Motorsport Rems-Murr

Motocross-Spektakel am Wochenende in Rudersberg

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Im Jahr 2019 waren Christian Sieber (rechts) und sein Beifahrer Michael Klooz beim 59. Rudersberger Motocross am Start, beim Jubiläum am Wochenende feiern die beiden ihr Comeback auf ihrer Hausstrecke. © Ralph Steinemann Pressefoto

Die Motocross-Fans werden das kommende Wochenende herbeisehnen: Nach zwei Jahren Pause wird auf dem Gelände am Rettichkreisel wieder hochkarätiger Sport geboten. Der MSC Wieslauftal feiert seinen 70. Geburtstag und den 60. Rudersberger Motocross. Höhepunkt ist das Finale der Seitenwagen-Weltmeisterschaft, ein besonderes Bonbon für die Zuschauer wird das Race of Champions sein. „Die Vorbereitungen laufen hervorragend, viel besser als 2019“, sagt der MSC-Vorsitzende Axel Siegle. Für reichlich Lokalkolorit ist auch gesorgt – und Michael Klooz feiert sein überraschendes Comeback.

Große Vorfreude bei MSC-Chef Axel Siegle

Axel Siegle strahlt dieser Tage, die Vorfreude auf das besondere Event sei riesengroß. Alles funktioniere bis jetzt so, wie er sich das vorgestellt habe – und sogar noch ein bisschen besser. „Irgendetwas Unvorhergesehenes wird vermutlich noch kommen“, sagt er und lacht. „Doch das kriegen wir auch in den Griff.“ Hilfe gekommen ist in den vergangenen Tagen selbst von oben: Nach wochenlanger Trockenheit hat es endlich geregnet – ein Segen für die Streckenpräparierer. „Und für uns doppelt wichtig“, so Siegle. Ohne Regen hätte der MSC keine Erlaubnis für das große Feuerwerk am Freitagabend bekommen.

Ein Segen: Der Regen kommt rechtzeitig

Nach großen Schwierigkeiten beim Streckenaufbau zu Beginn flutscht es mittlerweile. „Wir mussten die Löcher für jeden Pfosten vorbohren – mit Hilfe von Akku-Schlagbohrern.“ Der Vorteil dieser Methode sei, dass die Pflöcke tiefer in den Boden gesetzt werden könnten und das Konstrukt damit wesentlich stabiler sei.

Einige Lokalmatadoren werden am Start sein. Vorneweg bei der Seitenwagen-WM Marcel Faustmann/Julian Zimmermann und die jungen Weinmann-Brüder bei ihrem ersten Grand Prix. 45 Nennungen gibt’s bei den Seitenwagen – und eine dicke Überraschung: Zwei Jahre ist es still gewesen um Michael Klooz, nun feiert der Welzheimer Beifahrer ein Comeback – und das auch noch im eigenen Wohnzimmer.

Wiedervereinigung Sieber/Klooz

2019 war Klooz zum letzten Mal so richtig unterwegs gewesen – dann kam Corona und damit verbundene ständige Ungewissheit. Im Jahr 2020 zerschlug sich zudem die Zusammenarbeit mit dem tschechischen Fahrer Lukas Cerny, in der darauffolgenden Saison pausierte Klooz. „Ich wollte einfach abwarten, was sich tut.“ Ein großes Risiko habe er nicht eingehen wollen. „Der Sport wird schließlich auch nicht billiger."

In dieser Saison hat Klooz hin und wieder ausgeholfen, wenn Not am Mann war. Beispielsweise Mitte August, als er in Gerstetten im DMSB-Pokal beim jungen Leon Hofmann im Boot saß. Die Hoffnung, beim Rudersberger Motocross an den Start zu gehen, hatte Klooz trotzdem mehr oder weniger aufgegeben – bis vor zwei Wochen doch noch eine Tür aufging. Der Alfdorfer Christian Sieber, mit dem Michael Klooz vor Corona unterwegs gewesen war, fragte an. Siebers aktueller Beifahrer Matthias Klunzinger fällt aus, also brauchte Sieber einen Ersatz – und erinnerte sich an den alten Weggefährten.

