Leichtathletik Rems-Murr

Nach Knatsch: Läufer Jens Mergenthaler wird nicht mehr von Horst Wanek trainiert

Mergen
Trotz Trainerwechsels hält Jens Mergenthaler von der SV Winnenden an seinen Zielen fest. Bei der DM 2022 in Berlin will er seine Bronzemedaille über 3000 Meter Hindernis verteidigen. Mindestens. © Iris Hensel

Zwölf Jahre lang wurde Läufer Jens Mergenthaler von der SV Winnenden von Heimtrainer Horst Wanek gecoacht. Zusammen feierten sie große Erfolge etwa bei deutschen Meisterschaften. Nun aber ist die Partnerschaft wegen Knatschs auf sportlicher Ebene vorbei. Mergenthaler hat bereits einen neuen Trainer.

Schon länger gab es Gemunkel in der Leichtathletik-Szene, nun folgt die Bestätigung: Das Duo Mergenthaler/Wanek ist Geschichte. Bleiben werden die Erfolge.

Bronzemedaille für Jens Mergenthaler über 3000 Meter Hindernis bei der DM 2021 war Sensation

Im Jahr 2019 holte der Läufer bei den Aktiven DM-Bronze über 1500 Meter sowie bei der U 23 sowohl DM-Gold über 5000 Meter als auch über die Cross-Langstrecke. Hinzu kamen Silber über 1500 Meter und die Teilnahme an der U-23-EM. 2021 wurde Mergenthaler, als Neuling in dieser Disziplin, sensationell Dritter über 3000 Meter Hindernis bei den deutschen Freiluftmeisterschaften.

Warum nun also die Trennung? Die Beteiligten betonen, sie verstünden sich auf persönlicher Ebene nach wie vor gut. Dafür spricht, dass Mergenthaler, der in der Wintersaison nicht antrat, weiterhin in Winnenden mittrainiert. Sportlich allerdings knirschte es. Horst Wanek sagt: „Die Trainingsumfänge von Jens haben nicht meinen Vorstellungen entsprochen.“

Läufer Jens Mergenthaler und Trainer Horst Wanek von der SV Winnenden lagen sich „ein bisschen in den Haaren“

Mergenthaler zeigt sich verblüfft – offenbar gab es auch ein Kommunikationsproblem: „An den Umfängen kann es nicht liegen. Das hat mir Horst so auch nicht gesagt. Und in diesem Winter habe ich mehr trainiert als in den letzten Jahren.“ Vielmehr sei er sich mit dem Coach immer mal wieder „ein bisschen in den Haaren gelegen“. Nun sei die Trennung gemeinsam entschieden worden.

Zwar bleibt Jens Mergenthaler bei der SV Winnenden. Gecoacht wird er aber nun aus der Ferne von Jörg „Jack“ Müller (LG farbtex Nordschwarzwald). Er betreut unter anderem auch die Olympia-Teilnehmerin Elena Burkard, zweimalige Deutsche Cross-Meisterin und ehemalige Deutsche Meisterin über 3000 Meter Hindernis. Jens Mergenthaler erläutert die neue Trainingsarbeit so: „Jack stimmt sich mit Landestrainer Jens Boyde ab. Und der schaut vor Ort über die Pläne drüber.“

Jens Mergenthaler muss sich neuen Sponsor suchen

Während sportlich also schnell eine Lösung gefunden worden ist, hat der 24-jährige Maschinenbaustudent (FH) ein anderes Problem. Laut seiner Aussage hat ihm die Winnender Firma Kärcher den Werkstudentenvertrag, ein indirektes Sponsoring, gekündigt. Zu den Hintergründen äußert sich der Läufer nicht. Nun ist er auf Sponsorensuche.

Trotz dieser Belastung hält Jens Mergenthaler an seinen sportlichen Zielen für 2022 fest. Er fühlt sich gut in Form. Bei den deutschen Meisterschaften Ende Juni in Berlin „will ich meinen dritten Platz von 2021 über 3000 Meter Hindernis halten oder verbessern“. Zudem strebt der Athlet die Teilnahme an der Europameisterschaft im August in München an. Als Schlüssel sieht Jens Mergenthaler die Verbesserung seiner Hindernistechnik.

Auch die Hoffnung auf einen Start bei der Cross-EM im Herbst treibt den Läufer an. Er muss nun zeigen, dass er trotz Trainerwechsels noch zu den deutschen Spitzenathleten gehört. Zuletzt wurde er in Weinstadt Baden-Württembergischer Cross-Meister über 4,2 Kilometer. Ein guter Anfang.

Zwölf Jahre lang wurde Läufer Jens Mergenthaler von der SV Winnenden von Heimtrainer Horst Wanek gecoacht. Zusammen feierten sie große Erfolge etwa bei deutschen Meisterschaften. Nun aber ist die Partnerschaft wegen Knatschs auf sportlicher Ebene vorbei. Mergenthaler hat bereits einen neuen Trainer.

Schon länger gab es Gemunkel in der Leichtathletik-Szene, nun folgt die Bestätigung: Das Duo Mergenthaler/Wanek ist Geschichte. Bleiben werden die Erfolge.

Bronzemedaille für Jens

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