Motorsport Rems-Murr

Nach zwei Jahren Corona-Pause: 60. Rudersberger Motocross kehrt zurück

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2019 rasten zum letzten Mal die Gespanne übers Motocross-Gelände des MSC Wieslauftal, hier Stuart Brown und sein Beifahrer Josh Chamberlain. Mitte September ist’s nun wieder so weit nach zweijähriger Corona-Pause. © Ralph Steinemann Pressefoto

Zwei Jahre haben die Motocross-Fans in die Röhre geschaut, pünktlich zum Doppeljubiläum wird’s nun vom 16. bis 18. September auf dem Gelände am Rettichkreisel wieder rundgehen. Der MSC Wieslauftal feiert seinen 70. Geburtstag und 60. Rudersberger Motocross – und die Macher haben ein interessantes buntes Programm mit einigen Neuerungen zusammengestellt, auf das sich die Besucher freuen können.

Wo ist Axel Siegle dieser Tage am besten zu erreichen? „An meinem Erstwohnsitz“, sagt der Vorsitzende des MSC Wieslauftal und lacht. Also auf dem Vereinsgelände. Wie immer in den Wochen vor einer Veranstaltung steht jede Menge Arbeit an. Und noch ein bisschen mehr, wenn es gleich doppelten Grund zum Feiern gibt wie in diesem Jahr.

Drei Absagen in vier Jahren

Über Jahrzehnte hinweg hatten sich die Motocross-Fans den fixen Termin im September frei gehalten, um dem Spektakel in Rudersberg beizuwohnen. In den vergangenen vier Jahren indes wurden sie nur einmal bedient – 2019. Im Jahr davor hatten fehlende finanzielle Rücklagen den MSC zur Absage gezwungen, 2020 und 2021 erledigte das Corona. Von Nachteil in diesem Fall ist, dass die Rudersberger Veranstaltung in der Regel am Ende des Rennjahres liegt. „Das eine oder andere Rennen davor, unter anderem in Holland, fand 2021 unter Auflagen statt“, sagt Siegle. „Im September waren die Auflagen aber wieder strenger.“

Knüppelharte Piste erschwert die Vorbereitungen

Theoretisch wäre auch das Rennen in Rudersberg möglich gewesen, das Risiko war dem MSC dann aber doch zu groß. „Aus planungstechnischen Gründen haben wir lieber darauf verzichtet – wie die meisten anderen Clubs übrigens auch.“

Die Zusage für 2022 erhielten die Rudersberger recht früh. Und Siegle ist guter Dinge, dass die Veranstaltung wie geplant über die Bühne gehen kann. „Ich hoffe, dass wir keine allzu großen Auflagen bekommen. Da müssen wir von Tag zu Tag abwarten, wie sich die Lage entwickelt.“

Etwas anderes treibt den MSC-Chef viel mehr um: die extrem trockene Strecke, die es zu präparieren gilt. Da bringen auch die paar Tropfen in den vergangenen Tagen wenig. „Wir kriegen kaum einen Pflock für die Streckenumrandung in den Boden und müssen vorbohren, die Strecke ist knüppelhart.“ Sollte es nicht mehr ausreichend regnen, stehen die Helfer vor einem grundsätzlichen Problem. „Wir müssen die Sprünge modellieren“, sagt Siegle. Die Langzeitwetterprognosen sorgen nicht eben für Entspannung. Es ist allerdings nicht das erste Mal, dass die Rudersberger mit derart schwierigen Verhältnissen fertigwerden müssen. Siegle erinnert sich an ein Rennen in den 1990er Jahren, als Staubbindemittel eingesetzt werden mussten.

Corona-Phase gut überstanden

Froh ist der MSC-Chef, dass der Club die akute Corona-Phase „ganz gut überstanden“ hat. „Als Outdoor- und Individualsportart haben wir unseren Sport die meiste Zeit betreiben können.“ Natürlich unter den gängigen Auflagen: Maske, Registrierung der Fahrer, Datenerfassung. „Der Arbeitsaufwand war schon immens, um den Trainingsbetrieb aufrechtzuerhalten.

Höhepunkt des Rennwochenendes ist das Finale der FIM-Seitenwagen-Motocross-Weltmeisterschaft. Gespanne aus über zehn Nationen werden am Start sein, darunter mit Marcel Faustmann ein Lokalmatador des MSC Wieslauftal. Bei der WM fuhr er zwar nicht, dafür liegt er bei der deutschen Meisterschaft auf Rang zwei. Faustmann wird fürs WM-Finale eine Tageslizenz lösen.

Für Spannung dürfte gesorgt sein, um den WM-Titel streiten sich Kert Varik/Lari Kunnas (Estland) und Etienne Bax/Ondrej Cermak (Niederlande/Tschechien). Der niederländische Ex-Weltmeister hatte zuletzt Pech, beim jüngsten Rennen musste er die Gesamtführung abgeben. Er fuhr zu schnell an einer Unfallstelle vorbei und wurde um zehn Plätze strafversetzt.

Interessantes Rahmenprogramm

Die Fans, die vom 16. bis 18. September aufs MSC-Gelände pilgern, müssen sich ein wenig umorientieren. Das – größere – Festzelt wird nicht auf dem Festplatz aufgebaut, sondern an der Stelle, wo bisher das Fahrerlager war. Das wiederum wird sich auf der linken Seite der Straße vom Rettichkreisel in Richtung Kallenberg befinden.

Im – sportlichen – Rahmenprogramm fahren am Samstag die Solo-Piloten um den baden-württembergischen Pokal der offenen Klasse, am Sonntag versprechen die Rennen der 250-ccm-Klasse um die deutsche Junioren-Meisterschaft Spannung.

Ein besonderes Schmankerl für die Nostalgie-Fans gibt’s am Samstag und Sonntag: Für das Race of Champions hat der MSC alle Ex-Weltmeister und nationalen Meister eingeladen, die mit ihren Originalgespannen fahren werden aus den vergangenen 60 Jahren Seitenwagen-Motocross. „Wer sich ein bisschen auskennt in der Szene, der wird in den Starterlisten fantastische Namen finden“, sagt Siegle.

Drei Tage Party

Straff ist auch das Programm abseits der Rennstrecke: Drei Tage Party gibt’s, Freitag und Samstag Livemusik und am Sonntag – nicht nur für die Besucher der Rennen – ein Weißwurstfrühstück.

Es ist also angerichtet für ein Spektakel, es fehlt nur noch das Publikum. „Wir sind sehr gespannt, wie die Veranstaltung angenommen wird“, sagt Axel Siegle – und ist optimistisch. Die meisten Motocross-Events in diesem Sommer seien sehr gut besucht gewesen. „Aichwald hat Rekordzahlen geschrieben“, so Siegle.

Allzu gerne würde es der MSC Wieslauftal diesbezüglich mit dem Nachbarn aufnehmen.

Info

Weitere Informationen gibt es auf der Website unter www.rudersberger-motocross.de

Zwei Jahre haben die Motocross-Fans in die Röhre geschaut, pünktlich zum Doppeljubiläum wird’s nun vom 16. bis 18. September auf dem Gelände am Rettichkreisel wieder rundgehen. Der MSC Wieslauftal feiert seinen 70. Geburtstag und 60. Rudersberger Motocross – und die Macher haben ein interessantes buntes Programm mit einigen Neuerungen zusammengestellt, auf das sich die Besucher freuen können.

Wo ist Axel Siegle dieser Tage am besten zu erreichen? „An meinem Erstwohnsitz“, sagt der

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