Handball im Rems-Murr-Kreis

Kracher im DHB-Pokal: Zweitliga-Frauen des VfL Waiblingen gegen Erstliga-Vierten

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Nach der Pleite gegen FA Göppingen (beim Wurf Leonie Henkel gegen Torhüterin Anne Bocka und Pascale Wyder) können sich die Handballerinnen des VfL Waiblingen nun im Pokal Selbstbewusstsein zurückholen. © Ralph Steinemann

Der Einzug der Zweitliga-Handballerinnen ins Viertelfinale des DHB-Pokals ist für den VfL Waiblingen der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte. Am Sonntag, 30. Januar (16 Uhr), gibt’s in der heimischen Rundsporthalle den Kracher gegen den Thüringer HC. Der Erstliga-Tabellenvierte könnte coronabedingt geschwächt ins Spiel gehen. Davon aber geht VfL-Trainer Thomas Zeitz nicht aus: „Wir sind der klare Underdog.“

Haben die Waiblingerinnen trotzdem eine Chance, ins Final Four zu kommen? Viel wird darauf ankommen, ob sich das Team von der 24:31-Heimpleite zuletzt im Zweitliga-Spitzenspiel gegen FA Göppingen erholt hat.

Handballerinnen des VfL Waiblingen in der 2. Bundesliga nur noch auf Platz drei 

Der VfL, der dank überragender Auftritte über Monate Erster gewesen war, ist in der Tabelle der 2. Handball-Bundesliga auf den dritten Platz zurückgefallen. Vorne stehen nun Erstliga-Absteiger Göppingen und der seit Wochen ebenfalls immens starke HSV Solingen-Gräfrath, auf Platz vier lauern die Füchse Berlin. Der Kampf um Meisterschaft und Aufstieg wird zum Nervenspiel.

Der Druck ist den Waiblingerinnen, die noch nie einer solchen Situation steckten, anzumerken. „Wir sind seit Jahresbeginn in einem kleinen Tief“, räumt Trainer Zeitz ein.

Das Spiel beim punktlosen Tabellenletzten TV Aldekerk war nur mit großer Mühe gewonnen worden (33:31). Und nun im Derby gegen Göppingen, das Hinrundenspiel hatte der VfL sensationell mit 33:21 gewonnen, kam der VfL nie richtig in die Gänge. Auch die Mannschaft von Frisch Auf zeigte zwar viele Unsicherheiten. Doch Waiblingen war von Mitte der zweiten Hälfte an noch deutlich schwächer.

Schwächen im Überzahlspiel ziehen sich beim VfL durch ganze Saison

Schon vor der Pause hatte es aus Trainersicht einen Schlüsselmoment gegeben: „Wir haben mit drei Toren geführt und waren in Überzahl. Aber wir haben nichts draus gemacht.“ Die Schwächen im Überzahlspiel ziehen sich durch die gesamte Saison. Diesmal jedoch wirkten sie sich fatal aus.

Von der 47. Minute an stand der VfL kurzzeitig sogar mit zwei Akteurinnen mehr auf dem Feld. Er ließ beim Stand von 20:23 aber die Möglichkeit liegen, näher heranzukommen.

Danach rutschte den Waiblingerinnen das Herz in die Hose. Die technischen Fehler häuften sich noch, hinzu kam eine ganze Reihe an Fehlwürfen, darunter drei Siebenmeter. Was auch daran lag, dass die Göppingerin Anne Bocka in Hälfte zwei herausragend hielt und das Duell gegen die vor der Pause ebenfalls noch starke Celina Meißner sowie Svenja Wunsch klar gewann. Und vorne lief bei Göppingen die routinierte Michaela Hrbková (34) zu großer Form auf. Sie erzielte acht Treffer und setzte viermal Mitspielerinnen entscheidend in Szene.

Waiblinger Trainer Thomas Zeitz: "Team noch zu unerfahren"

„Es ist einfach alles zusammengekommen“, konstatiert Zeitz. Dass sein Team einbrach, wertet der Coach als Zeichen mangelnder Erfahrung. „Wir waren zu ängstlich. Nur Sinah Hagen hat sich noch gewehrt.“

Das weckte unangenehme Erinnerungen an die vergangene Saison, in der die Rückraum-Strategin zu oft alleingelassen worden war. Den Vergleich mit der aktuellen Runde hält Thomas Zeitz aber für falsch. Es sei schließlich 2021/22 das erste Mal gewesen, dass die Last allein auf Hagens Schulter gelegen habe.

Für möglich hält es der Coach jedoch, dass das Göppingen-Spiel seinem Team einen Knacks versetzt hat. „Man kann ja nicht in die Köpfe der Spielerinnen schauen.“ Wichtig sei es, schnell aus der Niederlage zu lernen und daraus positive Energie zu schöpfen. Die Mannschaft müsse damit umgehen, dass – anders als bei den Vereinsverantwortlichen – die Erwartungen im Waiblinger Umfeld nach der tollen Serie im Jahr 2021 sehr hoch sind.

Klare Außenseiterrolle im DHB-Pokal kann VfL Waiblingen helfen

Den Pokal-Kracher am Sonntag gegen den Thüringer HC sieht Zeitz als Chance, „einen Schritt nach vorne zu machen, was Einstellung und Mut angeht“. Helfen könnte, dass niemand einen Sieg von den Waiblingerinnen erwartet.

Vielleicht ist aber doch was drin. Den Erstliga-Vierten sieht Zeitz in der derzeitigen Verfassung als Wundertüte. Die Mannschaft hat im Jahr 2022 noch kein Spiel absolviert, weil über zehn Spielerinnen mit Corona infiziert waren. Reist der THC mit einer Rumpftruppe an?

Daran glaubt der VfL-Trainer nicht: „Ich gehe davon aus, dass Thüringen mit voller Combo spielt.“ Und die würde das Team auch bei Ermüdungserscheinungen einzelner Spielerinnen zum klaren Favoriten auf den Halbfinaleinzug machen.

In Waiblinger Rundsporthalle 400 Fans zugelassen

Bei Waiblingen gibt es zwei Ausfälle. Alina Ridder muss wegen einer Entzündung im Knie zwei Wochen pausieren. Kreisläuferin Margot Bergfeld ist gesperrt, weil sie im Pokal schon für Metzingen aktiv war.

Weil die Landesregierung die Corona-Regeln etwas gelockert hat, sind in der Rundsporthalle, es gilt 2G, mehr Fans zugelassen: 400 statt bislang rund 300.

Der Einzug der Zweitliga-Handballerinnen ins Viertelfinale des DHB-Pokals ist für den VfL Waiblingen der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte. Am Sonntag, 30. Januar (16 Uhr), gibt’s in der heimischen Rundsporthalle den Kracher gegen den Thüringer HC. Der Erstliga-Tabellenvierte könnte coronabedingt geschwächt ins Spiel gehen. Davon aber geht VfL-Trainer Thomas Zeitz nicht aus: „Wir sind der klare Underdog.“

Haben die Waiblingerinnen trotzdem eine Chance, ins Final Four zu kommen?

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