Rems-Murr-Sport

„Gemischte Gefühle“ bei Alina Kenzel

Baden-Württembergische Leichtathletik-Meisterschaften der Aktiven und Jugend U18
Ein wenig hinter ihren Erwartungen zurück blieb Alina Kenzel bei der EM in Berlin. © Ralf Görlitz

Mit „gemischten Gefühlen“ blickt die Kugelstoßerin Alina Kenzel vom VfL Waiblingen auf ihren Wettkampf bei den Europameisterschaften am Mittwoch in Berlin zurück. 17,26 Meter reichten zu Rang neun. „Ich habe nicht das abgeliefert, was ich wollte“, sagt die 20-Jährige am Tag danach.

Lächelnd hatte das deutsche Kugelstoß-Trio Christina Schwanitz, Sara Gambetta und Alina Kenzel eine dreiviertel Stunde vor Wettkampfbeginn das Berliner Olympiastadion betreten. Zwei Stunden später wirkte lediglich Gambetta zufrieden: 18,09 Meter bedeuteten Saisonbestleistung und Rang fünf. Schwanitz, die ihren dritten EM-Titel in Folge anstrebte, musste sich mit der Silbermedaille begnügen.

Von Edelmetall träumte Alina Kenzel zwar nicht, doch in Gambettas Sphären wollte sie eigentlich schon vorstoßen. Dass sie es drauf hat, zeigt ihre Bestleistung von 18,21 Metern. Im ersten Versuch landete Kenzels Kugel bei 17,26 Metern. Mehr war im zweiten und dritten Versuch, die Kenzel ungültig machte, nicht drin.

Damit verpasste die U-20-Weltmeisterin von 2016 und Dritte der vorjährigen U-23-Europameisterschaften um 24 Zentimeter das Finale der besten Acht und landete auf Rang neun.

Anspannung möglicherweise zu groß

Von der angepeilten 18-Meter-Marke war Kenzel also ein gutes Stück entfernt, auch am Tag danach war die Enttäuschung noch zu spüren. „Ich hab’ mir gesagt, ich schlafe mal eine Nacht drüber“, sagte Kenzel am Donnerstagvormittag. „Es hat sich aber nichts geändert. Ich habe gemischte Gefühle und blicke mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf die EM zurück.“

Möglicherweise war die Anspannung doch zu groß, schließlich war’s die erste internationale Meisterschaft für Kenzel bei den Aktiven. „Die Atmosphäre bin ich nicht gewohnt, das Stadion war rappelvoll.“ Sie habe versucht, sich davon nicht ablenken zu lassen. „Jetzt muss ich die Erfahrung eben mitnehmen und daraus lernen.“ Trost gab’s hernach von den Eltern, die den Wettkampf von der Tribüne aus verfolgten.

Der nächste wichtige Termin ist ein privater

Bis Montag wird Kenzel in Berlin bleiben und anschließend mit ihrem Trainer die Wettkämpfe für die restliche Saison besprechen. Die hängen auch von den Ergebnissen des anstehenden Arztbesuches ab. „Ich habe immer noch Probleme mit dem Schienbein nach meinem Ermüdungsbruch“, sagt Kenzel.

Der nächste wichtige Termin indes ist ein privater: An diesem Freitag feiert Alina Kenzel ihren 21. Geburtstag.