Rems-Murr-Sport

Keine Fußballspiele bis 31. März

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Auf Aktionen wie diese von Luca Triffo müssen die Fußballfans vorerst verzichten © Gisbert Niederführ

Das Corona-Virus beeinflusst nun auch den Amateurfußball. Der Fußball-Spielbetrieb innerhalb des Württembergischen Fußballverbands ruht bis einschließlich 31. März. Das hat der Verband bekanntgegeben. 

So schnell kann’s gehen. Am Donnerstagmorgen noch war Patrick Künzer, Vorsitzender des Fußballbezirks Rems-Murr, guten Mutes gewesen, dass der Spielbetrieb im Fußball trotz aller Corona-Probleme fortgeführt wird. Die Regelung, Spielabsagen zu erleichtern, wenn auch nur der leiseste Verdacht auf eine Ansteckung mit dem Virus vorliegt, habe sich bewährt. Allerdings sagt der Vorsitzende der Fußballbezirks Rems-Murr auch: „Die Lage kann sich stündlich ändern.“ Denn: „Die Gesundheit geht immer vor.“

Als Erster sagte Schleswig-Holstein alle Spiele ab

Am Donnerstagnachmittag war schließlich eingetreten, worüber Künzer Stunden zuvor nicht spekulieren wollte. Der Württembergische Fußballverband (WFV) sagte alle Fußballspiele bis einschließlich  31. März ab. Schon am  Morgen hatte der Verband in Schleswig-Holstein den Spielbetrieb in allen Spielklassen von der Oberliga abwärts bis zum 22. März eingestellt, auch die Handballer im Land unterbrechen den Spielbetrieb.

Obwohl die Tendenz dazu bereits am Vormittag abzusehen war, tat sich der WFV schwer mit der Entscheidung. Erst um 17 Uhr verschickte er die Meldung: „Angesichts der dynamischen Lageentwicklung bei der Verbreitung des Corona-Virus haben die Verantwortlichen des Württembergischen Fußballverbandes (WFV) heute entschieden, den Spielbetrieb ab sofort bis einschließlich 31. März 2020 komplett auszusetzen. Diese Regelung betrifft alle Ligen unterhalb der Oberligen Baden-Württemberg, und zwar in allen Altersklassen. Für die Spielklassen darüber entscheiden die jeweiligen Ligaträger.“ Zwei Spieltage der 3. Liga waren zuvor schon abgesagt worden.

Prüfen, ob der Betrieb wieder aufgenommen wird

Weiter heißt es in der Mitteilung: „Im Laufe des Tages haben vermehrt Ortspolizeibehörden Allgemeinverfügungen erlassen, die eine Aufrechterhaltung des Spielbetriebs zum aktuellen Zeitpunkt nicht mehr vertretbar erscheinen lassen. ,Wir wollen mit dieser Entscheidung auch unsere Vereinsvertreter und ehrenamtlichen Mitarbeiter entlasten und ihnen ein Stück weit die Verantwortung abnehmen‘,“ wird WFV-Hauptgeschäftsführer Frank Thumm zitiert. In den kommenden Wochen werde der Verband „die Entwicklungen intensiv beobachten und sorgfältig prüfen, inwieweit eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs in Einklang mit den Empfehlungen bzw. Vorgaben der maßgeblichen Behörden möglich ist“.

Verständnis bei den Rems-Murr-Vereinen

Bei den  Rems-Murr-Vereinen findet die Entscheidung Verständnis. „Ich hätte zwar gerne Fußball gesehen, aber die Absage ist wohl notwendig“, sagt Michael Grambitter, Fußballabteilungsleiter beim VfL Winterbach. „Es gibt wichtigere Dinge auf der Welt als Fußball.“

Ähnlich antwortet Marius Jurczyk, Spielertrainer beim TSV Schornbach „Das ist  eine gute Lösung, die Gesundheit geht vor.“

Simon Hieber, Abteilungsleiter beim TSV Schwaikheim, sieht es genauso. „Wir müssen aber auch schauen, wie wir den Trainingsbetrieb aufrechterhalten.“ Schon jetzt würden die Trinkflaschen der Spieler mit Namen versehen, damit niemand aus der Flasche eines anderen trinkt. Für die Bewirtung des Spiels am Freitagabend gegen Schornbach seien bereits Handschuhe für die Helfer vorgesehen gewesen.  

Wie geht's weiter?

„Ich glaube nicht, dass die Situation am 31. März eine andere sein wird“, sagt Hieber. Und Toni Guaggenti, Trainer beim SV Breuningsweiler, der den Stopp schon vor einer Woche vorausgesagt hatte, ist sogar sicher: „In zwei, drei Wochen wird’s erst richtig losgehen.“ Dann droht der Abbruch der kompletten Saison, neue Fragen stellen sich:  Gibt es dann keine Auf- und Absteiger? Wird im August einfach alles auf Null gestellt und wieder wie im Sommer 2019 begonnen, mit Ligen in derselben Zusammensetzung?  Bisher, so Patrick Künzer, sei darüber nicht gesprochen worden. Nun muss das dringend getan werden.


Auch Trainingsbetrieb eingestellt

Einzelne Vereine reagieren bereits auf die Einstellung des Spielbetriebs. So hat der SV Unterweissach entschieden, ab sofort auch den Trainingsbetrieb einzustellen. "Wir als Verein wollen mit dem Thema ernst und verantwortungsvoll umgehen, daher gibt es aus unserer Sicht keine Alternativen zu dieser Entscheidung", so Sportvorstand Ralf Noack.