Fußball im Rems-Murr-Kreis

Kreisliga A1: Wer konkurriert mit dem SV Breuningsweiler II um den Titel?

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Gegen Suleiman Ceesay (vorne in Blau) und Emanuel Merino (hinten) vom FSV Weiler zum Stein sah Liganeuling SV Hertmannsweiler im Freundschaftsspiel der A-Ligisten gut aus und siegte mit 2:1. © Ralph Steinemann Pressefoto

In der letzten Saison spielten die SG Weinstadt und der SV Breuningsweiler in einer eigenen Liga: 20 Punkte hatten sie zum Schluss Vorsprung auf den Rest der Liga. Der SV Breuningsweiler steht dadurch automatisch auch in der neuen Saison wieder hoch im Kurs. Allerdings hat er einige Abgänge zu verkraften und muss sich damit erst einmal zurechtfinden. Womöglich bietet das für andere Teams die Chance, die Lücke zu schließen. In Frage dafür kommen die beiden Bezirksliga-Absteiger Weiler/Rems und Hößlinswart sowie die Rückrundendurchstarter der letzten Saison Schmiden, Urbach und Birkmannsweiler. Unterdessen könnte ein altbekannter Rückkehrer für die eine oder andere Überraschung sorgen.

Lediglich zwei Punkte haben dem SV Breuningsweiler II gefehlt, um als Meister in die Bezirksliga aufzusteigen. Da die SG Weinstadt eben diese zwei Punkte besser war, musste die zweite Mannschaft von Breuningsweiler in die Relegation, wo sie in der ersten Runde am späteren Bezirksliga-Aufsteiger TSV Rudersberg scheiterte. Gelingt ihr der Aufstieg nun im nächsten Anlauf? Die Konkurrenz ist sich sicher: Der Meistertitel geht nur über Breuningsweiler. Beim SV Breuningsweiler selbst allerdings zeigt man sich etwas verhaltener: „Das klare Ziel, aufzusteigen, haben wir uns nicht gesetzt“, erklärt der SV-Trainer Patrick Köllner. Der Grund für seine Zurückhaltung? Eine mittelschwere Zäsur im Kader. Insbesondere an Erfahrung musste das Team von Köllner im Sommer einiges einbüßen: „Sechs Spieler, die um die 30 sind und in den letzten Jahren ein zentraler Bestandteil unseres Teams waren, haben ihre Karriere beendet.“ Darunter auch Giovanni Costa, der in der letzten Saison immerhin 17 Tore erzielte. Noch erfolgreicher war sein jüngerer Sturmpartner Niko Bubak, der sogar 29-mal traf. Auf ihn allerdings muss Köllner auch auf unbestimmte Zeit verzichten. In der Saisonvorbereitung mit der Landesligamannschaft verletzte er sich. Zusammen erzielten die beiden Stürmer zuletzt fast 50 Tore. Tore, die dem SVB sicherlich fehlen werden. Sorgenfalten deswegen aber gibt es bei Köllner nicht: „In der Vorbereitung haben wir bereits gezeigt, dass das Toreschießen zukünftig auf mehreren Schultern verteilt werden kann. Wir sind im Kollektiv stärker geworden.“ Trotz einer bewusst langen Vorbereitung (sieben Wochen) benötigt das junge Team mehr Zeit, das personelle Vakuum zu füllen. Da zudem die SG Weinstadt als Meister aufgestiegen ist, erwartet Köllner eine ausgeglichene Liga, mit mehreren Teams, die oben mitspielen werden.

Wer sind die Favoriten?

Eines dieser Teams mit entsprechenden Ambitionen ist vermutlich der KTSV Hößlinswart. Nach vier Jahren Bezirksliga hat sich beim Berglener Verein personell einiges verändert. Unter anderem wechselte mit Tefik Akkar einer der absoluten Leistungsträger der letzten Jahre zu Türkspor Stuttgart. Kompensiert sollen die Abgänge vor allem von einem Block aus Spielern, der vom SV Remshalden kam. Der Prominenteste unter den Neuen ist Abwehrspieler Julian Levermann, der über viele Jahre eine feste Größe im Bezirksliga-Kader von Remshalden war.

