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Nullnummer im ZVW-Topspiel der Woche

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Giuseppe Catizone und der FSV Waiblingen mussten am Ende froh sein über das Unentschieden © Gisbert Niederführ

Zu jedem Spielwochenende veröffentlichen wir unsere drei Topspiele - und tippen das Ergebnis. In der Nachbetrachtung gehen wir noch einmal darauf ein; und überprüfen, wie erfolgreich unsere Tipps waren.

Im ZVW-Topspiel der Woche hat es keine Tore gegeben. Der FSV Waiblingen und der SV Unterweissach trennten sich im ersten Bezirksliga-Spitzenspiel der Rückrunde 0:0-Unentschieden. Im Rennen um die Aufstiegsplätze gab es keine allzu großen Veränderungen, auch weil FSV-Schlussmann Hinterkopf einen Elfmeter in der Nachspielzeit parierte.

Nachdem am vorletzten Wochenende nur zwei der vermeintlichen fünf Aufstiegsanwärter in der Bezirksliga (Platz eins bis fünf: Allmersbach, Waiblingen, Nellmersbach, Remshalden und Unterweissach) den Spielbetrieb aufnahmen, waren am vergangenen bereits alle fünf im Einsatz. Ein besonderes Augenmerk lag dabei auf dem direkten Duell zwischen dem FSV Waiblingen (2.) und dem SV Unterweissach (5.).

Kaum Highlights in der ersten Halbzeit

Ein torloses 0:0 ist oftmals ein klares Indiz dafür, dass es wenige Torchancen gab. So war es auch im ZVW-Topspiel der Woche in Waiblingen - zumindest bis zur Pause. In der ersten Halbzeit hatte der FSV mehr Spielanteile, was unter anderem daran lag, dass es den Gästen aus Unterweissach vorerst nicht gelang, ihr hervorragendes Kombinationsspiel aus der Vorrunde aufzuziehen. Die Waiblinger waren zwar besser im Spiel, konnten aber aus den Fehlern der Unterweissacher keinen Profit schlagen, da sie vor allem im letzten Drittel zu ungenau agierten. Einzig und allein ein Freistoß in aussichtsreicher Position für den FSV brachte den Puls der Gäste kurzzeitig in Wallung, aber auch der blieb letztendlich ungefährlich.

Marcel Hinterkopf sicherte Waiblingen einen Punkt

Nach dem Seitenwechsel stand eine andere Unterweissacher Mannschaft auf dem Platz als noch in der ersten Halbzeit. Es gelang ihr deutlich besser, den Ball in den eigenen Reihen laufen zu lassen und sich gefährliche Chancen herauszuspielen. Die wohl größte Tormöglichkeit aus dem Spiel heraus hatte der eingewechselte Denis Krug. Er scheiterte aber im Eins-gegen-eins am sehr gut aufgelegten FSV-Keeper, Marcel Hinterkopf.

Dieser rückte besonders in den Fokus, als dem SV Unterweissach in der 92. Minute ein Elfmeter zugesprochen wurde. SVU-Kapitän Mike Böhret trat an und hätte zum Matchwinner avancieren können, doch Hinterkopf ahnte die Ecke und parierte den ordentlich geschossenen Elfmeter stark. Die Waiblinger haben sich bei ihrem Torspieler zu bedanken, dass sie im Rennen um die Aufstiegsplätze nicht einen größeren Rückschlag haben hinnehmen müssen. Es blieb beim torlosen 0:0.

So sahen die Teamchefs das Spiel

Für Giuseppe Catizone, Trainer des FSV Waiblingen, geht das Ergebnis unter dem Strich "völlig in Ordnung", befand er am Abend nach dem Spiel - auch wenn seine Mannschaft in der zweiten Hälfte etwas Glück gehabt habe und sich vor allem bei Marcel Hinterkopf bedanken dürfe, der den Elfmeter in der Nachspielzeit "hervorragend gehalten" habe. Den Grund dafür, dass seine Mannschaft so wenige eigene Chancen kreierte, sah Catizone in der fehlenden Zielgenauigkeit im letzten Spielfelddrittel: "Wir haben bis kurz vor den Strafraum gut gespielt, der letzte Pass hat dann aber oft nicht gepasst."

Dass er mit dem Unentschieden trotzdem zufrieden ist, liege vor allem an den Voraussetzungen, unter welchen seine Mannschaft ins Spiel startete: "Acht Spieler haben uns gegen Unterweissach aus verschiedensten Gründen gefehlt." Trotzdem einen Punkt gegen "eine der stabilsten Mannschaften der Liga" gewonnen zu haben, sei daher ein achtbarer Erfolg, so Catizone.

Sein Namensvetter auf der anderen Seite, Giuseppe Iorfida, hatte ebenfalls vor Spielbeginn einen Ausfall zu beklagen. Sein Stürmer und bester Torschütze der Vorrunde, Tim Kaltenthaler, hatte sich zwar noch mit der Mannschaft warmgemacht, konnte dann aber verletzungsbedingt nicht eingesetzt werden. SVU-Coach Iorfida musste gezwungenermaßen umstellen: "Wir wollten eigentlich mit unserem bewährten Spielsystem (4-4-2) beginnen, stellten dann aber kurzfristig auf ein 4-2-3-1 um."

Insbesondere in der ersten Halbzeit hatte der SV Unterweissach seine Probleme mit der Systemänderung. Das sah auch Iorfida so: "In der ersten Halbzeit haben wir im Ballbesitz zu zaghaft und ängstlich gespielt." Mit der zweiten Hälfte dagegen sei er sehr zufrieden gewesen: "Das war eine super Halbzeit von uns. Ein Sieg wäre daher nicht unverdient gewesen." Dass Mike Böhret in der Nachspielzeit den "Lucky Punch" vergab, sei zwar schade gewesen" ,aber passiert im Fußball nun mal", tröstete Iorfida seinen Kapitän im Nachgang.

Unscharfes Bild an der Tabellenspitze

Während sich Waiblingen und Unterweissach gegenseitig die Punkte wegnahmen, haben die anderen drei Konkurrenten ihre Spiele erwartungsgemäß gewonnen. Der SV Allmersbach steht weiterhin an der Tabellenspitze und hat jetzt sogar schon sieben Punkte Vorsprung auf seinen ärgsten Verfolger, den TSV Nellmersbach, der am Wochenende Waiblingen überholte und somit den zweiten Platz ergatterte.

Auf den ersten Blick sieht es nach einem komfortablen Vorsprung für Allmersbach aus, doch der Schein trügt: Da alle Verfolger (bis auf Waiblingen) bisher mindestens ein Spiel weniger absolviert haben, ist das Tabellenbild aktuell nicht wirklich aussagekräftig. Giuseppe Iorfida stellte allerdings völlig richtig fest: "Um in den Top fünf zu bleiben und ganz vorne mitzuspielen, darf man sich nach der Winterpause keine Eingewöhnungszeit leisten."

Stimmt: Dafür ist es definitiv zu eng an der Tabellenspitze - es bleibt weiterhin spannend.

Und wie erfolgreich waren unsere Tipps?

Kreisliga A1: TV Weiler/Rems - SSV Steinach-Reichenbach II 3:2 - unser Tipp war: 5:1. 

Bezirksliga: FSV Waiblingen - SV Unterweissach 0:0 - unser Tipp war 2:1. 

Landesliga: TV Oeffingen - SV Kaisersbach 1:1 - unser Tipp war: 2:2.

Fazit: Ein ausgeglichenes Fußball-Wochenende.