Rems-Murr-Sport

Hapkido: Kampfkunst auf Koreanisch

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Sven Mahl lässt Andreas Kachelrieß fliegen. Hapkido hat zwar spektaktuläre Aktionen im Repertoire, als reine Selbstverteidigungssportart bietet es aber auch ganz einfache Techniken. © Mathias Ellwanger

Hapkido? Was ist das denn? Michele Bonfiglio aus Winnenden hatte noch nie davon gehört, war aber sofort neugierig. Also schaute er beim Trainingsabend vorbei und ist seither begeistert vom koreanischen Selbstverteidigungssport. Der wird im Rems-Murr-Kreis nur zweimal, unter anderem in Hertmannsweiler, angeboten.

Als er vor rund einem Jahr davon in der Zeitung gelesen hatte, war Michele Bonfiglio überzeugt: „Der Redakteur hat sich verschrieben.“ Der habe sicher Aikido gemeint. Hat er aber nicht. Hapkido ist eine zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Korea entstandene Kampfkunst, entwickelt nur zur Selbstverteidigung und zusammengesetzt aus Elementen anderer Kampfkünste, unter anderem aus dem Aikido. Und das hatte Bonfiglio schon immer interessiert.

Jetzt, mit 65 Jahren, steht er auf der Matte und übt, richtig zu fallen oder andere zu Fall zu bringen. „Ich war verblüfft von der Harmonie der Bewegungen“, sagt er.

Diese Harmonie führen Sven Mahl (45) und Andreas Kachelrieß (28) vor. Mahl hat das Hapkido vor zwölf Jahren in Hertmannsweiler eingeführt. Er betrieb früher Taekwondo (schwarzer Gürtel, 1. Dan) „und ich wollte mich fortbilden“. So stieß er auf Hapkido. Mittlerweile hat er hier schon den 4. Dan.

Er und Kachelrieß (1. Dan) zeigen, wie elegant Hapkido sein kann. Unschwer sind die Elemente aus dem Aikido zu erkennen, den Angriffsschwung des Gegners aufnehmen, umleiten und schließlich den Gegner unschädlich machen. Hapkido jedoch biete auch ganz einfache, wirkungsvolle Techniken zur Verteidigung im Alltag.

Sport für Junge wie Alte, Kraft ist nicht wichtig

Deshalb biete sich die Kampfkunst nicht nur für ältere Menschen an (in Korea heiße es: Taekwondo für die Jungen, Hapkido für die Alten), sondern genauso für Jugendliche und Frauen jeden Alters. Denn die Techniken erforderten keine Kraft. Hapkido-begeistert wie Michele Bonfiglio aber sind im Moment zu wenige. Sven Mahl würde gerne mehr Schüler begrüßen. Immerhin dreimal in der Woche bietet er sein Training an.

Michele Bonfiglio wiederum ist zwar erst seit knapp einem Jahr dabei, aber er hat sich ein Ziel gesetzt. „In fünf Jahren möchte ich den schwarzen Gürtel haben.“

Und wenn’s nicht klappt? Auf einen Erfolg kann er schon jetzt verweisen. Er habe immer Rückenschmerzen gehabt, sei von Arzt zu Arzt gewandert. Niemand habe ihm helfen können. Seit er Hapkido betreibt, „habe ich keine Schmerzen mehr“.

Hapkido

Hapkido ist ein koreanisches Selbstverteidigungssystem und heißt sinngemäß übersetzt: der Weg (Do) zur Harmonie von Körper, Geist (Hap) und Lebenskraft (Ki).

Angeboten wird Hapkido im Rems-Murr-Kreis in Hertmannsweiler und Rudersberg.