Rems-Murr-Sport

Interview mit Jan Groß von der SKG Erbstetten

Jan_Consti_komprimiert_0
Sieht gar nicht aus wie ein Fußballer, ist wahrscheinlich ein Sänger. © Gisbert Niederführ

Jan, wie kam es, dass du die TSG Backnang nach acht Jahren in Richtung der SKG Erbstetten verlassen hast?

Bei der SKG Erbstetten begann ich im Alter von sechs Jahren, Fußball zu spielen. Als ich in der C-Jugend zur TSG wechselte, versprach ich den Funktionären der SKG, dass ich zurückkehren werde, sobald ich 18 Jahre alt bin. In den Jahren bei der TSG Backnang lernte ich legendäre Mitspieler, lehrreiche Trainer und exzellente Teammanager, wie Frank Abraham („Franky Legende“), kennen. In der C-Jugend bildete sich ein Team, das bis in den aktiven Bereich so zusammen blieb. Mit der Großzahl stehe ich auch heute noch in Kontakt. Mit 21 Jahren trennten sich dann Studiums bedingt die Wege der „Urtruppe“ und ich wusste, dass nun die Zeit gekommen ist, meinem alten Heimatverein, SKG Erbstetten, den Rücken zu stärken.

Verbandsstaffel-Aufstieg nach Elfmeterkrimi

Was war dein persönlich größter Erfolg bisher im Fußball?

Zweieinhalb Jahre in der EnBW-Oberliga zu spielen, war fußballerisch gesehen sicherlich der größte Erfolg. Die schönste Erinnerung, die zugleich einen riesen Erfolg darstellte, war allerdings der Aufstieg in die Verbandsstaffel Nord als Kapitän der A-Jugend der TSG Backnang. Im Hinspiel der Aufstiegsspiele gegen Weilheim Teck konnte ich mit einem Tor und einer Torvorlage einen wesentlichen Beitrag zum verdienten Remis leisten - im Rückspiel spielte ich allerdings unterirdisch (lacht). In einem nervenaufreibenden Elfmeterschießen machten wir dann den Aufstieg im Rückspiel trotzdem perfekt und feierten diesen im Anschluss auf dem Backnanger Straßenfest. Ein Abend, den ich niemals vergessen werde.

Du gehörtest in deinen Mannschaften bei der TSG immer zu den Führungsspielern und hast im Jugendbereich höherklassig gespielt. Welche Rolle nimmst du als relativ neuer Spieler bei Erbstetten ein?

Der Trainer weiß, dass er mich auf fast jeder Position einsetzen kann. Ich versuche, der Mannschaft dort zu helfen, wo sie es gerade braucht. Ausdauer und Geschwindigkeit aber auch Verantwortungsbewusstsein zeige ich nicht nur auf dem Platz, sondern auch am Glas. Beides wird von meinen Mannschaftskameraden sehr geschätzt.

„Die langen Moschde-Abende werden mir fehlen“

Es ist allgemein bekannt, dass ihr mit eurer Mannschaft die Abende am liebsten in der Erbstettener Gaststätte „Moschde“ verbringt. Diese wird wohl demnächst den Betrieb einstellen. Was bedeutet das für euch SKGler?

Nach jedem wöchentlichen Abschlusstraining sind durchschnittlich mindestens dreiviertel der Mannschaft in der Moschde vertreten. Bier und Havanna Cola läuft hier runter wie Wasser. Aber auch nüchterne Gäste, die nur etwas essen wollen, kommen unter anderem mit dem „Schniposa“ [Schnitzel, Pommes & Salat] voll auf ihre Kosten. Was aber am meisten fehlen wird, ist die Länge und Intensität der Moschde-Abende: Um zwei Uhr ist dort in der Regel noch lange nicht Schluss. Ob eine neue „Boiz“ an anderer Stelle das Niveau halten kann? Das wird sich zeigen.

Da du als Dualer Student bei Harro Höfliger deine Theoriephasen in Mosbach [bei Heilbronn]  verbringst, kannst du unter der Woche nicht mit der Mannschaft trainieren. Wie hältst du dich fit?

Ich besuche hier in Mosbach unter der Woche zwei bis drei Mal das Fitnessstudio. Zudem trainieren wir im zweiwöchigen Rhythmus immer freitags. So bin ich wenigstens in jedem vierten Training mit dabei.

Der Sänger Groß: Songs für Spotify und Co.  

Neben deinem Studium und dem Fußball veröffentlichst du unter dem Künstlernamen „Tschaengresss“ regelmäßig Songs auf öffentlichen Musikdiensten [wie z.B. Spotify]. Wie kamst du zu dieser Idee und wie entstehen deine Songs?

Schon als Kind waren meine große Schwester und ich begeisterte Singstar-Spieler [Karaoke-Spiel für Spielkonsolen] - unser Vater kaufte uns alle Versionen, die es gab. Vor einem Jahr bekam ich dann ein semi-professionelles Mikrofon, mit dem ich heute meine Songs aufnehme.

Einige meiner Freunde waren interessiert daran, die Lieder auch zu hören. Um die Bereitstellung zu vereinfachen, wandte ich mich an die digitalen Musikplattformen. So kann jedermann, der es möchte, meine Songs anhören. Ich persönlich höre am liebsten amerikanischen HipHop und R’n’B. Das spiegelt sich auch in meinen Songs wider. Mein  aktuellster Song heißt „Freitag“ - mein erster Versuch in deutscher Sprache. Wie der Name schon sagt, geht es um den Verlauf meines klassischen Freitags.

Wie können sich unsere Leser einen Eindruck von deinen Songs machen?

Einfach mal reinhören bei Apple Music, iTunes, Spotify, Deezer, Napster, usw.