Fußball im Rems-Murr-Kreis

Marinic wird Trainer beim SV Fellbach

Mario Marinic (Backnang) zieht Patrick Krätschmer (am Boden) und G. Simion, beide Gmünd) davon // TSG Backnang gegen FC Normannia Gmünd 2:1
Das Oberliga-Trikot und die Fußballschuhe aus: Mario Marinic übernimmt künftig von der Seitenlinie die Regie. Und zwar beim Verbandsligisten SV Fellbach. © Alexander Becher

Dass der Torjäger und Trainer in Personalunion den Fußball-Oberligisten TSG Backnang im Juni verlässt, wurde Ende Februar bekannt. Nun verkündete der SV Fellbach für manch einen nicht ganz so überraschende Neuigkeiten: Der vom Sportlichen Leiter der TSG, Marc Erdmann, als Vereinslegende bezeichnet wurde, wird neuer Trainer des Fellbacher Verbandsligisten.

Als „Herzensangelegenheit“ bezeichnen die Verantwortlichen des SVF diese Neuverpflichtung. Sowohl in der Jugend als auch im aktiven Bereich trug Mario Marinic bereits viele Jahre das Trikot des SVF. Nach erfolgreichen Stationen unter anderem beim VfR Aalen und zuletzt bei der TSG wird der 37-jährige Kroate zur neuen Spielzeit Trainer der ersten Mannschaft des SV Fellbach.

Nachdem er seinen Weggang bei der TSG verkündet hatte, war zunächst offen, wie es um Marinics Fußballzukunft steht. Doch schon seit Wochen brodelt auf den Sportplätzen der Region die Gerüchteküche. Der SVF suchte nach einem Trainer, denn Ioannis Tsapakidis möchte sich wieder auf seine Aufgaben als Sportlicher Leiter konzentrieren. Zunächst hat es mehrere Anfragen gegeben, zwei Verbandsligisten und ein Oberligist haben Interesse bekundet. Entschieden hat sich der 37-Jährige nun für Fellbach.

Der Kontakt zum Verein ist bis heute nicht abgerissen, auch die Nähe zu seinem Zuhause, er wohnt in Beinstein, und seiner Arbeit, er leitet in Waiblingen eine Versicherungsagentur, sind Vorteile des Trainerjobs.

230 Tore in 300 Ober- und Verbandsligaspielen

In rund 300 Ober- und Verbandsligaspielen erzielte er über 230 Treffer. Mit dem VfR Aalen feierte er den Aufstieg in die 3. Liga und wurde WfV-Pokalsieger. Der Vater eines Sohnes wurde außerdem Torschützenkönig in der Verbandsliga, Landesliga und Bezirksliga. Erst im April 2021 startete Marinic seine Aufgabe als Trainer des Oberligisten, unterschrieb einen Dreijahresvertrag. Sein Co war kein Geringerer als Ex-Bundesligaspieler Julian Schieber.

Nach zehn Jahren als Spieler und Spielertrainer kam die Ansage des 37-Jährigen überraschend. „Die Entscheidung von Mario hat uns wie ein Blitz aus heiterem Himmel getroffen“, gesteht TSG-Vorstandssprecher Joachim Pfisterer. Immerhin hatte er einen Dreijahresvertrag als spielender Trainer unterschrieben und in der Vergangenheit feierte Marinic in seinen knapp zehn Jahren bei der TSG die Aufstiege von der Landes- und der Verbandsliga und kann mit dem momentanen Rang vier absolut zufrieden sein.

„Was Mario Marinic mit seinem Team in der bisherigen Runde geleistet hat, ist überragend. Den Spagat als Spieler und Cheftrainer in dieser Art und Weise zu bewältigen, verdient allergrößten Respekt“, lobt Pfisterer. In den 22 Spielen in dieser Saison machte der Mittelstürmer 16 Kisten, erst kürzlich gegen FC Astoria Walldorf gelang ihm ein Hattrick.

Ein neues Kapitel als Trainer in der Verbandsliga

Die TSG spielt so erfolgreich wie seit Jahrzehnten nicht und doch zieht es ihn fort: „Ich hatte hier zehn tolle und erfolgreiche Jahre. Und nachdem ich nach dieser Runde nun als Spieler aufhöre, ist das für mich der ideale Zeitpunkt, ein neues Kapitel aufzuschlagen.“

Ein neues Kapitel als Trainer. Ohne die Kickstiefel zu schnüren. Ein neues Kapitel in der Verbandsliga. Einer Klasse tiefer als jetzt. Und mit einer nicht ganz so sicheren Ausgangslage wie in Backnang. Während die TSG mit 45 Punkten nicht mehr über den Abstieg nachdenken muss, gestaltet sich die Situation in Fellbach brenzliger.

Die stehen momentan auf Rang 12, haben 31 Punkte gesammelt. Mitschuld an der eher mauen Punkteausbeute sind sicher auch Verletzungssorgen, die der SVF immer wieder einstecken musste. Gegen die Normannia Gmünd - die von einem weiteren Ex-TSGler trainiert werden, Zlatko Blaskic nämlich - kassierten sie neun Tore.

SV Fellbach soll wieder tragende Rolle in der Region spielen

„Den SV Fellbach habe ich nie aus den Augen verloren. Ich freue mich sehr auf meine neue Aufgabe. Der SVF hat herausragende Voraussetzungen mit einem professionellen Umfeld. Wir wollen die Mannschaft in den nächsten Jahren kontinuierlich weiterentwickeln und langfristig in der Region wieder eine tragende Rolle spielen“, sagt Marinic zu seiner neuen Aufgabe.

Nachdem er in der laufenden Runde noch als Spielertrainer bei der TSG Backnang aktiv ist, fokussiert er sich ab Sommer ganz auf die Trainerarbeit und unterschreibt nun einen Vertrag bis zum 30. Juni 2024.

Mathias Fischer, Fußball-Abteilungsleiter SV Fellbach: „Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit mit Mario. Er ist ein großartiger Fußballexperte, der uns mit seiner Philosophie vollumfänglich überzeugt hat. Ein großes Dankeschön gilt an dieser Stelle aber auch unserem Haupt- und Trikotsponsor, der wohninvest-Gruppe und ihrem Gesellschafter Harald Panzer, für die Unterstützung des SVF. Ohne diese wäre die Verpflichtung von Mario nicht möglich gewesen.“

Dass der Torjäger und Trainer in Personalunion den Fußball-Oberligisten TSG Backnang im Juni verlässt, wurde Ende Februar bekannt. Nun verkündete der SV Fellbach für manch einen nicht ganz so überraschende Neuigkeiten: Der vom Sportlichen Leiter der TSG, Marc Erdmann, als Vereinslegende bezeichnet wurde, wird neuer Trainer des Fellbacher Verbandsligisten.

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Als „Herzensangelegenheit“ bezeichnen die Verantwortlichen des SVF diese Neuverpflichtung. Sowohl in der Jugend als auch

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