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Interview mit Niklas Schommer von der SVG Kirchberg/Murr

Interview mit Niklas Schommer vom SVG Kirchberg/Murr_0
Niklas Schommer vom SVG Kirchberg/Murr in Aktion. © ZVW/Danny Galm

Niklas, bei „Jetzt mal ehrlich...“ stellt der Interviewte sich selber kurz vor. Was sollten wir über dich wissen?

Kurz und bündig: 22 Jahre jung, 1,87 Meter groß, manchmal zu ehrgeizig aber grundsätzlich ein sehr offener Mensch. 

Aktuell seid ihr Dritter der Kreisliga A2. Traust du euch den Aufstieg in die Bezirksliga in den kommenden Jahren zu?

Naja, ich denke, wenn wir in den nächsten ein, zwei Jahren weiter hart an uns arbeiten, ist das durchaus möglich. Das notwendige Quäntchen Glück ist natürlich Voraussetzung.

„40 Tore wären Wahnsinn“

Du selber hast in elf Spielen schon 19-mal getroffen. Knackst du in deiner ersten Saison bei Kirchberg die 40-Tore-Marke?

Ursprünglich lag mein Ziel für diese Saison bei 20 Toren, diese Marke sollte ich nach dem jetzigen Stand schon packen (lacht). 40 Tore wären Wahnsinn, aber gehen wir mal lieber nicht davon aus, dass es so viele werden. 

Dein Trainer, Roland Stampfl, bezeichnete dich als einen „sehr wichtigen Bestandteil der Mannschaft“.  Stampfl trainierte dich schon zu Sonnenhofer Zeiten [damals in der A-Jugend]. War er einer der Gründe für deinen Wechsel nach Kirchberg?

Ja, Roland war einer der Hauptgründe. Ich mochte seine Art Fußball zu spielen schon damals. Roland ist ein Trainer, der immer aufs Ganze geht, auch im Training. 

Profi bei Sonnenhof mit 18 Jahren

Nachdem du in der Jugend von der TSG Backnang zum SG Sonnenhof-Großaspach gewechselt bist, hast du einen riesigen Schritt gemacht und wurdest bereits als A-Jugendspieler Stammspieler bei der damaligen zweiten Herrenmannschaft [damals Landesliga]. Kurze Zeit später wurdest du sogar mit einem Profivertrag ausgestattet und gehörtest fortan zum Profikader - und das mit 18 Jahren. Wie war diese Entwicklung in solch kurzer Zeit möglich?

Anfangs ging alles sehr schnell: An einem Tag waren wir [Niklas und sein langjähriger Mannschaftskollege Christian Heinrich] noch ganz gewöhnliche A-Jugendspieler mit lauter Flausen im Kopf und am nächsten Tag durften wir plötzlich bei der ersten Mannschaft mittrainieren. Die erste Einheit bei den Profis war an einem Mittwochvormittag. Nach dieser Einheit hatte ich bereits Krämpfe in den Waden, musste aber nachmittags noch mal ran - das war ein gehöriger Kulturschock für mich. 

Ich denke, möglich gemacht haben das vor allem die Trainer, die mich damals hervorragend gefördert haben. Dazu hatte ich noch das Glück, am richtigen Tag meine beste Leistung abgerufen zu haben. 

Wie war die Zeit bei den Profis und was war dein schönstes Erlebnis? War es vor 7.500 Zuschauern in Cottbus eingewechselt zu werden?

Die Zeit bei den Profis war im Nachhinein sehr wertvoll für mich, vor allem aufgrund der Erfahrungen, die ich sammeln durfte. Das Spiel in Cottbus zählt auf jeden Fall zu den Favoriten, grade deswegen, weil es für mich so kurzfristig zu Stande kam: Sonntagmorgens war ich bei der Taufe meines Patenkindes, abends bekam ich den Anruf, dass ich am nächsten Dienstag nach Cottbus reisen darf. Dann auch noch eingewechselt zu werden, war schon Wahnsinn. 

Allerdings würde ich eher das Spiel in Würzburg als mein absolutes Highlight bezeichnen. Die Kulisse dort war ebenfalls richtig geil, zudem haben wir nach langer Durststrecke mal wieder einen Sieg eingefahren. Einen Sieg, als schönste Erinnerung aufzurufen, ist doch viel schöner, oder?

Lieblingsgericht genießen? Am liebsten bei Oma im Saarland!

Bevor du 2016 beim SV Allmersbach angefangen hast, hast du davor ein halbes Jahr im Saarland verbracht.  Was macht das Saarland für dich besonders? 

Meine komplette Familie, inklusive meines Bruders und seinen beiden Kindern, lebt dort.  Außerdem ist es schön, sich ab und an von Oma sein Lieblingsgericht zaubern zu lassen (lacht).

17 Tore, Meisterfeier aber leider kein Malle

In der Saison 2017/2018 bist du mit dem SV Allmersbach Bezirksligameister geworden - mit 17 Toren hast du einen erheblichen Beitrag dazu geleistet. Wie war die Meisterfeier? Man hörte, du hättest dich dabei verletzt, kläre uns bitte auf.

Die Meisterfeier war absolut genial und ausgelassen, insbesondere, weil wir nicht gerade als Titelkandidat gehandelt wurden. Zu meinem Meniskusriss, der daraus entstanden ist, kann ich gar nicht viel sagen, da schwinden die Erinnerungen nämlich etwas (lacht). Das aller Bitterste an der Nummer war aber, dass ich deswegen unseren Malle-Trip verpasst habe. 

Spieler im Realen, Trainer im Virtuellen

In der C-Jugend bei der TSG Backnang war Fußball (fast) alles - auf aber auch neben dem Platz: Praktisch die gesamte Mannschaft war beim online Fußball-Manager „Fussbalcup.de“ angemeldet und hat viel Zeit reingesteckt. Was war das Besondere an diesem Spiel? Hättest du Lust, dich irgendwann mal wieder neu anzumelden (zwinkert)?

Das Besondere war, dass wir alle dieses Spiel gezockt haben, und daher auch im Training die eine oder andere Diskussion entstanden ist. Für eine geile Saison „Fussballcup“ bin ich auf jeden Fall immer zu haben (lacht). 

Du bist auf das „Bize“ Gymnasium in Weissach im Tal gegangen. Viele deiner Mitschüler haben es fußballerisch sehr weit gebracht: Christian Heinrich (spielte mit dir u.a. beim Sonnenhof), Nico Blank (Profi bei den Stuttgarter Kickers), Lucca Volkmer (SV Kaisersbach, Landesliga), ... Wart ihr als Schulmannschaft überhaupt zu schlagen? Hast du mit den Jungs noch Kontakt? 

Nico, Chris und Lucca sind tatsächlich immer noch sehr gute Freunde von mir. Wir hatten bei den Schulturnieren immer eine relativ simple Taktik: Lucca und Chris haben als Innenverteidiger alles hinten weggemacht, Nico und ich haben den Rest dann vorne schon irgendwie geregelt. In einem Jahr haben wir es sogar bis ins Baden-Württemberg-Finale geschafft, sind dort aber gegen die Sportschule aus Stuttgart knapp gescheitert.