„Ich habe ihm gesagt, ich muss mir das noch überlegen“, sagt Klooz. Nicht nur, „weil es bei einem Weltmeisterschaftslauf schon zur Sache geht“ und er nicht gerade in Topform sei. Rund 1000 Euro brauchte das Gespann für die entsprechenden Lizenzen. Weil das sein Budget gesprengt hätte, fragte Klooz bei seinen Sponsoren an. Und tatsächlich kam die benötigte Summe zusammen – innerhalb von nur zwei Tagen.

Höhepunkt: WM-Finale der Seitenwagen

„Dann habe ich gesagt, okay, wir probieren’s.“ Nun freut sich Michael Klooz riesig auf das Rennen vor der Haustüre. „Natürlich wird das sehr schwer, die Qualifikation zu schaffen. Aber wir haben ja keinen Druck.“ Pech hatten Sieber/Klooz bei der Generalprobe: Beim vorletzten DM-Lauf am vergangenen Wochenende machte ein Ventil im Motor Ärger. „Nichts Großes, das kriegen wir bis zum Wochenende wieder hin.“

Mit 30 Gespannen ist auch das Starterfeld beim Race of Champions voll, bei dem ehemalige Seitenwagenfahrer aus den vergangenen 60 Jahren am Start sein werden – mit ihren Originalgespannen. Der MSC hat für jedes Team ein eigenes Plakat erstellt mit Daten und Erfolgen der jeweiligen Teams, zu sehen auf der Facebook-Seite.

„Ich bin teilweise sprachlos, wie gut alles angenommen wird und wie groß die Unterstützung ist – vom Verein, von den Mitgliedern, von Firmen und auch von externen Vereinen“, sagt Siegle. Gerade von den angrenzenden Gemeinden sei die Unterstützung immens, es gebe keine Störfeuer. Sportlich ist für Spannung gesorgt. Die FIM-Seitenwagen-Motocross-Meisterschaft wird in den beiden Läufen in Rudersberg entschieden. Kert Varik (Estland)/Lari Kunnas (Finnland) und Etienne Bax (Niederlande)/Ondrej Cermak (Tschechien) liegen fünf Punkte auseinander. Dahinter folgen weitere zwei Teams mit 20 Punkten Rückstand. Bei einem Ausfall des Führungsduos haben auch sie noch Chancen, vorne einzugreifen.

Stimmung auch abseits der Piste

Auf zwei Rädern unterwegs sind die Piloten am Sonntag bei der deutschen Junioren-Meisterschaft der 250-ccm-Klasse. „Auch da ist das Feld hochkarätig und international besetzt“, so Siegle. Besonders viele Starter sind am Samstag beim Baden-Württemberg-Pokal gemeldet – unter anderem mit den MSC-Fahrern Jan Osswald, Marco Pfeiffer, Moritz und Celina Schittenhelm.

Rundgehen wird’s auch abseits der Piste. Drei Tage Party gibt’s, Freitag und Samstag Livemusik und am Sonntag – nicht nur für die Besucher der Rennen – ein Weißwurstfrühstück.

Info

Infos rund um den Rudersberger Motocross, unter anderem mit den Starterlisten und dem genauen Zeitplan, gibt’s auf der Website: www.rudersberger-motocross.de oder auf Facebook.

Die Motocross-Fans werden das kommende Wochenende herbeisehnen: Nach zwei Jahren Pause wird auf dem Gelände am Rettichkreisel wieder hochkarätiger Sport geboten. Der MSC Wieslauftal feiert seinen 70. Geburtstag und den 60. Rudersberger Motocross. Höhepunkt ist das Finale der Seitenwagen-Weltmeisterschaft, ein besonderes Bonbon für die Zuschauer wird das Race of Champions sein. „Die Vorbereitungen laufen hervorragend, viel besser als 2019“, sagt der MSC-Vorsitzende Axel Siegle. Für reichlich

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