Rems-Murr-Sport

Interview mit Felix Weiblen vom TSV Schwaikheim

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Wir sind die Nummer eins in Schwaikheim. © Gisbert Niederführ

Praktisch jeder, der im Rems-Murr-Kreis wohnt und schon mal gegen den Ball getreten hat, kennt den Namen Felix Weiblen. Felix, stell dich uns doch bitte einmal kurz vor: Was sollten wir über dich wissen?

30 Jahre alt, 1,80 Meter groß (zwinkert), verheiratet und (noch) keine Kinder.

„Können uns noch steigern!“

Felix, nach sechs Spieltagen steht ihr auf Platz sechs der Landesliga. Bisher habt ihr vier Spiele gewonnen und zwei verloren. Wie zufrieden bist du mit eurem Saisonstart?

Mit dem Saisonstart können wir sehr zufrieden sein. Von der Leistung her sind wir meiner Meinung nach allerdings noch nicht da, wo wir sein können.

Seitdem ihr 2016 den Aufstieg in die Landesliga geschafft habt, seid ihr immer auf einem einstelligen Tabellenplatz gelandet. Wie weit nach oben soll es in dieser Saison gehen?

Wir spielen tatsächlich sehr erfolgreichen Fußball seit unserem Aufstieg und wollen uns immer verbessern, was sich natürlich auch in der Tabelle zeigen soll. Nichtsdestotrotz haben wir uns wie jedes Jahr das Saisonziel, einstelliger Tabellenplatz, gesetzt, was in dieser Liga mit dem Ziel Klassenerhalt gleichzusetzen ist (16 Mannschaften und davon fünf Absteiger). Das ist jedes Jahr aufs Neue eine Herausforderung, da die Liga sehr ausgeglichen ist und wir nicht den Etat anderer Mannschaften haben.

Derbys mit besonderer Bedeutung

Am ersten Spieltag habt ihr das Derby gegen den SV Breuningsweiler mit 1:0 zu Hause gewonnen. Welche Bedeutung hatte dieser Sieg?

Derbys sind natürlich immer geil - vor allem, wenn man sie gewinnt. Gegen Breuningsweiler ist es aber noch einmal einen Ticken geiler: zum einen weil sie für mich zu den Aufstiegskandidaten gehören, aber auch weil dort einige Spieler kicken, die ich privat sehr gut kenne. Dazu haben alle einen guten Job (lacht).

Felix als Animateur beim Handball

Sportlich betrachtet ist der Fußball nur die Nummer zwei in Schwaikheim. Die Schwaikheimer Handballer (SF Schwaikheim) spielen sowohl bei den Frauen als auch bei den Herren in der Württembergliga. Kriegt ihr euch da manchmal in die Haare?

Um eins klarzustellen: Der Fußball und der TSV Schwaikheim sind die Nummer eins - und zwar mit Abstand! Rivalität gab es vielleicht früher und besteht teilweise immer noch, aber das ist alles auf lustiger Basis. Ich selbst bin auch oft in der Halle bei den SF und springe bald sogar bei den Frauen als Hallensprecher ein. Was gibt es Besseres, als zwei so große und sportlich erfolgreiche Vereine im Ort zu haben? Wem es zu kalt ist, der geht dann halt zum Handball (lacht).

Allgemein bekannt ist, dass die Teams beider Sportarten Abende gerne in der „Havanna Bar“ oder dem „Petrula“ verbringen. Auch du gehst dort wohl hin und wieder gerne ein und aus, habe ich mir sagen lassen. Lohnenswert, einmal vorbeizuschauen?

Ich habe keine Ahnung, wovon du da redest...(zwinkert)

Legenden haben wenig Zeit, bleiben aber für immer

Man bringt dich automatisch mit dem TSV Schwaikheim in Verbindung. Man kann fast sagen eine „Schwaikheimer Legende“. Doch gab es mal eine Zeit vor dem TSV und wird es eine danach geben?

Eine meiner besten Zeiten hatte ich in der Jugend bei der TSG Backnang. Hier habe ich viele Freunde kennengelernt, mit denen ich heute noch Kontakt habe. Leider sieht man sich nicht so oft, wie man will, aber das ist eben auch schwer als Legende (lacht).

Mit 30 Jahren denkt man nicht mehr an einen Abschied. Vor allem nicht aus Schwaikheim.

Es gab früher Gelegenheiten, zu wechseln, auch höher, aber irgendwie habe ich es nicht übers Herz gebracht, zu gehen. Es macht einfach Riesenspaß mit den Jungs. Wir haben einen sehr breiten Kern, der schon ewig zusammenspielt. Dazu kommt, dass die jungen und neuen Spieler sich sehr gut integrieren und auch zu schätzen wissen, was sie am Verein haben.

Erfolg und Spaß miteinander verbinden? Aufgabe des Kapitäns!

Als „Mittelfeldmotor“ hast du deine sportliche Bedeutung für den TSV schon etliche Male unter Beweis gestellt. Nun bist du auch Kapitän der Landesligamannschaft. Wie siehst du deine Rolle im Team?

Als Kapitän gebe ich natürlich alles dafür, dass die Mannschaft Erfolg hat und dass der Spaß nicht zu kurz kommt. Letzteres fällt mir deutlich leichter (lacht).

Vor 10 Jahren Gemeinderat. In 10 Jahren Bürgermeister?

2009 wurdest du mit zarten 20 Jahren in den Schwaikheimer Gemeinderat gewählt und bist dadurch bis heute das jüngste Gemeinderatsmitglied der Geschichte. 2013 musstest du deinen Sitz aufgrund eines Studiums in Künzelsau aufgeben. Was hat dich damals in die Politik gezogen? Sehen wir dich irgendwann als Bürgermeister Schwaikheims?

Damals fand ich es sehr interessant, einen Einblick zu bekommen. Das war für mich die Gelegenheit, den besten Ort der Welt noch besser zu machen. Hinterher betrachtet, muss ich zugeben, war ich vielleicht noch etwas zu jung und habe den Aufwand unterschätzt. Trotzdem würde ich es wieder machen, da ich einen sehr guten Einblick in kommunalpolitische Abläufe erhalten habe und mein politisches Interesse in der Zwischenzeit noch stärker geworden ist.

Ich denke, dass wir mit Herrn Gerhard Häuser einen sehr guten Bürgermeister haben, der jetzt über 25 Jahre einen wirklich sehr guten Job macht. Aber da Bürgermeister eben auch irgendwann genug haben, habe ich Herrn Häuser schon mitgeteilt, dass er sich bei der nächsten Wahl warm anziehen kann (zwinkert).

Felix tanzt auf allen Hochzeiten

Was machst du in deiner Freizeit, um dich von dem ganzen Alltags- und Fußballstress zu erholen?

Da ich in den letzten zwei Jahren auf rund 20 Hochzeiten und mindestens genauso vielen Geburtstagen war, habe ich mehr Freizeit- als Alltagsstress...

Ansonsten kümmere ich mich unter der Woche um meine bezaubernde Frau und am Wochenende werde ich eventuell mal diese „Havanna Bar“ und dieses „Petrula“ besuchen. Habe auch schon gehört, dass es da gut sein soll (lacht).