinem ersten Jahr unter Ralf Rangnick. Zwischendurch aber gibt es jede Menge Streit.

Die Korber starten in die Saison noch mit der üblichen Taktik: Libero, Vorstopper, Außenverteidiger. Doch in der Winterpause revolutioniert Ralf Rangnick das Spielsystem – mit Auswirkungen nicht nur in Korb. Das System der ballorientierten Raumdeckung allerdings lässt die Korber Zuschauer verzweifeln. Immer wieder muss sich Außenverteidiger Günther Posowert anhören, er solle doch seinen Gegenspieler decken und nicht irgendwo weit weg rumstehen.

Rangnick führt die Ballorientierte Raumdeckung ein

Der Trainer aber verlangt von ihm, wenn der Ball auf der anderen Seite ist, einzurücken, wegzugehen von seinem Gegenspieler. Am Ende setzt sich das System durch, nicht nur in Korb, sondern weltweit, auch wenn Bundestrainer Berti Vogts damals von der gegnerorientierten Raumdeckung fabuliert. Die Korber werden Dritte und sind dennoch nicht zufrieden damit. Rangnick erkennt „nicht bei allen Spielern den unbedingten Willen zum Erfolg“.

Auch die Schlechtbacher sagen am Ende der Saison: Der zweite Platz in der Bezirksliga wäre eine Enttäuschung gewesen (Spielleiter Roland Riker). Trainer Hans-joachim Peschel meint: „Wenn wir nicht aufgestiegen wären, wäre ich gescheitert.“ Die Mannschaft unter anderem mit Jürgen Kopp, Uli und Jürgen Maier, Peter Dimitroff, Dietmar Siegle aber wird Meister und kehrt in die Landesliga zurück.

Meistertrainer Thomas Schmid wird entlassen

Das macht Rudersberg zur Aufstiegsgemeinde, denn unter Trainer Thomas Schmid steigt auch der TSV Rudersberg auf – in die Bezirksliga. Nach Angaben von Abteilungsleiter Werner Rau wird bereits „seit drei Jahren gezielt“ daraufhingearbeitet. Rudersberg-Trainer Thomas Schmid ist trotzdem nicht glücklich. Trotz Aufstiegs wird ihm eine Woche vor Saisonende mitgeteilt, dass sein Vertrag nicht verlängert wird.

Ganz andere Sorgen hat der SKV Waiblingen. „Es krankt an allen Ecken und Enden“, sagt Abteilungsleiter Helmut Koslowski. Kaum Spieler im Training, die A-Jugend muss abgemeldet werden. Trotzdem reicht es zu Platz zwei in der Kreisliga B I.

Noch schlechter, zumindest finanziell, geht es ASGI Schorndorf. 20000 bis 25000 Mark Schulden sind aufgelaufen, der langjährige Vorsitzende Franco Invidia wird auf der Hauptversammlung nicht entlastet. Die Italiener sind erst seit 1987 in der Kreisliga B III. Zuvor spielten sie in der italienischen Liga innerhalb des WFV.

Schon wieder: Streit um die Ablösesumme

Streit gibt es zwischen den Bezirksligisten TuS Schorndorf und dem VfL Winterbach. Angeblich hat VfL-Abteilungsleiter Karl-Heinz Kefer für Spieler Thomas Sackmann 2000 Mark Ablöse verlangt. Das zumindest behauptet Bernhard Braun, technischer Leiter beim TuS Schorndorf. Thomas Sackmann spielte wie sein Bruder Jürgen bereits früher beim TuS und will nun zurückkehren. 2000 Mark aber will Braun nicht zahlen, Kefer entgegnet, das habe er nie verlangt. Die Verweigerung der Freigabe gehe auf einen Beschluss des Abteilungsausschusses zurück. Kefer soll ihm aber, so Braun, den Tipp gegeben haben, Geld vom TSV Schlechtbach zu verlangen, der TuS-Spieler Roger Eisebraun verpflichten will. Denn die Schlechtbacher hätten einen Förderkreis - und deshalb wohl auch Geld genug.

Schon wieder Streit um Ablösesummen

Im Vergleich zur Summe, die Landesligist SC Korb angeblich für Torwart Manfred Zmudzki fordert, sind die 2000 Mark allerdings Peanuts. Zmudzki hat sich im Streit vom SC verabschiedet, nun hat Verbandsligist SV Göppingen Interesse signalisiert. Doch Zmudzki ist zu teuer. 7000 Mark verlange der SC, sagt Zmudzki. „Das ist eine Unverschämtheit.“ Wenn er weg sei, spare der SC ja auch Geld. An Prämien und Sonstigem rund „4000 Mark“.

Torschützenkönig Michele Vulcano

Die Saison endet mit einem Rems-Murr-Triumph in der Landesliga. Viktoria Backnang (unter Harry Griesbeck) vor VfL Schorndorf (Werner Pasta) und SC Korb. Michele Vulcano vom SV Fellbach wird mit 22 Treffern Torschützenkönig vor Michael Lemberger (Vikt. Backnang). Die Fellbacher werden Siebter. Der TV Oeffingen hatte mehr als Platz neun erhofft, Trainer Roland Bohl soll durch Rückkehrer Helmut Lober ersetzt werden. Gerade noch die Kurve gekriegt hat die Spvgg Rommelshausen: Platz 14. Großen Anteil daran hat Oldie Rolf Brazel, der angesichts des durch Verletzungen stark dezimierten Kaders reaktiviert wird.

In der Verbandsliga wird die TSG Backnang unter Ex-VfB-Profi Markus Elmer Sechster. Und ganz unten beginnt eine Mannschaft ihren Aufstieg mit der Meisterschaft in der Kreisliga B II: die SG Sonnenhof-Kleinaspach.

Meister und Absteiger

Bezirksliga. Meister: TSV Schlechtbach. Absteiger: TSV Schmiden, VfR Waiblingen.

Kreisliga A I. Meister: TSV Rudersberg. Absteiger: SC Urbach II, TSV Neustadt.

Kreisliga A II. Meister: TSG Backnang II. Absteiger: TSV Sulzbach-Laufen, SV Spiegelberg.

Kreisliga B I: Meister: FSV Weiler zum Stein.

Kreisliga B II: Meister: SG Sonnenhof-Kleinaspach.

Kreisliga B III: Meister. KTSV Hößlinswart.