Rems-Murr-Sport

Gewonnen, was zu gewinnen ist

MannschaftSVB
Kreisliga-A-I-Meister und Pokalsieger SV Breuningsweiler. Das Bild zeigt hinten von links: Marco Fuhrmann, Giovanni Costa, Patrick Goncalves, Timo Deuschinger, Stefano Costa, Michali Anessiadis, Patrik Bubak, Niko Bubak, Felipe Pollak, Dario Nieswandt, Niko Rummel, Marko Kovac, Christian Kapitaric. Vorne: Christian Nachtigall, Michael Deiß, Dominik Weller, Christian Mayer, Lukas Friedrich, Steffen Mayer, Dennis Jung, Max Brenner, Marco Hieber. © Privat

Was für eine Saison! Der SV Breuningsweiler hat nicht nur den Titel in der Fußball-Kreisliga A I gewonnen, sondern sich auch im Bezirkspokal durchgesetzt. Fast wäre das Pokalfinale sogar zu einer SVB-internen Angelegenheit geworden. Viele erwarten nun, dass die Mannschaft von Hannes Stanke auch die Bezirksliga aufmischt.

In Breuningsweiler aber treten sie erst einmal auf die Bremse. Harald Götz, einer von drei Ressortleitern innerhalb der Fußball-Abteilung: „Wir wollen dort erst einmal ankommen. Wir sind mit einem Mittelfeldplatz zufrieden.“

Angesichts der ersten Hälfte im Pokalfinale gegen den TSC Murrhardt mutet das fast wie Tiefstapelei an. Der SVB bot schnellen, attraktiven Fußball, den die Bezirksliga durchaus fürchten muss. Aber, sagt Götz: „Wir haben immer noch eine recht junge Mannschaft, die sich erst an die neue Liga gewöhnen muss.“

Eine junge Mannschaft, die genau deshalb vor der Saison 2015/16 mit einigen erfahrenen Spielern aus höheren Ligen verstärkt worden war: mit Niko Rummel und Marko Kovac aus der Oberliga beispielsweise oder Christian Nachtigall vom Landesligisten SV Fellbach. Trainer Hannes Stanke: „Der Großteil unserer Spieler ist Jahrgang 1992 bis ‘94. Ausschlaggebend für den Erfolg war deshalb, dass wir diese erfahrenen Spieler hinzubekommen haben.“

Und dass die anderen Spieler das akzeptiert haben. Stanke: „Die haben das alle positiv gesehen, und es ist ja auch keiner deshalb aus dem Kader herausgefallen. Wir haben viel rotiert, so hat jeder seine Einsatzzeiten bekommen.“ Unter anderem deshalb, weil beispielsweise Niko Rummel aus Verletzungsgründen in der Vorrunde kaum spielen konnte, auch Marko Kovac ist einige Zeit ausgefallen. Der breite Kader war sehr wichtig, sagt Stanke. Eigentlich habe er nur im Pokalfinale alle Spieler beieinandergehabt. Dennoch sei die Mannschaft auch zuvor schon immer auf den Punkt da gewesen, als die wichtigen Spiele anstanden.

Harald Götz hat besonders beeindruckt, wie Mannschaft und Trainer mit dem Druck umgegangen sind, denn der SVB war der klare Meisterschaftsfavorit gewesen. Götz weiter: „Toll war der Umgang der Spieler untereinander und dass sich die Neuen super integriert haben.“

Der SVB-Aufschwung bei den Aktiven begann schon 2013. In der Jugend war die Spielgemeinschaft BSB schon in den Jahren zuvor sehr erfolgreich, 2013 sollte dies unter Hannes Stanke auch bei den Aktiven umgesetzt werden. Stanke war dafür prädestiniert. Er war BSB-Jugendtrainer sowie Jugendleiter und hatte bei der TSG Backnang die C-Junioren in der Oberliga trainiert.

Jetzt sollte er die Breuningsweiler Aktivenmannschaft voranbringen – hauptsächlich mit Nachwuchsspielern aus der eigenen Jugend. Da allen aber klar war, dass dies alleine nicht reichen würde, verstärkte der Verein die Bemühungen, SVB-Spieler, die bei anderen Vereinen kickten, zurückzuholen. Das gelang bestens. Mit Michael Deiß kam 2013 ein Oberligaspieler vom FV Bissingen zurück, Christian Mayer war Landesligaspieler bei der TSG Backnang, Steffen Mayer kam vom Bezirksligisten SV Unterweissach.

Das Resultat: Aufstieg in die Kreisliga A. Es folgte eine gute Saison in der Kreisliga A, in der sich aber zeigte, dass es zum absoluten Spitzenplatz so nicht reichen würde. Also verstärkte der SVB seinen Kader noch einmal mit erfahrenen Spielern und erntet nun den Erfolg. Schließt sich 2016/17 Teil drei der Erfolgsgeschichte an? „Wir müssen auf dem Teppich bleiben“, sagte Stanke. „Wir gehen ohne Vorgabe, ohne Erwartungsdruck in die Saison.“ Der Kader bleibe zusammen, lediglich ein neuer Spieler steht zur Disposition. Mit Kai Wolbers aber kommt ein Spieler vom Auslandspraktikum in Mexiko zurück, der SVB rechnet auch wieder mit Alexander Beier nach seinem Kreuzbandriss.

Vorerst aber gehen die Feierlichkeiten in Breuningsweiler weiter: Erst die vorzeitige Meisterschaft, dann der Pokalsieg, am Sonntag nun wird der Meisterwimpel übergeben und dann gibt’s noch die offizielle Meisterfeier. Sie hätten schon viel gefeiert, sagt Harald Götz, „aber wir sind noch nicht fertig“.

Die Rems-Murr-Konkurrenz fürchtet Ähnliches auch im sportlichen Bereich.

Info

Der SV Breuningsweiler ist zum ersten Mal in der Bezirksliga. Bis 2014 spielte er überwiegend Kreisliga B.

2015 stieg er in die Kreisliga A auf, nun in die Bezirksliga.

Sportvorstand beim SVB ist Fifa-Schiedsrichter Marco Fritz.

Der SVB hat ein in der Region einzigartiges Konzept, indem er Jugendspielern Praktikums- und Ausbildungsplätze vermittelt und Aktivenspielern Arbeitsplätze. Deshalb sei er auch attraktiv für Spieler aus höheren Ligen.

In der Saison 15/16 leistete er sich nur eine Niederlage (in Schmiden) und ein Unentschieden (in Urbach). In der Rückrunde gewann er alle Spiele.

Erfolgreichster Torschütze ist Lukas Friedrich (25 Treffer) vor Giovanni Costa (21) und Steffen Mayer (19).