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Jelics genialer Fuß - So lief das Topspiel der Woche

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Igor Jelics feines Gefühl im Fuß brachte die Waiblinger auf die Siegerstraße. © Gisbert Niederführ

Zu jedem Spielwochenende veröffentlichen wir unsere drei Topspiele - und tippen das Ergebnis. In der Nachbetrachtung gehen wir noch einmal darauf ein; und überprüfen, wie erfolgreich unsere Tipps waren.
 

Der FSV Waiblingen hat das ZVW-Topspiel der Woche am vergangenen Sonntag klar mit 4:1 gegen den SV Fellbach II gewonnen. Nach einer fulminanten ersten Halbzeit war das Bezirksliga-Derby bereits zur Pause zugunsten der Heimmannschaft entschieden - Zwischenstand: 4:0. Ein sehr gut aufgelegter Igor Jelic verwandelte gleich zwei Freistöße direkt.

Waiblingen spielfreudig, Jelic genial bei Standardsituationen

Dem FSV Waiblingen hat die spielfreie Zeit - drei Spieltage ohne eigene Partie - sichtlich gut getan. Vor 150 Zuschauern zeigte er zu Hause ein komplett anderes Gesicht als noch bei der Auswärtsniederlage in Steinach. Die Spielfreudigkeit der Waiblinger Offensive stellte die Fellbacher Defensive insbesondere in der ersten Halbzeit vor größere Probleme. Mit wenigen Ballkontakten und zielgerichtetem Vertikalspiel gelang es den Waiblingern häufig, gefährlich vors gegnerische Tor zu kommen. Besonders gefiel Stürmer Igor Jelic, der sich immer wieder ins Mittelfeld fallen ließ, und das Kurzpasszusammenspiel mit seinen Mitspielern suchte. Diese Bewegungen eröffneten seinem Sturmpartner, Marcel Zimmermann, einige Freiräume, die er mit Läufen in die Tiefe zu füllen wusste. Den Fellbachern gelang es oft nicht, diese Offensivaktionen ohne Foulspiel zu unterbinden. Dass daraus zwei direkt verwandelte Freistöße und ein Elfmetertreffer resultierten, demonstriert die individuelle Klasse der Waiblinger Stürmer. 

Abwechslungsreiche Anfangsphase

Bevor der FSV sein Offensivfeuerwerk startete, hätte er bereits mit 0:1 hinten liegen können, da die erste gute Aktion den Fellbachern gehörte. In der siebten Minute wurde Fellbachs Altin Gashi auf der linken Seite freigespielt. Bei seinem Abschluss fehlte allerdings ein guter Meter zum Torerfolg. Die Waiblinger brauchten ebenfalls nicht lange, um ins Spiel zu finden. Nach einer Doppelchance in der 14. und 16. Minute hätten sie in Führung gehen müssen. Jelic und Zimmermann vergaben jedoch jeweils etwas zu fahrlässig.

20 Minuten Offensivspektakel bescheren die frühe Entscheidung

Für die Waiblinger Offensive war das allerdings kein Grund die Köpfe hängen zu lassen. Ganz im Gegenteil: Es war viel eher der Startschuss für ein zwanzigminütiges Offensivspektakel. Den Anfang machte Igor Jelic in der 19. Minute. Aus einer nicht ganz einfachen Position für einen Freistoß gelang ihm der 1:0-Führungstreffer - Fellbachs Torspieler Benjamin Kögel blieb ohne Abwehrchance. Lediglich sechs Minuten später erhöhte Waiblingen auf 2:0 (25.). Marcel Zimmermann traf per Strafstoß. Dem Elfmeterpfiff war einer der hervorragenden Waiblinger Angriffe vorausgegangen: Jelic ließ sich ins Mittelfeld fallen und wurde vom starken Luca Keyerleber angespielt. Jelic drehte sofort auf und bediente den tieflaufenden Marcel Zimmermann mit einem Pass durch die Schnittstelle der Fellbacher Abwehrreihe. Zimmermann tauchte alleine vor Kögel auf und konnte nur noch mit einem Foul am Abschluss gehindert werden. Wenige Augenblicke später bekam der FSV zum wiederholten Male einen Freistoß in aussichtreicher Position zugesprochen. Wieder lief Jelic an, wieder traf er, allerdings noch schöner als zuvor bei seinem ersten Streich - 3:0 (27.). Bevor Fellbach in die Halbzeitpause entlassen wurde, setzte Allessandro Pini den Schlusspunkt ereignisreicher 45 Minuten und erhöhte auf 4:0 (37.). Dass Fellbach vor dem Tor zweimal den Ball hatte und ihn dann doch wieder hergab, hatte Symbolcharakter: Waiblingen wollte den Sieg einfach mehr.