Spannend wird auch sein, welche Rolle der zweite Absteiger, TV Weiler/Rems, spielen wird. Vom direkten Wiederaufstieg will TV-Trainer Dominique Wehrle aktuell nichts wissen. Zunächst einmal wolle er mit seinem Team „wieder konstanter werden“ - und das insbesondere in der Defensive: „Wir müssen weniger Gegentore kassieren.“ Für Wehrle die Grundvoraussetzung, um eine erfolgreiche Runde zu spielen. Personell veränderte sich nicht viel. Mit Ausnahme von David Nagler (jetzt SSV Steinach-Reichenbach) und Benedikt Koller (jetzt ASGi Schorndorf) kann Wehrle weiterhin auf den gesamten Bezirksliga-Kader zurückgreifen.

Neben Breuningsweiler zählt der TSV Schmiden für Wehrle zu den absoluten Favoriten in der Liga. Nach einer durchwachsenen Hinrunde wurde der TSV in der Rückrundentabelle hinter Weinstadt und Breuningsweiler Dritter. Ob das junge Team von Andreas Schanz daran anknüpfen kann?

Eine kaum minder erfolgreiche Rückrunde spielten der VfR Birkmannsweiler und der SC Urbach. Einen großen Anteil an der jüngsten Erfolgsserie des VfR hat der 20-jährige Meridon Samahodaj. Der aus der eigenen Jugend stammende Stürmer erzielte in seiner ersten vollständigen Saison bei den Aktiven direkt 19 Tore. Mit der dazugewonnenen Erfahrung dürfte die Konkurrenz befürchten, dass er in der neuen Saison noch erfolgreicher sein wird. Aber auch im Kollektiv scheint es beim VfR nach vielen durchwachsenen Jahren wieder stimmiger zu sein. Ähnliches gilt für den SC Urbach. Nachdem er in den letzten Jahren oftmals zum Favoritenkreis gezählt wurde, gelang es ihm nie, nachhaltig eine tragende Rolle zu spielen. Mit namhafter Verstärkung in der Offensive könnte dies nun anders sein: Mato Kelava kam vom Bezirksligisten VfL Winterbach.

Neben einem Liga-Neuling - der SV Allmersbach II wechselte von der A2 in die A1 - gehören fortan wieder zwei altbekannte Mannschaften der Liga an: POES Anagennisis Schorndorf und SV Hertmannsweiler. Nach etlichen Jahren in der Kreisliga B1 ist Claudio Claß, einer von vier Abteilungsleitern beim SV Hertmannsweiler, heute schon „heiß auf die Derbys mit Breuningsweiler und Birkmannsweiler.“ Nachdem der SV zuletzt als absoluter Favorit den Aufstieg in der Kreisliga B1 gemeistert hatte, erwartet Claß, dass sich sein Team nun umstellen muss: „Wir werden seltener auf tief stehende Mannschaften treffen und selber oft weniger Ballbesitz haben.“ Dass der SV damit allerdings gut zurechtkommt, bewies er in den letzten Jahren häufig im Pokalwettbewerb, als so mancher Bezirksligist seine Zähne an ihm ausbiss. Vielleicht ist Hertmannsweiler auch in der Liga für eine Überraschung gut?

In der letzten Saison spielten die SG Weinstadt und der SV Breuningsweiler in einer eigenen Liga: 20 Punkte hatten sie zum Schluss Vorsprung auf den Rest der Liga. Der SV Breuningsweiler steht dadurch automatisch auch in der neuen Saison wieder hoch im Kurs. Allerdings hat er einige Abgänge zu verkraften und muss sich damit erst einmal zurechtfinden. Womöglich bietet das für andere Teams die Chance, die Lücke zu schließen. In Frage dafür kommen die beiden Bezirksliga-Absteiger Weiler/Rems

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