Rems-Murr-Sport

Laufen für den Klassenverbleib

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Nicht allzu viel gelungen ist bisher dem VfL Winterbach, hier versucht Julian Beckler am Schwaikheimer Torwart Simon Hieber vorbeizukommen. Unter dem neuen Trainer Marwan Obeida soll nun der Weg aus der Abstiegszone gelingen. © Ramona Adolf

Vorletzter ist der VfL Winterbach in der Fußball-Bezirksliga. Die Kreisliga A droht. Der neue Trainer Marwan Obeida aber ist sicher, dass er das Team in der Liga halten wird. Er setzt auf Disziplin und Ordnung, Kampf- und Laufbereitschaft. Für die Spieler bedeutete das eine harte Vorbereitungszeit.

Konditionell sei die Mannschaft nicht auf dem optimalen Stand gewesen, sagt Obeida (44). Zumindest nicht auf dem, den er sich vorstellt. Seine Spieler müssten viel in Bewegung sein, ständig anspielbar. Vor allem von den Außenverteidigern verlangt er einiges. „Die müssen die Linie rauf und runter gehen.“

Zudem müsse das Spiel aus der Abwehr heraus breiter angelegt werden, mehr Spieler müssten sich nach vorne einschalten, damit es genügend Anspielstationen gibt und schließlich müsse das Umschaltspiel noch verbessert werden. Vor allem das nach hinten. „Bei Ballverlust schalten wir zu schnell ab.“

Im Vorbereitungsspiel beim Landesligisten TV Oeffingen hat Obeida eine typische Situation ausgemacht. „Wir vergeben das 1:0, ärgern uns noch darüber, im Gegenzug bekommen wir das 0:1.“

Gerade diese Situationen hat er in der Vorbereitung ausgiebig trainiert. Und er hat Spieler auf für sie ungewohnten Positionen getestet. „Ich variiere gerne“, sagt er. So fand sich beispielsweise Tobias Schlotz, sonst in der Abwehrzentrale gesetzt, auf der Sechser-Position im Mittelfeld wieder, sein Partner im Zentrum Lukas Preßler auf der linken Abwehrseite.

Schon das erste Spiel ist ein entscheidendes

Was Obeida auch noch fehlt: Die Spieler sind ihm zu leise. „Da müssen laute Kommandos kommen.“ Vor allem aus der Schaltzentrale im defensiven Mittelfeld.

Die Mannschaft aber setze seine Vorgaben schon recht gut um, der konditionelle Zustand sei nun sehr gut. Deshalb geht er zuversichtlich in die weiteren Rückrundenspiele. Das erste Spiel in Oberrot sei dabei ein besonders wichtiges. „Hinten in der Tabelle hängt alles eng beieinander.“ Mit einem Sieg beim FC könnte der VfL schon bis auf Platz elf klettern.

Zwar haben die Winterbacher mit Marek Zeich einen Angreifer verloren, mit dem landesliga-erfahrenen Mato Kelava aber einen dazugewonnen, der Zeich mehr als ersetze. „Ein sehr wichtiger Spieler“, sagt Obeida. „An dem werden wir noch viel Freude haben.“

Richtig freuen aber wird sich der Trainer wohl erst können, wenn sich auch die Torhütersituation verbessert. Die Nummer eins, Carlo Babo, ist seit langem verletzt, Marcel Stavrianos hat aus gesundheitlichen Gründen aufgehört. Nun allerdings kehrt Babo zurück und soll – neben der Effektivität im Abschluss – eines der Hauptprobleme im VfL-Spiel lösen. Obeida: „Ich brauche einen Torspieler, der uns auch mal ein Spiel gewinnt.“

Denn gewinnen muss der VfL, möglichst schon zum Auftakt. Der Weg dorthin wird in erster Linie über Kampf- und Laufbereitschaft führen, auch wenn Obeida seinem Team ein gutes spielerisches Potenzial bescheinigt. Im Abstiegskampf jedoch sind andere Tugenden gefragt.

Aber auf die hat Obeida seine Mannschaft in der Wintervorbereitung ja ausgiebig vorbereitet.