Fellbacher beweisen Moral in der zweiten Halbzeit

Was der jungen Fellbacher Mannschaft zugutegehalten werden muss, ist die Moral, die sie nach dem Seitenwechsel bewies. Obwohl das Spiel bereits entschieden war, gaben die Gäste sich nicht auf und spielten weiterhin nach vorne. Belohnt wurde dieser Aufwand in der Nachspielzeit. Jonas Weinle wurde im Sechzehnmeterraum freigespielt und musste aus fünf Metern nur noch einschieben zum 4:1-Entstand (90.).

So sahen die Team-Chefs das Spiel

„Sehr happy“ präsentierte sich FSV-Trainer Giuseppe Catizone nach der Partie. Er sei sehr zufrieden mit dem Spiel seiner Mannschaft, insbesondere da man zuvor verloren habe und anschließend drei Spieltage nur zuschauen durfte: „Es war nicht einfach, die Spannung in den letzten zwei Wochen hochzuhalten. Gegen Fellbach ist es uns aber sehr gut gelungen, punktgenau da zu sein.“ Begünstig sah Catizone den Erfolg seiner Mannschaft durch das frühe Freistoßtor: „Igor hat uns in die richtige Richtung gebracht. Insgesamt waren wir aber über die gesamten 90 Minuten klar bestimmend und haben verdient vier Tore geschossen.“

Verim Kica, Trainer des SV Fellbach II, sah einen verdienten Sieger aus Waiblingen: „Waiblingen hat einen Sahnetag erwischt, wir dagegen einen wahrlich schlechten. Der Sieg für Waiblingen war natürlich verdient.“ Allerdings seien die Tore sehr unglücklich gefallen, so Kica: „Die Schiedsrichter-Entscheidung vor dem ersten Freistoßtreffer war sehr strittig. Vor dem Elfmeterpfiff profitierte der Waiblinger Stürmer von einem Stellungsfehler meiner Mannschaft.“

Waiblingen geht auf Tuchfühlung mit den vorderen Plätzen

Mit der starken Leistung gegen schwer bespielbare Fellbacher hat der FSV Waiblingen bewiesen, dass er das Potenzial hat, mit den Top-Mannschaften der Bezirksliga mitzumischen. Die schlechte Leistung in Steinach war womöglich nur ein Ausrutscher. Mit nur sechs Spielen bisher - darunter drei Siege - stehen die Waiblinger auf Platz sieben. Allerdings haben die weiter vorne platzierten Mannschaften bereits mindestens eine Partie mehr auf dem Konto. Sollte der FSV seine kommenden Partien ebenfalls gewinnen, könnte er ganz oben in der Tabelle mit dabei sein. Die Gegner sollten gewarnt sein: Foulspiele in Torraumnähe könnten fatale Folgen haben, sollte Jelic wiedermal einen genialen Tag erwischen.

Fellbach darf vorerst durchschnaufen

Der SV Fellbach bekommt erst einmal Gelegenheit zum Durchschnaufen. Am kommenden Spieltag ist er spielfrei. Die Gelegenheit für Verim Kica, um noch einmal etwas im taktischen Bereich einzustudieren: „Wir haben in den letzten Wochen zu viele Gegentore bekommen. Das werden wir uns anschauen.“ Die Notwendigkeit, seine Spielidee zu überdenken, sieht Kica allerdings nicht. Man wolle weiterhin offensiven Fußball spielen, denn „Angriff ist die beste Verteidigung“, betonte der Fellbacher Chef-Trainer. Trotz der deutlichen Niederlage steht der Fast-Absteiger aus der Vorsaison weiterhin gut da: Platz vier. Eigentlich Grund genug, um von mehr zu träumen, oder? Nicht für Kica: „Wir wollen weiterhin Punkten, ohne uns mit den ganz Großen messen zu wollen.“ Ihm sei es weiterhin am wichtigsten, nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben. Seine Mannschaft sei jung und solle in dieser Saison dazulernen: aus Siegen sowie gleichermaßen aus Niederlagen. „Nächste Saison können wir dann angreifen“, so Kica. 

Und wie erfolgreich waren unsere Tipps?

Kreisliga B I: SG AC Beinstein Italia/Azzuri Fellbach - TB Beinstein 4:4 - unser Tipp war 1:2

Bezirksliga: FSV Waiblingen - SV Fellbach II 4:1 - unser Tipp war 1:3.

Landesliga: TV Oeffingen - TSV Schornbach 5:0 - unser Tipp war: 2:2

Fazit: Hätten wir mal lieber auf die Heimmannschaften getippt.