Fitness und Gesundheit

Ganz schön raffiniert: Warum Zucker nicht nur süß ist, sondern auch gefährlich

Zuckerwürfel
Viele Lebensmittel und insbesondere Fertiggerichte, Kinder-Cerealien, Fruchtjoghurts oder auch Süßgetränke enthalten häufig deutlich mehr Zucker, als Verbraucher annehmen. © AOK

Süßes soll uns glücklich machen. Kein Wunder also, dass wir den ständigen Versuchungen kaum widerstehen können. Durch einen zu hohen Zuckerkonsum gefährden wir jedoch unsere Gesundheit. Weniger bekannt sind in diesem Zusammenhang dagegen folgende wissenswerten Fakten:

• Zucker lauert oft unvermutet

Den Großteil der in unserer Gesellschaft üblichen Zuckermenge nehmen wir in Form von Süßigkeiten zu uns. Das sind immerhin 36 Prozent. Dahinter folgt die Aufnahme von Zucker über Süßgetränke wie etwa Fruchtsäfte oder Nektare (26 Prozent) und Limonaden (zwölf Prozent).

Der restliche konsumierte Zucker steckt meist in deftigen Backwaren, Brotaufstrichen sowie Milchprodukten. Und aufgepasst: Besonders viel Zucker enthalten Fertiggerichte, wie zum Beispiel eine 390 g schwere Tiefkühlpizza mit 13,5 g Zucker. Dies entspricht einer Menge von 4,5 Würfelzucker. Auch in Schinken, Fleischsalat, fertigem Salatdressing oder Leberwurst ist Zucker verarbeitet.

• Der Zuckergehalt wird häufig stark unterschätzt

Zur Verdeutlichung ein Beispiel: Die Mehrzahl der Eltern nimmt laut einer Umfrage an, dass nur vier Würfelzucker in einem handelsüblichen Fruchtjoghurt stecken. In Wahrheit sind es elf. Besonders hervorzuheben ist etwa auch die viel zu hohe Zuckermenge bei Müsli-Fertigmischungen. Für ein gesundes Frühstück taugen sie damit keinesfalls und sind mit einer Süßigkeit gleichzusetzen.

• Das gesunde Maß

Wir essen durchschnittlich 90 Gramm Zucker pro Tag. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, täglich nicht mehr als zwölf Teelöffel Zucker (50 Gramm) zu sich zu nehmen. Idealerweise sollten es sogar nur sechs Teelöffel Zucker sein – das entspricht einem Glas Limo oder einer Handvoll Gummibärchen.

• Nicht täuschen lassen

„Ohne Zuckerzusatz“ und „zuckerfrei“ sind Werbeversprechen, mit denen viele Hersteller locken. In Wirklichkeit dürfen sich Lebensmittel „zuckerfrei“ nennen, die 0,5 Gramm Zucker pro 100 Gramm oder pro 100 Milliliter enthalten. So hat es die EU beschlossen. Und das Versprechen „ohne Zuckerzusatz“ bedeutet lediglich, dass bei der Verarbeitung nicht noch weiterer Zucker hinzugegeben wurde. Der von Natur aus enthaltene Zucker steckt dennoch im Produkt.

• Das Hirn verlangt Zucker

Zucker ist für unser Gehirn lebensnotwendig und damit essenziell für die Leistung der grauen Zellen. Das Gehirn macht zwar nur etwa zwei Prozent des gesamten Körpergewichts aus, verbrennt aber ungefähr 20 Prozent der über die Nahrung aufgenommenen Energie. Dabei ist es aber nicht nur wichtig, was wir essen, sondern auch wie oft wir essen.

Das Gehirn kann nämlich die Energie nicht speichern, und so muss ständig für eine laufende Zufuhr an Zucker als Brennstoff gesorgt werden. Am besten dafür geeignet ist jedoch nicht der Zucker selbst, sondern komplexe Kohlenhydrate aus Vollkornprodukten oder auch Hülsenfrüchten. Diese versorgen das Gehirn länger anhaltend und in der richtigen Dosis mit Zucker.

Meine Tipps zur Zuckerreduzierung:

  • Starten Sie mit Vollkornprodukten wie Haferflocken oder Vollkornbrot in den Tag: So wird das Gehirn mit Hilfe der Verdauung und des Stoffwechsels mit der richtigen Portion Zucker am Vormittag gut versorgt. Dies hält länger satt und dämmt somit das Verlangen nach Süßem. Und gleichzeitig kommen B-Vitamine und wichtige Mineralstoffe wie Eisen, Zink und Magnesium in den Körper.
  • Müslis lassen sich perfekt selbst zusammenstellen. Das ist gesünder als die Fertig-Variante. Wenn Sie auf das Fertigmüsli nicht verzichten möchten, können Sie Haferflocken oder andere Getreideflocken zugeben. Auch so reduzieren Sie den Zuckergehalt.
  • Essen Sie möglichst naturbelassene Lebensmittel. Ersetzen Sie beispielsweise ein Fruchtjoghurt durch Naturjoghurt mit frischem Obst oder Beeren.
  • Werden Sie zum Zuckerdetektiv und werfen beim Einkaufen einen Blick auf die Zutatenliste: Rund 50 verschiedene alternative Bezeichnungen können dort für den darin enthaltenen Zucker verwendet werden: Glucosesirup, Fructose, Saccharose, Maltodextrin, Invertzucker, Süßmolkenpulver, Reissirup. Je häufiger und je weiter vorne diese Begriffe stehen, desto höher ist der Zuckergehalt des Produktes. Dann gilt: Am besten zurück ins Regal damit.
  • Kochen Sie selbst! Der große Vorteil: Sie wissen ganz genau, welche Zutaten und wie viel davon drinsteckt.
  • Wie bereits erwähnt: Limonaden sind pure Zucker-Lieferanten. Besser ist Wasser – wem das zu langweilig ist, der pimpt es mit Zitrone, Gurke, Beeren, Ingwer oder Basilikum.
  • Zucker im Kaffee oder Tee ist reine Gewohnheit. Versuchen Sie, schrittweise weniger zu süßen, bis Sie irgendwann auf null sind.
  • Entfernen Sie Versuchungen aus Ihrem Blickfeld. Wenn nicht ständig Süßigkeiten in greifbarer Nähe sind, naschen Sie ganz automatisch weniger.

Info

Viele weitere praktische Tipps wie diese gibt es bei den AOK-Ernährungskursen. Termine und Infos unter 0 71 51/139-300 oder online unter aok.de/bw/gesundheitsangebote.

Süßes soll uns glücklich machen. Kein Wunder also, dass wir den ständigen Versuchungen kaum widerstehen können. Durch einen zu hohen Zuckerkonsum gefährden wir jedoch unsere Gesundheit. Weniger bekannt sind in diesem Zusammenhang dagegen folgende wissenswerten Fakten:

• Zucker lauert oft unvermutet

Den Großteil der in unserer Gesellschaft üblichen Zuckermenge nehmen wir in Form von Süßigkeiten zu uns. Das sind immerhin 36 Prozent. Dahinter folgt die Aufnahme

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