Rems-Murr-Sport

Joachim Winkelhock lässt den Cliff-Calibra schreien

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13 Jahre nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn durfte der Korber Jockel Winkelhock nun beim AvD-Oldtimer-Grand-Prix auf dem Nürburgring einige schnelle Runden im legendären Cliff-Calibra drehen. © Opel-Classic
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Der Cliff-Calibra aus dem Jahr 1996. © Opel-Classic

Glücksmoment für Joachim „Jockel“ Winkelhock beim AvD-Oldtimer-Grand-Prix auf dem Nürburgring: In seiner Funktion als Opel-Markenbotschafter durfte der Korber 13 Jahre nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn nochmals mit einem 500 PS starken Opel-Renn-Tourenwagen auf die Strecke – und zwar dem legendären schwarzen „Cliff-Calibra“ von 1996.

Vor genau 20 Jahren hat exakt dieses Fahrzeug für Opel Motorsport-Geschichte geschrieben, als Manuel Reuter beim Finale der Internationalen Tourenwagen-Meisterschaft (ITC) in Brasilien den Titel des Tourenwagen-Weltmeisters nach Rüsselsheim holte.

„Mit diesem Calibra einmal selbst fahren zu dürfen, war schon sehr beeindruckend“, sagte Winkelhock nach etlichen schnellen Demo-Runden auf dem Grand-Prix-Kurs der Eifel-Rennstrecke. „Ein Fahrzeug aus dieser Generation bin ich noch nie gefahren“, erklärte der 55-Jährige. Die 500 PS hätten sich wie 750 PS angefühlt, so Winkelhock. „Ich war wirklich hin und weg, muss ich gestehen.“

Der reinrassige 2,5 Liter-V-6-Rennmotor hat eine Schaltdrehzahl von unglaublichen 12 000 Umdrehungen pro Minute. Dementsprechend ließ Winkelhock den Cliff-Calibra schreien. Während der 20-minütigen Fahrt genoss er jede Runde in vollen Zügen und gab richtig Gas. Winkelhock schaltete allerdings bereits bei 11 500 Umdrehungen, „denn ich wollte den Motor ja nicht ka-puttmachen“.

Technik wie auf Formel-1-Niveau

Tief beeindruckt war der Korber auch von den sonstigen technischen Feinheiten wie Allradantrieb, elektronischem Fahrwerk, Wippenschaltung und etlichen Assistenzsystemen, die das Fahren erleichtern. „Das war Technik auf absolutem Formel-1-Niveau – und das schon vor 20 Jahren, wirklich unglaublich“, war Jockel Winkelhock begeistert. Bereits nach ein, zwei Runden hatte Winkelhock Vertrauen zum Fahrzeug und fühlte sich im Cockpit sichtlich wohl: „Die ganzen Abläufe wie Schaltvorgänge oder auch die Ideallinie sind heute noch innerlich auf der Festplatte gespeichert und sofort abrufbar“, erklärte er. „Nur die Sitzposition war nicht optimal, denn Manuel Reuter ist einen halben Meter größer als ich“, lachte Winkelhock.

Solche Termine wie jetzt beim Oldtimer-Grand-Prix hat Winkelhock in seiner Funktion als Opel-Markenbotschafter öfter wahrzunehmen. „Ich habe dort das Jahr über ein schönes Programm, das sehr großen Spaß macht“, sagte Winkelhock, der seine aktive Laufbahn 2004 beendete. Seitdem ist er viel in Sachen Opel-Classic unterwegs und fungiert als Instruktor bei den OPC-Fahrtrainings auf der Nürburgring-Nordschleife.


Joachim „Jockel“ Winkelhock wurde am 24. Oktober 1960 in Waiblingen geboren. Er ist verheiratet und hat zwei Töchter.

Seine Motorsport-Karriere begann der jüngere Bruder von Manfred Winkelhock 1979 im Renault-5-Pokal, einer Tourenwagen-Meisterschaft.

Weiter ging’s in der Formel-Ford-Meisterschaft, Porsche-944-Cup, Formel 3, Formel 1, Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft, Britische Tourenwagen-Meisterschaft, Deutsche Supertourenwagen-Meisterschaft.

Zudem startete Winkelhock bei 24-Stunden-Rennen. 1990 und 1991 siegte er auf dem Nürburgring, 1995 in Spa und 1999 in Le Mans.