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Nach Rauswurf: Landesverbände unterstützen Fehr

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Die Verbände in Baden-Württemberg wollen den Verlust an Fördermitteln für Marcel Fehr so gut es geht abmildern. © Hans-Joachim Müller

Der Bundeskader-Rauswurf könnte Marcel Fehr in diesem Jahr bis zu 14 000 Euro an Fördergeldern kosten. So eine Lücke ist nicht annähernd zu stopfen, doch jetzt gibt es eine gute Nachricht für den zweitbesten deutschen Läufer über 5000 und 3000 Meter: Der Landesverband WLV hat die Unterstützung für Fehr ausgeweitet, weitere Fördermittel sind beantragt.

Kann er, nachdem er nicht mehr im Bundeskader ist, noch im Stuttgarter Olympiastützpunkt trainieren? Wie sieht es mit kostenfreier Physiotherapie aus? Das waren Fragen, die Fehr nach seinem Rausschmiss aus dem Kader des Deutschen Leichtathletik-Verbandes umtrieben. Jetzt gibt es Entwarnung: „Der Landesverband gibt mir mehr Unterstützung als bisher, das ist sehr positiv“, sagt der DM-Dritte über 1500 Meter und Team-Europameister von 2017. Fehr ist in den Landeskader gekommen und darf die Angebote des Stützpunkts weiter nutzen. „Zum Beispiel der Kraftraum dort ist für mich nicht ganz unwichtig.“ Zudem hat der WLV „einen kleinen Betrag“ fürs Verbandstrainingslager in Mannheim zugeschossen.

Eigentlich ist Fehr zu alt

Und es gibt eine weitere Hoffnung, Gelder an Land zu ziehen, wenn auch im überschaubaren Rahmen. Auf Rat unter anderem des WLV-Leistungssportdirektors Sven Rees hat Marcel Fehr einen Antrag auf Förderung bei der Stiftung Olympianachwuchs des Landesverbandes gestellt. Eigentlich ist das nur für Athleten der Altersklasse U 23 möglich, und der SG-Läufer ist schon 25. Der württembergische und badische Verband befürworteten aber, für Fehr eine Ausnahme zu machen, so Rees. „Wir glauben an den Jungen, es ist jetzt an ihm, wieder zurückzukommen.“ Das Motto laute „Leistung gegen Leistung“. Fehrs Ziel ist die Qualifikation für die EM in Berlin (7. bis 12. August). Rees: „Wir trauen ihm das zu. Gerade im Lauf haben Erfolgserlebnisse bei der EM eine absolut herausragende Bedeutung.“ Manche Athleten hätten so den Anschluss an die Weltspitze geschafft.

Fehr hat die Norm nicht erfüllt

Die auf die Leistungssportreform fußende Entscheidung von DLV und Deutschem Olympischen Sportbund, Fehr aus dem Bundeskader zu streichen, kritisiert Rees nicht. Schon im Jahr 2017 sei der Läufer „nur mit einer Wild Card“ Kadermitglied geblieben. Und nun habe er erneut die Norm (13:16 Minuten über 5000 Meter) nicht erfüllt. „Es gibt nicht nur eine Causa Fehr, da fallen schon einige Athleten durch den Rost. Wir machen Leistungssport.“ Das klinge zwar hart. „Entschieden wird aber nach bestem Wissen und Gewissen.“

Entscheidung im März

Fehr, der dem DLV vorgeworfen hatte, eben nicht nur nach der Norm zu gehen, sondern bei der Kaderzusammenstellung auch undurchsichtige Kriterien zugrunde zu legen, freut sich über das Engagement der Landesverbände. Entschieden über seinen Antrag bei der Stiftung Olympianachwuchs werde Mitte März. „Wenn das klappen würde, wäre das äußerst positiv für mich. Dafür wäre ich sehr dankbar.“

Lob vom Trainer

Trainer Uwe Schneider von der SG Schorndorf lobt ebenfalls den Einsatz der baden-württembergischen Leichtathletik-Funktionäre für Fehr: „Die Reaktion von unserem Landesverband auf Marcels Rauswurf war auch ungläubiges Erstaunen. Man versucht jetzt, ihn so gut wie möglich zu unterstützen. Das finde ich eine tolle Geste.“