Rems-Murr-Sport

Rems-Murr-Kreis: Blitz-Comeback von Rad-Profi Steimle nach Operation

Steimle
Fünfeinhalb Wochen nach seiner Schlüsselbein-Operation wird Jannik Steimle am Sonntag sein Comeback feiern. Der Schorndorfer hat sich während der Deutschland-Tour von den Quick-Step-Teamärzten checken lassen. „Die Kraftwerte passen“, sagt Steimle. © Wout Beel

Anfang August hat sich der Schorndorfer Rad-Profi Jannik Steimle vom Team Quick-Step Alpha Vinyl bei der Burgos-Rundfahrt in Spanien das Schlüsselbein gebrochen. Sieben Tage nach der Operation trainierte er wieder mit dem Rad, weitere viereinhalb Wochen später feiert der 26-Jährige sein Comeback – an diesem Sonntag beim Eintagesrennen Grand Prix de Fourmies in Frankreich. „Ich denke, ich bin wieder bei 90 Prozent“, sagt Steimle.

Die rechte Schulter von Jannik Steimle hat schon einiges ertragen müssen. Vor eineinhalb Jahren zog er sich bei einem Sturz in Belgien einen Schulterdach- und Schulterpfannenbruch sowie eine Schultereckgelenksprengung zu. Vor knapp sechs Wochen brach bei einem fürchterlichen Massensturz das rechte Schlüsselbein. In einer Operation wurde es mit einer Platte fixiert.

Alles klar nach einer Testfahrt

Eine lange Pause gönnte sich Steimle allerdings nicht. Nach einer Woche saß er wieder im Sattel. Die Ärzte hatten ihm grünes Licht gegeben – mehr oder weniger. „Sie sagten, der Knochen sei gefestigt“, so Steimle. Dennoch sei es eine persönliche Entscheidung des Fahrers, wann er wieder ins Training einsteige. „Der eine braucht mehr Zeit, der andere weniger.“

Steimle zählt zur zweiten Kategorie. Wobei das Risiko überschaubar gewesen sei, so der Schorndorfer. „Im Training passiert im Normalfall nichts, wenn man aufpasst und die Sache bewusst angeht.“ Bei einer kleinen Trainingsfahrt hat Steimle „getestet, ob es funktioniert“. Tat es, die durch Gullydeckel verursachten Schläge hatten keine Schmerzen in der Schulter ausgelöst.

Schieflage auf dem Rad

Das Problem sei eher die schiefe Position auf dem Rad gewesen, hervorgerufen durch die zweite Verletzung an der rechten Schulter. „Ich musste aufpassen, dass ich nicht in die Schonhaltung gehe auf dem Rad und dass die Schulter nicht zu sehr in Mitleidenschaft gezogen wird.“

In den ersten beiden Wochen sei’s „ein bisschen hart“ gewesen, sich wieder zurückzukämpfen. „Ich muss aber sagen, dass ich wenig Form verloren habe. Ich schätze, ich bin wieder bei 90 Prozent.“ Auch, weil er mächtig Dampf gemacht hat im Training. „In den vergangenen beiden Wochen hatte ich die größten Umfänge in diesem Jahr.“

In der Heimat trainiert

Angetrieben wurde Jannik Steimle von seinem großen Ehrgeiz. Er habe sich schwer damit getan, zu akzeptieren, dass die Saison für ihn bereits beendet sein soll. Er hatte auch daran zu knabbern, dass er die Europameisterschaft und Deutschlandtour verpasste. „Wenn ich jetzt nicht mehr richtig trainiert hätte, wäre ich im Oktober in die Saisonpause gegangen, ohne wirklich erschöpft zu sein.“ Dann sei der Wiedereinstieg umso schwieriger.

Trainiert hat Jannik Steimle in der Heimat. Das Wetter sei super gewesen, und die Trainingsbedingungen könnten besser kaum sein. Wegfahren hätte Steimle sowieso nicht können, weil er jede Woche seinen Arzt aufsuchen musste. Nicht wegen der Schulter, das zweite Andenken der Burgos-Rundfahrt verlangte Aufmerksamkeit: Das Hämatom an der Hüfte wurde mit Antibiotikumtabletten gefüllt. Außerdem wurden kleine Drainagen gelegt, damit das Blut abfließen konnte.

An diesem Sonntag dürfte Jannik Steimle die Schmerzen kaum spüren, brennt er doch auf sein Comeback. Zum Wiedereinstieg hat ihn sein Team für den Grand Prix de Fourmies gemeldet, ein kleineres Eintagesrennen etwa 100 Kilometer von Lille im Norden Frankreichs, nahe der belgischen Grenze. Von Dienstag bis Samstag fährt Steimle dann die Luxemburg-Rundfahrt, auf die er sich schon freut. „Das ist eine schöne Tour mit täglichen Klassiker-Etappen, einem Zeitfahren und nur einer Bergankunft."

Jannik Steimle ist optimistisch, dass er gute Ergebnisse mit ins Remstal bringen und seine gute Form unterstreichen wird. Vielleicht klappt’s auch noch mit seinem große Saisonziel, für die Weltmeisterschaften in Australien Ende des Monats nominiert zu werden.

Anfang August hat sich der Schorndorfer Rad-Profi Jannik Steimle vom Team Quick-Step Alpha Vinyl bei der Burgos-Rundfahrt in Spanien das Schlüsselbein gebrochen. Sieben Tage nach der Operation trainierte er wieder mit dem Rad, weitere viereinhalb Wochen später feiert der 26-Jährige sein Comeback – an diesem Sonntag beim Eintagesrennen Grand Prix de Fourmies in Frankreich. „Ich denke, ich bin wieder bei 90 Prozent“, sagt Steimle.

Die rechte Schulter von Jannik Steimle hat schon einiges

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