Rems-Murr-Sport

Jens Mergenthaler: Leichtathlet auf dem Weg nach vorn

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Im Stadion in Winnenden bereitet sich Jens Mergenthaler auf künftige Erfolge vor. © Steinemann / ZVW

Jens Mergenthaler ist nicht nur eines der größten Lauftalente im Rems-Murr-Kreis, sondern auch ein sehr ungewöhnliches: Der 18-Jährige von der SV Winnenden ist auf den unterschiedlichsten Strecken stark, die Erfolge belegen das. So kann’s weitergehen. Doch sein Trainer Horst Wanek möchte nichts überstürzen. Mergenthaler soll behutsam aufgebaut werden.


Video: Lautraining mit Jens Mergenthaler

Der Nachwuchsläufer ist ein zurückhaltender Zeitgenosse. Das Reden überlässt er oft seinem Trainer, nickt, wenn er einverstanden ist und lächelt, wenn es um seine Erfolge geht. Es ist ein Duo, das sich versteht und vertraut. Seit viereinhalb Jahren arbeiten Jens Mergenthaler und Horst Wanek jetzt zusammen. Der hat zwar keine Trainerlizenz, macht das aber mit langjähriger Erfahrung wett. Wanek war schon Lauftrainer beim VfL Waiblingen, machte nach eigener Aussage einiges richtig, manches falsch, lernte daraus und verfeinerte seine Arbeit. Natürlich habe er auch Bücher gewälzt, sagt er. Doch nur mit Theorie wird niemand besser.

Jens Mergenthalers Trainingsprogramm mit sieben bis acht Laufeinheiten und einmal Schwimmen pro Woche sei anspruchsvoll, sagt Wanek. „Aber es darf nicht so extrem hart sein, dass die Motivation runtergeht.“ Deshalb müsse beispielsweise darauf geachtet werden, das Pensum auch mal herunterzufahren, wenn sich der Athlet nicht wohlfühlt. Ein Punkt, den Mergenthaler dick unterstreicht: „Die Absprache zwischen uns ist sehr wichtig. Wir stehen täglich in Kontakt und können deshalb gezielt reagieren.“ Das sei auch der Grund, warum er trotz seines Talents nicht am Kadertraining des Verbands teilnimmt. „Dort ist der große Nachteil, dass nach einem vorgegebenen Plan vorgegangen wird und das Training nicht individuell ist.“

Das Winnender Stadion bietet Mergenthaler hervorragende Bedingungen, mit Florian Schwender hat er einen guten Trainingspartner. Mergenthaler fühlt sich wohl, und das spornt ihn zu Topleistungen an. Egal, ob Mittel- oder Langstrecke, egal, ob auf der Bahn, auf der Straße oder im Gelände – Mergenthalers Bandbreite ist verblüffend.

Im vergangenen Jahr wurde er in der Altersklasse U 20 mit Vereinsrekord Baden-Württembergischer Straßenlaufmeister über zehn Kilometer. Bei den Landesmeisterschaften über 1500 Meter holte er Silber hinter Nicolai Christ (SG Schorndorf), der eigentlich noch in der U 18 startberechtigt war. Eine Niederlage, die Mergenthaler und seinen Trainer immer noch wurmt. Christ sei taktisch wesentlich besser gelaufen, sagt Wanek. Im Juni will Mergenthaler den Spieß umdrehen und sich selbst den Titel schnappen. Und dann bei den süddeutschen U-20-Meisterschaften möglichst eine Medaille gewinnen. Und im Juli vielleicht auch bei der DM ...

Bislang in diesem Jahr nur Bestzeiten und zwei Titel

In ausgezeichneter Form ist der Winnender schon mal. Das zeigen die Ergebnisse in der Altersklasse U 20. Wie angestrebt, gab’s bislang nur Bestzeiten. Und was für welche: Baden-Württembergischer Crossmeister über 6,2 Kilometer (18:08 Minuten), Baden-Württembergischer Langstreckenmeister über 5000 Meter (14:52,10 min.) Landesrekord im Halbmarathon (1:08:49 Stunden, hätte bei der U-23-DM zu Bronze gereicht), Straßen-Kreisrekord über zehn Kilometer (31:22 min.). Ganz besonders freute sich der 18-Jährige über den Sieg in seinem ersten internationalen Wettkampf. Beim Cross-Grand-Prix-Championat im belgischen Hannut gewann er über 6000 m.

Mergenthaler ist auf dem Weg nach vorn, keine Frage. Vielleicht werden bald noch mehr Rennen im Ausland hinzukommen, denn die sorgen für zusätzliche Wettkampfhärte. Dafür gilt es jedoch, den nächsten Karriereschritt zu machen. Wanek: „Bisher hat alles ohne Sponsor funktioniert. Jetzt kommen wir aber in einen Bereich, wo das nicht mehr geht. Wir sind auf der Suche.“ Wenn die etwas dauern sollte – egal. Mergenthaler wird sich nicht beirren lassen. Jedenfalls ist das Waneks Erfahrung: „Jens hat Nerven wie breite Nudeln.“

Studium und Sport

Als Leistungssportler ist es nicht einfach, Ausbildung, Training und Wettkämpfe unter einen Hut zu bekommen. Für Jens Mergenthaler anscheinend kein Problem: „Bisher funktioniert’s super.“ Er studiert Printmedien-Management an der Hochschule in Stuttgart.