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Marcel Fehr gibt nicht auf

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Patrick Ereng (Kenia), Tadesse Abraham (Schweiz), Marcel Fehr beim Silvesterlauf in Zürich. © Sarah Utz

Nach dem Kader-Rauswurf beim Deutschen Leichtathletik-Verband gibt sich Spitzenläufer Marcel Fehr kämpferisch. Vom Deutschen Leichtathletikverband und vom Deutschen Olympischen Sportbund gibt es weiterhin keine Rückmeldung.

Für Marcel Fehr war es ein Schlag ins Gesicht. Obwohl der Mittel- und Langstreckenläufer der SG Schorndorf in der nationalen Rangliste über 3000 und 5000 Meter auf Rang zwei steht, ist er aus dem Bundeskader geflogen (wir haben berichtet). Die Folge: Ein Verlust an Fördergeldern, allein im kommenden Jahr sind es rund 14 000 Euro. Ein großer Verlust für den Studenten – aber kein Grund, aufzugeben. „Der Schock saß und sitzt natürlich tief“, gibt Fehr nach wie vor zu, „aber ich lasse mich nicht kleinkriegen und werde weiter kämpfen – sportlich, aber auch was die Sponsorensuche anbelangt.“

Dritter beim Silvesterlauf in Zürich

Dass Fehr nicht kleinzukriegen ist, hat er zuletzt beim Silvesterlauf in Zürich bewiesen. Beim sogenannten Elite-Ausscheidungsrennen wurde er Dritter, war bester Nicht-Afrikaner. „Von den 30 Startern wurden alle zwei Runden die Hinteren ausgesiebt und nur fünf Läufer durften am Ende im Ziel ankommen“, sagt Fehr. „Mit dem achten Platz wäre ich vor dem Rennen sehr zufrieden gewesen. Dass ich am Ende Dritter wurde, ist natürlich eine super Sache.“ Für seinen Trainer Uwe Schneider war es mehr als das: „Einfach unglaublich, wie Marcel das Ganze weggesteckt hat und eine Top-Leistung abruft. Hut ab.“

Sponsoren halten zu Fehr

Ebenso erfreulich ist, dass sich einige Sponsoren solidarisch gegenüber Fehr zeigen – und gerade jetzt weiterhin zu ihm halten. „Den Kaderrauswurf seitens des DLV haben wir mit großem Bedauern zur Kenntnis genommen“, sagt beispielsweise AOK-Marketing-Leiter Rainer Lyhr und versichert: „Wir stehen trotzdem uneingeschränkt hinter seiner Arbeit als Sportler und Referent der AOK.“ Ähnlich, so Schneider, habe Getränkehersteller Ensinger reagiert.

Neues Konzept der SG Schorndorf

Ralf Brügel, Leichtathletik-Abteilungsleiter der SG Schorndorf, sagt: „Ich habe in den vergangenen Tagen ein paar Nachrichten von Personen aus Schorndorf und Umgebung erhalten, die Marcel gerne unterstützen würden, um damit den hohen Ausfall durch die Fördergelder ein wenig zu kompensieren.“ Brügel hat sich deshalb ein spannendes Konzept überlegt, das per Mail unter Leichtathletik@SG-Schorndorf.de erreichbar ist: „Private Sponsoren haben die Möglichkeit, einen bestimmten Betrag an die SG Schorndorf zu spenden, für den es natürlich eine Spendenbescheinigung gibt.“ Das Ganze vor dem Hintergrund, dass Fehr damit eine bessere Saisonvorbereitung absolvieren und die Norm für die Europameisterschaften 2018 in Berlin im eigenen Land schaffen kann.

Sollte Fehr die Norm nicht schaffen (für 5000 Meter liegt diese bei 13:35 Minuten), besteht für die privaten Sponsoren die Möglichkeit, die Hälfte des Betrags wieder zurückzubekommen. Für Fehr selbst ist das allerdings kein Problem. „Ich bin erstens dankbar über jede finanzielle Unterstützung und zweitens bin ich mir ganz sicher, dass ich die EM-Norm erneut laufen kann. Mein Ziel ist die EM 2018 in Berlin – und dafür werde ich weiter hart arbeiten.“

Keine Rückmeldung vom Verband

Vom Deutschen Leichtathletikverband und vom Deutschen Olympischen Sportbund, so Uwe Schneider, gebe es weiterhin keine Rückmeldung. Schneider hatte von beiden Organisationen eine Erklärung für den Kaderrauswurf gefordert.