Rems-Murr-Sport

Interview mit Adrian Schad vom TV Stetten

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Hat alles im Griff: Adrian Schad © Gisbert Niederführ

Adrian, bei „Jetzt mal ehrlich...“ stellt der Interviewte sich selber kurz vor. Wie würdest du dich beschreiben?

Ich bin ein entspannter, unkomplizierter Mensch. Mein Glas ist immer halb voll und nie halb leer.

Ruhige Weihnachtsfeier in Aussicht

Obwohl ihr bei einigen Ligakonkurrenten hoch im Kurs standet, musstet ihr in der vergangenen Saison bis zum Schluss um den Verbleib in der Kreisliga A1 zittern. In dieser Saison seid ihr weitaus besser gestartet (aktuell Vierter). Welches Saisonziel habt ihr euch gesetzt?

Alle im Verein sind glücklich, wenn wir nach den letzten Jahren mal wieder eine ruhige Weihnachtsfeier haben und entspannt auf die Tabelle schauen können. Das Mindestziel ist der frühzeitig gesicherte Ligaverbleib und dann schauen wir mal, was weiter möglich ist. Wir haben eine gute Truppe mit Potential nach oben!

Schad und Öztürk: das moderne Trainer-Duo

Für dich ist es aktuell die dritte Saison als spielender Trainer beim TV. Seit 2017 bildest du mit Ramazan („Rami“) Öztürk, mit dem du davor mehrere Jahre in Nellmersbach gespielt hast, das Trainerduo. Wie kam es, dass ihr Trainer bei Stetten wurdet?

Stetten ist meine Heimat. Rami ist ein guter Freund von mir. Wir haben die gleiche Einstellung zum Fußball und leben diese gemeinsam auf dem Platz vor.  Da es nicht ganz einfach ist, sowohl Spieler als auch gleichzeitig Trainer zu sein, haben wir für uns entschieden, diese Aufgabe gemeinsam zu übernehmen. Vier Augen sehen bekanntlich mehr als zwei.

Unangenehme Auswärtsfahrten nach Stetten

In Stetten habt ihr lediglich einen Kunstrasenplatz - für Ligakonkurrenten ist die Auswärtsfahrt daher immer etwas ungemütlich. Wie ist es für euch: Tun die Knochen nach Trainingseinheiten und Spielen nicht weh, vor allem für dich als Torspieler?

Da wir ein gutes Torspielerteam haben, kann ich mir die Belastung ganz gut einteilen. Drei aktive Einheiten in der Woche gibt es für mich nur noch äußerst selten (lacht). In der Regel leiten entweder Rami oder ich das Training, sodass der andere mittrainieren kann.

Torspieler-Legende „Gianluigi Buffon“

Während deiner Zeit in Nellmersbach warst du einer der besten Torspieler der Bezirksliga, vielleicht sogar der beste. Wie sieht es heute aus - mit 33 Jahren bist du immer noch in einem ordentlichen Torwartalter, oder?

Buffon ist immerhin schon 41 Jahre alt und immer noch aktiv. Bis dahin habe ich noch ein paar Jahre Zeit (lacht). Aber im Ernst, aktuell kann ich der Mannschaft noch ganz gut helfen, es macht mir Spaß, ich bin fit und brenne, wenn es auf den Platz geht! Mit 33 Jahren in der Kreisliga plant man aber tatsächlich nur noch von Jahr zu Jahr.

Verbandsligadebüt mit 18 Jahren

Vor deiner Zeit beim TSV Nellmersbach spieltest du beim VfL Winterbach und dem SV Fellbach - dort sogar Verbandsliga. Was sind deine schönsten Erinnerungen?

Der Bezirkspokalsieg mit Nellmersbach im Sonnenhof (2017) war sicherlich ein Highlight.  Ein ganzer Verein hat für dieses Event gelebt! Ebenso für das Relegationsspiel gegen Marbach in Remshalden (2017). Aber auch mein erstes Verbandsligaspiel mit 18 Jahren beim SV Fellbach war für mich sehr besonders. Es war mein erstes Spiel bei den Aktiven überhaupt. Wir gewannen als Aufsteiger das erste Saisonspiel mit 3:0 gegen den SV Böblingen.

Schad, ein Lehrer aus Leidenschaft

Du arbeitest als Sport- und BWL-Lehrer an der Kaufmännischen Schule Waiblingen. Wie man hört, hast du einen guten Draht zu deinen Schülern. Was gefällt dir an deinem Job?

Die Arbeit mit jungen Menschen empfinde ich als sehr sinnstiftend. In meinem Beruf kann ich authentisch sein, mir selbst treu bleiben und den Schülern Werte mit auf den Weg geben, auf die es im Leben ankommt.  Dabei steht für mich ein respektvolles Miteinander über allem. Dies zu gestalten, vorzuleben und einzufordern, macht mir Freude.  Mit knapp 30 Jugendlichen unterschiedlichster Herkunft wird es nie langweilig. Jeder Tag bringt Neues, kein Schüler ist wie der andere.

Wann und womit bringen dich deine Schüler zur Weißglut?

Da ich grundsätzlich sehr ausgeglichen bin, dauert es meist eine Weile, mich aus der Ruhe zu bringen. Wenn aber Leistungsbereitschaft und Erwartungshaltung völlig auseinanderdriften, kann es auch mal deutlicher werden. Gutes Benehmen und respektvolles Miteinander sind für mich eine Grundvoraussetzung für ein soziales Umfeld. Manche Schüler müssen auch noch lernen, dass vor dem Erfolg eine gewisse Anstrengungsbereitschaft stehen muss. Dazu ist der Sport ein gutes Beispiel.

Drei Trainerjobs gleichzeitig: Verein, Stützpunkt und Schulmannschaft

Auch neben dem Unterricht engagierst du dich in der Schule, indem du zum Beispiel die Schulfußballmannschaft betreust. Und das auch erfolgreich: Im Mai habt ihr beim Schulwettbewerb „Jugend trainiert für Olympia“ das Baden-Württemberg-Finale gewonnen.

Auch in der Schule arbeiten wir als Trainerduo. Stephan Westhäußer und ich agieren als eingespieltes Team. Die aufwändige Spielerauswahl ist eine wichtige Voraussetzung. Wenn die Schüler dann merken, dass auch wir Lehrer unsere Aufgabe mit Leidenschaft angehen und dafür brennen, dann ist auch bei den Schülern die Motivation groß! Der BW-Titel war ein großer Erfolg, den wir zusammen erkämpft haben.

Neben deiner Trainertätigkeit bei Stetten gibst du dein Wissen seit Anfang des Jahres auch als Stützpunkttrainer weiter. Wohin soll die Reise als Trainer für dich langfristig  hingehen?

Die Trainertätigkeit macht mir sehr viel Freude. Ich habe richtig Blut geleckt. Deshalb habe ich auch jüngst noch die DFB-Elite-Jugend-Lizenz erworben, um mich weiter zu bilden und zu verbessern. Die A-Lizenz wäre noch reizvoll. Grundsätzlich ist vieles denkbar.