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Handball EM-Held Kai Häfner: „ein superfeiner Kerle“

Handball-EM 2016 - Finale - Deutschland v Spanien
Kai Häfner war im EM-Finale gegen Spanien nicht zu halten und mit sieben Treffern erfolgreichster Torschütze. © Fotostand / Wolf

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft hat bei der Europameisterschaft in Polen alle überrascht; am meisten vielleicht die Spanier beim Sieg im Finale. Entscheidenden Anteil daran hatte mit Kai Häfner (26) ein ehemaliger Bittenfelder. Frech, mutig wie zu TVB-Zeiten, wie sich Günter Schweikardt erinnert.

„Sehr frech und entschlossen“ habe er Kai Häfner bei der EM erlebt, sagt der sportliche Leiter des TVB 1898 Stuttgart. Und: „Das hat ihn schon damals ausgezeichnet.“

Damals, das war in der ersten TVB-Saison in der Zweiten Liga 2006 bis 07. Häfner war vom TSB Schwäbisch Gmünd gekommen (Häfner stammt aus Straßdorf), hat eine Saison für den TVB gespielt und eine weitere mit Zweitspielrecht, als er schon zu Erstligist FA Göppingen gewechselt war.

TVB-Trainer war damals Günter Schweikardt gewesen. „Kai hat trotz seiner Jugend eine gute Rolle gespielt.“ Als technisch guter Spieler sei er auf Rechtsaußen, im rechten Rückraum und in der Rückraummitte eingesetzt worden. Schweikardt: „Er hat ein gutes Spielverständnis und hat damals schon gezeigt, dass er Verantwortung übernimmt.“ Die Phase beim TVB sei wohl kein entscheidender, aber sicher „ein wichtiger Schritt“ in seiner Entwicklung gewesen.

Jürgen Schweikardt, heute Geschäftsführer des TVB Stuttgart, spielte damals zusammen mit Häfner. „Kai ist ein superfeiner Kerle. Er war schon immer ein ehrgeiziger Spieler gewesen, aber immer auch Teamplayer.“ Seine erfolgreiche Karriere sei absehbar gewesen.

Dass Häfner allerdings nach der Nachnominierung derart einschlagen würde, hat auch Jürgen Schweikardt nicht erwartet. „Aber das freut mich für ihn. Und wir können jetzt sagen, dass ein Europameister mal in Bittenfeld gespielt hat.“

Der TVB-Geschäftsführer ist aber nicht nur von Häfners Leistung beeindruckt gewesen, sondern vor allem vom Auftreten der deutschen Mannschaft insgesamt. „Fair, sportlich, begeisternd.“ Die Mannschaft habe die positiven gesellschaftsrelevanten Werte des Handballs optimal vertreten.

TVB beim Hohenlohe-Turnier

Der TVB Stuttgart hat beim Hohenlohe-Turnier in Öhringen den österreichischen Erstligisten Bregenz mit 25:19 besiegt, danach aber gegen FA Göppingen mit 17:21 verloren. Ein ordentlicher Auftritt für Jürgen Schweikardt, denn Kasper Kisum, Lars Friedrich, Dominik Weiß und Simon Baumgarten waren nicht mitgekommen, Michael Schweikardt und Djibril M’Bengue nur gegen Bregenz eingesetzt worden.