Rems-Murr-Sport

Marvin Marino auf dem Weg zur Formel 1

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Marvin Marino zusammen mit Teamchef Manfred Loach in seinem neuen Renner. © Privat

Gestern noch 22 PS und 120 Stundenkilometer Höchstgeschwindigkeit, morgen 220 PS und 260 Stundenkilometer. Marvin Marino aus Waiblingen hat einen rasanten Weg hinter sich und einen noch rasanteren vor sich. 2017 warten 570 PS und 300 Stundenkilometer. Dabei ist Marino gerade mal 14 Jahre alt.

Marvin Marino über sein Einstieg in den Hochgeschwindigkeits-Rennsport

Allerdings nur noch ein paar Wochen, und ein Einstieg in den Hochgeschwindigkeits-Rennsport in diesem Alter, so Marinos Vater Anton, sei nicht ungewöhnlich. Dass der Weg vom Kart in die Formel Renault und – wenn alles gut läuft – sogar in die GP-2-Serie so schnell vorangeht, dagegen schon. Und möglich sei das auch nur in Österreich. Anton Marino: „Das System dort ist komplett anders.“

In Deutschland braucht es gute Beziehungen, um so weit zu kommen, und vor allem einen gut gefüllten Geldbeutel. In Österreich aber würden gute Nachwuchsfahrer gefördert, ja nicht einmal Geld müsse man selbst beisteuern.

Der Formel-1-Club Austria veranstaltet sogar Rennfahrer-Sichtungswettbewerbe, und wenn ihm ein Talent empfohlen wird, schaut er sich das an und testet es. So nahm auch die Geschichte von Marvin Marino ihren Anfang.

Nach dem Überschlag sofort wieder auf die Rennstrecke

2013 begann er mit dem Kart-Sport und fiel offenbar Ingo Gerstl auf. Der ist Scout beim Formel-1-Rennstall Toro Rosso, der zum Red-Bull-Imperium zählt. Anton Marino: „Ihm hat der Biss von Marvin gefallen.“ Beispielsweise als der in einem Kartrennen nach Unfall, Überschlag und Kart-Totalschaden seine Techniker so lange nervte, bis er im zweiten Lauf doch wieder starten konnte.

Dass Gerstl den Waiblinger dann aber bei Testfahrten in Salzburg gleich in einen GP-2-Renner setzen wollte, hat zwar dem Sohn gefallen, war Vater Marino aber doch zu viel. „Das Auto ist viel zu schnell.“ Lieber erst mal eine Nummer kleiner. Marvin hat auch das dankbar angenommen, flitzte mit Tempo 200 über die Rennstrecke. Mit 14 Jahren. Angst? „Nee.“

Er hat die Österreicher im Formel-Renault-Wagen offenbar überzeugt, vor allem Manfred Loach. Der GP-2-Pilot will als Fahrer kürzertreten und betreut jetzt ein kleines Rennteam. Dass Marvin Marino ihm beim Besuch Löcher in den Bauch gefragt hat und selbst gerne an Autos schraubt, habe ihm gefallen. Anton Marino: „Die meisten anderen setzen sich nur ins Auto und wollen fahren.“

Unterm Strich steht für den Waiblinger ein Zwei-Jahres-Vertrag. Marino soll zunächst fünf Rennen in der Formel Renault fahren, der fünfthöchsten Rennklasse. Danach rückt er hoch in die Formel 3. Und wenn alles gut geht, winken 2017 ein Vertrag bei Toro Rosso und Rennen in der GP2, der Rennklasse direkt unter der Formel 1.

Dass er die Klasse dazu hat, muss der Waiblinger nun beweisen.