Fußball im Rems-Murr-Kreis

Matthias Morys: „Ich fühle mich bei der SG Schorndorf so wohl wie noch nie“

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Ein Angreifer mit Ausstrahlung und Know-how: Matthias Morys bringt im Gespann mit Steven Lewerenz und Sokol Kacani der SG Schorndorf die Erfahrung - und die Tore. © Ralph Steinemann Pressefoto

RB Leipzig, VfR Aalen, Kickers Offenbach und nun SG Schorndorf. Im Winter 2022 kam der Angreifer zum Fußball-Bezirksligisten, obwohl er eigentlich seine Karriere für beendet erklärt hatte. Ein Mittagessen mit Kumpel und SG-Spielertrainer Sokol Kacani und eine Trainingseinheit änderten die Meinung des 35-Jährigen.

„Ich fühle das und lebe das mehr, als ich dachte“, beginnt Matthias Morys zu erzählen. Hätte ihm einer noch vor wenigen Jahren gesagt, dass er im Amateurfußball seinen Platz findet, er hätte es nicht geglaubt. „Ich wollte nach meiner Profi-Karriere nie unterklassig spielen“, erinnert er sich. Als er im Juli 2020 dann nach seinem zweiten Amtsantritt bei der SG Sonnenhof Großaspach seine Kickstiefel vermeintlich endgültig an den Nagel hing, hörte er aber nicht auf, Sport zu treiben. Ging ins Fitnessstudio, ging laufen. Im Winter 2022 klopfte dann die Aspacher SG erneut an. „Sie fragten mich, ob ich mir das vorstellen könnte. Aber auch ich hatte meine Vorstellungen, und die wurden nicht erfüllt.“

„Die Mannschaft ist mir ans Herz gewachsen“

Als sein Freund und ehemaliger Spielerkollege Sokol Kacani davon hörte, lud er Morys nach Schorndorf ein. Ein Training, und das Herz des Angreifers schlug höher. Er entdeckte den Spaß, der im Bezirksligafußball steckt, den Zusammenhalt in der Mannschaft, den freundschaftlichen Umgang im Team. „Mir hat es von Anfang an gut gefallen, ich war schnell Teil des Teams. Und heute fühle ich mich so wohl wie noch nie in meiner Fußballkarriere.“ Großes Lob, das der Großheppacher da verteilt. „Die Mannschaft ist mir ans Herz gewachsen.“

"Das ist eine geile Truppe"

Mit der SG Schorndorf geht Morys diese Saison voll auf Angriff: „Ich bin eh ein Freund davon, immer hohe Ziele zu haben. Und das Ziel ist ganz klar, immer das Maximale zu geben und am Ende Meister zu werden.“ Zu viel Ehrgeiz und Ambitionen für einen ehemaligen Profi mit reichlich Drittliga-Erfahrung? „Jeder bei uns will immer gewinnen. Wir haben einen besonderen Spirit bei uns in der Mannschaft und liefern selbst in jedem Training ein hohes Niveau ab. Es ist das Ziel von allen, erfolgreich zu sein.“ Seine Schorndorfer Kameraden nennt er eine „geile Truppe“, freut sich, wenn er sieht, wie viele nach dem Training noch bei einem Bierchen zusammensitzen. „Jeder, der meint, wir seien keine Einheit und man könnte uns so auf dem Platz auseinanderschrauben, der hat Pech.“

Die SG Schorndorf ist für die Konkurrenz ein großer Favorit

Unterschätzen werden die SG diese Saison die wenigsten Konkurrenten - schaut man sich die Namen der Neuzugänge an, kann einem da schon schwindelig werden. Marvin Zimmermann und Koray Yildiz kamen vom Verbandsligisten SV Fellbach. Steven Lewerenz von der SG Sonnenhof Großaspach. „Namen sind nicht alles“, weiß der Ex-Profi. Aber die Vorbereitung beweise, dass schon vieles gut läuft bei der SG und die Neuzugänge sich gut in die Mannschaft integriert haben. Die Freundschaftsspiele liefen zur Zufriedenheit des Angreifers, auch im Bezirkspokal ist die SG weiter am Drücker. „Den wollen wir ganz klar auch wieder gewinnen“, sagt Morys überzeugt.

"FSV Hollenbach wäre zu schlagen gewesen"

Nur mit der 1:3-Niederlage im WFV-Pokal gegen den FSV Hollenbach ist er nicht ganz zufrieden. „Wir haben lange geführt. Die erste Halbzeit war ein Spiel auf Augenhöhe. Zuschauer hätten nicht erkannt, wer hier Bezirksligist und wer Oberligist ist.“ Mit dem Ausgleich in der 74. Minute knickten die Schorndorfer dann aber ein. Zu früh sei das Spiel gekommen, nach nur einer Woche Vorbereitung, während Hollenbach kurz vor dem ersten Punktspiel stand. Zudem habe Steven Lewerenz gefehlt, der für mehr Erfahrung und Stabilität hätte sorgen können. Individuelle Fehler sorgten für das frühe Aus im Verbandspokal. Dort wollen die Schorndorfer nächstes Mal erfolgreicher sein.

Auch mit dem Ligaauftakt ist Morys zufrieden. Mit dem 5:2 gegen den Aufsteiger aus Rudersberg wurde ein Exempel statuiert und die Richtung vorgegeben. Das erste Tor gehörte - ganz klar - nur einem: Matthias Morys in der 16. Spielminute. Ein Steckerpass von Auron Selimi und der Schuss aufs leere Rudersberger Tor.

Am Sonntag geht's zum SV Unterweissach

„Wir sind besonders stark in der Offensive“, weiß Morys. In der Zusammenarbeit und den Abläufen ist das Team von Trainer Zoran Cutura schon gut zusammengewachsen. Auch wenn sich Morys und Lewerenz schon lange kennen, das erste Mal zusammen auf dem Platz stehen sie jetzt bei der SG. Und das ist für die Freunde die Kirsche auf der Sahnetorte. „Wir wohnen nicht weit voneinander entfernt, unsere Frauen sind befreundet, die Kinder im selben Alter.“ Und die beiden arbeiten beide als Spielerberater bei der Agentur ICM Stellar Sports, sind dort für den süddeutschen Raum zuständig. Was auch bedeutet, dass sie an Wochenenden oft unterwegs sein müssen. „Ich schaue, dass ich viele Spiele, vor allem der Jugend, am Samstag ansehe, und schaue, dass ich mir das alles so lege, dass ich am Sonntag auf dem Platz stehen kann.“

Diesen Sonntag, wenn die SG Schorndorf beim SV Unterweissach zu Gast ist, wird Morys nicht dabei sein können. Anpfiff der Partie ist um 15 Uhr.

RB Leipzig, VfR Aalen, Kickers Offenbach und nun SG Schorndorf. Im Winter 2022 kam der Angreifer zum Fußball-Bezirksligisten, obwohl er eigentlich seine Karriere für beendet erklärt hatte. Ein Mittagessen mit Kumpel und SG-Spielertrainer Sokol Kacani und eine Trainingseinheit änderten die Meinung des 35-Jährigen.

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„Ich fühle das und lebe das mehr, als ich dachte“, beginnt Matthias Morys zu erzählen. Hätte ihm einer noch vor wenigen Jahren gesagt, dass er im Amateurfußball

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