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Ist das fair, was der SV Steinbach macht?

VfB Stuttgart - Hannover 96 (12.12.16)_0
Symbolbild. © Danny Galm

Die zweite Mannschaft stärker zu machen als die erste, weil die zugehörige Staffel schwächer erscheint – diese Strategie ist schon einige Male aufgegangen. Auch der SV Steinbach ist damit vorzeitig Meister in der Kreisliga A II geworden. Dagegen ist nichts einzuwenden. Die Qualität der ersten Mannschaft hinkte jener der zweiten Mannschaft deutlich hinterher. Der SV I gewann zwar die ersten beiden Saisonspiele in der A I, war danach aber völlig chancenlos. Die Zweite dagegen führte die Tabelle der A II schon zum Vorrundenende mit acht Punkten Vorsprung an. Bei Team eins ging die erfolglose Zeit auch in der Rückrunde weiter – bis zum 25. März.

SV Steinbach I holt plötzlich Punkt um Punkt

Danach holten die Steinbacher in acht Spielen 16 Punkte, schlugen zuletzt sogar Tabellenführer TSV Leutenbach auf dessen Platz – während gleichzeitig Team II in Welzheim 0:4 unterging; die erste Saisonniederlage. Kein Beinbruch, denn der SV Steinbach II ist schon Meister. Und deshalb braucht er auch seine besten Torschützen Talha Ünal (28 Treffer), Taner Bakir (16 Treffer) und Wladimir Franz (5) nicht mehr. Die halfen Team I beim 2:0 in Leutenbach. Nicht deren erster Einsatz im A-I-Team nach dem 25. März (Der TSV Leutenbach spricht auf ihrer Homepage sogar davon, die "komplette Meistermannschaft aus der Kreisliga A II" als Gegner gehabt zu haben).

Die Meistertorjäger helfen  dem abstiegsgefährdeten Team

Bakir zum Beispiel steuerte sechs Treffer bei (alle gegen Höfen-Baach). So kann nun Steinbach I vom Ligaverbleib träumen, hat Welzheim dank des 4:0 den Relegationsplatz so gut wie sicher (Leidtragender ist der FC Oberrot als Dritter) und in der A I muss Leutenbach um Platz eins fürchten. Der Spielerwechsel scheint korrekt zu sein, zumindest gibt es keine gegenteilige Meldung. Beide Teams spielen schließlich auf  derselben Ebene (Kreisliga A). Ob das Verhalten aber auch fair ist, dazu hat die Konkurrenz durchaus andere Meinungen. Hier entscheidet ein Verein womöglich über Auf- und Abstieg in gleich zwei Ligen.

Die Steinbacher müssten zumindest nun nach dem Auftritt in Leutenbach mit derselben Mannschaft auch gegen den KTSV Hößlinswart antreten, um hier zumindest Chancengleichheit herzustellen.