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Interview mit Mika Abraham vom SV Steinbach

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Mika Abraham vom SV Steinbach. © ZVW/Danny Galm

Mika, der SV Steinbach ist erst im vergangen Jahr in die Bezirksliga aufgestiegen. Trotzdem spielt ihr als Aufsteiger eine überragende Saison (aktuell Dritter, Anm. d. Red.). Wie kommt es dazu?

Wenn man sich unseren Kader anschaut, ist es keine Überraschung, dass wir in den Top-Drei stehen. Dazu ist die Stimmung auf und neben dem Platz super. Wir sind stark in die Runde gestartet und hatten dann einen richtig guten Lauf.

Philipp Weller vom SV Allmersbach zählt euch zum Favoritenkreis auf den Bezirksliga-Titel in der nächsten Saison. Siehst du das auch so?

Als „den Favoriten“ würde ich uns nicht bezeichnen. Die Liga wird extrem spannend nächste Saison: Mit Allmersbach, Steinach-Reichenbach und dem Großen Alexander Backnang kommen neue gute Teams in die Liga - da wird es sicherlich heiße Duelle geben. Zudem verlieren wir wichtige Spieler, aber wenn wir den einen oder anderen Neuzugang bekommen und wir uns wieder als Team zusammenfinden, wird es sicherlich auch nächstes Jahr schwierig, gegen uns zu punkten.

Ein Garant für Tore

Mit 16 Toren bei lediglich 18  absolvierten Spielen hast du maßgeblich zu eurem Erfolg in dieser Saison beigetragen. Wie zufrieden bist du mit deiner persönlichen Leistung?

Ich bin immer zufrieden, wenn es Spaß macht, Fußball zu spielen. Als Offensivspieler sind die Tore natürlich nicht unwichtig - es hätten aber noch ein paar mehr sein können. In der dritten Halbzeit bin ich aber leider nur selten zur Hochform aufgelaufen in dieser Saison (lacht).

In der vergangen Saison (damals noch bei der TSG Backnang II, Anm. d. Red.) hast du ebenfalls überragende 18 Saison-Tore erzielt. Wecken solch konstant gute Leistungen nicht Begehrlichkeiten bei höherklassigen Vereinen?

Ja, es werden immer mehr (lacht).

Lieber mal den Fußball liegen lassen, um die Welt zu sehen

Bevor du vor dieser Saison zu Steinbach gewechselt bist, hast du fast 15 Jahre bei der TSG Backnang gespielt - aber nie in der ersten Herrenmannschaft. Woran lag das?

Ich habe mich nach der letzten A-Jugend-Saison sieben Monate auf eine Weltreise begeben. Danach war ich nicht mehr so in Form. Dadurch war die Hürde, in die damalige Verbandsliga zu kommen, deutlich zu hoch. Zudem hatte ich in der zweiten Mannschaft Spiele sonntags, in denen meine Promillezahl höher war als meine Toranzahl. Teilweise hat da die Professionalität gefehlt, weil der Samstagabend wichtiger war als der „Kick“ am Sonntag.

Warum hast du dich für den Wechsel zum SV Steinbach entschieden?

Zu 50 Prozent wegen meiner Freundin und zu 50 Prozent wegen den coolen Typen bei Steinbach.

Provokationen am Frühstückstisch

Mit dir in einer Mannschaft bei Steinbach spielt dein Bruder Max (Abraham). Dein Vater, Frank (Abraham), stattdessen ist nach wie vor bei der TSG. Kommt es da manchmal zu Unstimmigkeiten am Frühstückstisch?

Wir stehen ja vor der TSG II in der Tabelle, daher kommt es höchstens zu lustigen Provokationen. 

Der Traum von der Finnischen Nationalmannschaft

Durch deine Mutter hast du finnische Wurzeln. Woran ist erkennbar, dass du halber Finne bist - abgesehen von deinen blonden Haaren? 

An der Trinkfestigkeit (lacht).

Eine Karriere als Fußballprofi in Finnland war nie eine Option für dich?

Mein Traum war es immer, für Rot-Weiß Essen im Verein und dazu in der finnischen Nationalmannschaft zu spielen. Mit 16 Jahren waren dann die Frauen zu schön und das Bier zu lecker (lacht).

Aktuell studierst du Geographie und Sport auf Lehramt in Heidelberg. Was kannst du als zukünftiger Gymnasiallehrer deinen Schülern vermitteln?

Dass gemeinsam mit Freunden an der frischen Luft Sport zu betreiben, vielleicht doch mehr Spaß macht als Playstation- und Handyspiele.