Fußball in Rems-Murr

Neue Corona-Verordnung: Perspektiven für den Amateurfußball

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Es gibt Hoffnung, dass bald wieder halbwegs normal trainiert werden darf. Foto: Privat

Angesichts sinkender Inzidenzen in vielen Stadt- und Landkreisen in Baden-Württemberg hat die Landesregierung ab sofort weitere Lockerungen der Corona-Verordnung beschlossen, die Perspektiven für den Amateurfußball bieten.

Für den Fußball, der vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport (MKJS) grundsätzlich als kontaktarmer Sport eingestuft wird (soweit auf ein Zweikampftraining und das statische Einüben von Standardsituationen verzichtet wird), ermöglicht die neue Verordnung die Aufnahme von Wettkämpfen mit Zuschauern von der ersten Öffnungsstufe an. Allerdings ist die Zahl der Sportlerinnen und Sportler noch auf 20 begrenzt. Von der zweiten Öffnungsstufe an entfällt die Teilnehmerbegrenzung, zudem sind im Freien bis zu 250 Zuschauer gestattet. In der dritten Öffnungsstufe, oder aber bei stabiler 7-Tage-Inzidenz unter 50, erhöht sich die maximale Zuschauerzahl im Freien auf 500 Personen.

Testpflicht ab sechs Jahren

Eine Testpflicht besteht in allen drei Öffnungsstufen nach wie vor für alle Personen ab sechs Jahren. Diese entfällt erst, wenn die 7-Tage-Inzidenz in einem Stadt- oder Landkreis stabil unter 35 liegt. Neu ist zudem, dass organisierter Vereinssport auch außerhalb von Sportanlagen und Sportstätten im Freien mit Gruppen von bis zu 20 Personen stattfinden darf.

Vergangenen Dienstag hatten sich die Fußballverbände aus Baden, Südbaden und Württemberg an die Landesregierung gewandt und Vereinfachungen der Regelungen in der Corona-Verordnung gefordert. Die angepasste Corona-Verordnung mit dem Wegfall der Testpflicht bei einer Inzidenz unter 35 ist laut WFV-Hauptgeschäftsführer Frank Thumm ein Schritt in die richtige Richtung. „Wir sind dankbar, dass die Landesregierung unser Anliegen ernst genommen hat und in der neuen Verordnung eine echte Perspektive für den Amateursport aufzeigt“, wird er in einer Pressemitteilung zitiert. Dem WFV sei bewusst, dass weiterhin Vorsicht geboten sei und Lockerungen nur mit niedrigen Inzidenzen und teilweise auch Testungen vertretbar seien. „Wir brauchen jedoch klare, verständliche und praktikable Regeln, um den regelmäßigen Trainingsbetrieb und auch Wettkämpfe unter bestimmten Umständen wieder zu ermöglichen.“

Schultestungen 60 Stunden gültig

Noch nicht abschließend geklärt sei, wie Kinder und Jugendliche Testungen für das Fußballtraining einsetzen könnten, die an der Schule durchgeführt werden. In der Corona-Verordnung Schule seien Vereinfachungen für die Anerkennung von Tests zu erwarten. Aktuell stehe fest, dass bestätigte Schultestungen 60 Stunden lang gültig seien. Allerdings brauche es auch Lösungen für den Fall, dass Schulen keine Testnachweise ausstellen, und für Kinder, die das Schulalter noch gar nicht erreicht haben. Insoweit seien die beschlossenen Lockerungen nicht ausreichend.

Für den Amateursport gelten ab sofort folgende Regelungen, die sich aus der neuen Corona-Verordnung des Landes ableiten:

• Bei einer Inzidenz von über 100 greift nach wie vor die Bundesnotbremse. Für unter 14-Jährige ist ein kontaktloses Training in Gruppen mit bis zu fünf Personen erlaubt. Während für die Sportler keine Testpflicht besteht, müssen die Trainer einen negativen Test vorweisen. Für alle Personen ab dem 14. Geburtstag sind die Sportstätten geschlossen.

• Öffnungsstufe 1 (7-Tage-Inzidenz muss fünf Werktage in Folge unter 100 liegen): Das Fußballtraining ist in Gruppen mit bis zu 20 Personen plus Trainer erlaubt. Alle Personen unterliegen einer Testpflicht. Der Spielbetrieb ist mit bis zu 20 Sportlern und 100 Zuschauern im Freien erlaubt.

Hoffnung auf Inzidenz unter 35

• Öffnungsstufe 2 (7-Tage-Inzidenz muss nach Inkrafttreten des ersten Öffnungsschrittes 14 Tage in Folge unter 100 liegen und eine sinkende Tendenz aufweisen): Die Gruppengröße erweitert sich auf eine Person pro 20 Quadratmeter, weiterhin besteht eine Testpflicht für alle Personen. Der Spielbetrieb ist ohne Teilnehmerbegrenzung und mit bis zu 250 Zuschauern im Freien möglich.

• Öffnungsstufe 3 (die 7-Tage-Inzidenz muss nach Inkrafttreten von Öffnungsschritt 2 weitere 14 Tage in Folge eine sinkende Tendenz aufweisen) oder Inzidenz unter 50: Die maximal zulässige Zuschauerzahl im Freien erhöht sich auf 500 Personen.

• Inzidenz unter 35: Die Testpflicht entfällt; die maximal zulässige Zuschauerzahl im Freien erhöht sich auf 750 Personen.