Rems-Murr-Sport

Noch acht Spiele bis zum Aufstieg?

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In Korb gab’s für die Remshaldener noch eine 3:5-Klatsche, im Rückspiel aber setzten sich Markus Kellermann (in Gelb) und Co gegen Fabian Dietz und Kollegen mit 4:1 durch und übernahm die Tabellenführung. © Jamuna Siehler

Platz eins in der Fußball-Bezirksliga, seit 15 Spielen ungeschlagen – die SV Remshalden muss sich allmählich mit dem Gedanken an die Landesliga auseinandersetzen. Trainer Matthias Veigele will über das Aufstiegsszenario eigentlich gar nicht sprechen – und kommt doch nicht drum herum.

Die Remshaldener waren als eines jener Teams gehandelt worden, die um die Meisterschaft mitspielen können. Nach einer starken Rückrunde 2014/15 wurde die Mannschaft mit Spielern, die Erfahrung aus höheren Ligen mitbringen, verstärkt. Das zahlte sich aus. Remshalden gewann zum Auftakt beim Topfavoriten TSV Schwaikheim und bezwang Mitfavorit TSV Nellmersbach, doch darauf folgten drei Spiele mit nur noch einem Punkt.

Den Durchhänger führt Veigele auf einige verletzte Spieler zurück. Als die wieder fit waren, startete die SVR durch. Seither leistete sie sich nur noch vier Unentschieden. Diese Konstanz brachte Veigeles Team an die Tabellenspitze. Allerdings: „Da waren auch einige enge Dinger dabei, da hatten wir Glück“, sagt er.

So sehr er sich jedoch bemüht, den Erfolg zu relativieren, er kommt nicht daran vorbei, seine Mannschaft zu loben. „Es ist unglaublich, wie viele Tore wir noch kurz vor Schluss machen.“ Zuletzt beim 3:2 in Sulzbach (87. Minute). Die Spieler sind offenbar fit. Das Team habe sich zudem in allen Bereichen weiterentwickelt: jeder Spieler individuell, einzelne Mannschaftsteile in ihrem Zusammenwirken, die Mannschaft als Ganzes und schließlich das komplette Umfeld. Veigele: „Von der Jugend bis zur AH ziehen alle an einem Strang. So stelle ich mir Vereinsarbeit vor.“

Der Trainer ist mittlerweile in der glücklichen Lage, dass der Ausfall von zwei, drei Spielern leicht kompensiert werden kann. Vom Saisonbeginn abgesehen hielten sich die Verletzungsprobleme in Veigeles Kader jedoch in Grenzen. Und so steht die SV Remshalden seit dem 16. Spieltag auf Platz eins, da wird der Aufstieg zwangsläufig zum Thema. „Wir beschäftigen uns schon damit“, räumt Veigele ein. „Aber ganz entspannt.“

Zumindest haben die Remshaldener Erfahrung mit dem Thema, wenn auch keine gute. Bei seinem ersten Remshalden-Engagement 2005 hat Veigele die Mannschaft in die Landesliga geführt – und ist postwendend wieder abgestiegen. „Damals haben wir uns nicht gut präsentiert“, sagt Veigele. „Aber wir haben daraus gelernt. Wir wissen, dass wir’s anders machen müssen.“ Jeder müsse mehr Einsatz bringen.

Auch wenn er lieber von Spiel zu Spiel denke (Veigele: „Ich weiß, fünf Euro ins Phrasenschwein“), in Remshalden gibt es auch ein – offiziell unausgesprochenes – Ziel, das noch weit voraus liegt. Acht Spiele, um genau zu sein. Darunter sind die Topspiele gegen Schornbach und am letzten Spieltag in Kaisersbach.

Vergleichsweise einfach dürfte es da am Sonntag gegen den Nachbarn VfL Winterbach werden. Die Brisanz früherer Jahre hat die Begegnung nicht mehr, doch: „Winterbach hat sich gefangen, wir sind gewarnt“, sagt Veigele.

Zwar wird voraussichtlich Torjäger Naoufel Jaouadi fehlen, Lionello Zaino ist angeschlagen, dennoch sind die Gastgeber klar favorisiert. In Sulzbach-Laufen hatte Veigele Oliver und Kai Mayerle zunächst auf der Bank gelassen („Weil sie in der Woche vorher nicht trainiert haben“), doch von deren Ersatz war Veigele enttäuscht. Die Winterbacher müssen also von Beginn an mit der stärksten Aufstellung rechnen – und einem Gegner, der zwar vom Aufstieg nicht sprechen will, ihn aber trotzdem im Blick hat.

SV Remshalden

Die SV Remshalden beendete die vergangene Spielzeit auf Platz vier. Aktuell führt sie die Bezirksliga mit drei Punkten vor dem TSV Schwaikheim an.

Zusammen mit dem TSV Schwaikheim ist die SVR die beste Rückrundenmannschaft (14 Punkte). Ein Punkt dahinter aber liegt schon der Gegner vom Sonntag, der VfL Winterbach.

Erfolgreichster Torschütze der Remshaldener ist Naoufel Jaouadi mit 14 Treffern. Markus Kellermann hat elfmal getroffen, Fabian Schrehardt zehnmal. Insgesamt traf die SVR 60-mal.