Rems-Murr-Sport

Rems-Murr-Stars freuen sich auf EM

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Keine Medaillenchancen, aber ambitionierte Ziele in Berlin (von links): Alina Kenzel, Hanna Klein und Marcel Fehr. © ZVW

Drei Rems-Murr-Starter bei einer Leichtathletik-EM der Aktiven: Das ist eine Premiere. Hanna Klein, Deutsche Meisterin über 5000 Meter, Alina Kenzel (VfL Waiblingen), Deutsche Vizemeisterin im Kugelstoßen, und Marcel Fehr (SG, 5000 Meter) feilen derzeit mit dem deutschen Team im olympischen Trainingszentrum in Kienbaum an den letzten Feinheiten.

Die Freude darüber, in der kommenden Woche im Berliner Olympiastadion antreten zu dürfen, ist groß. Doch die drei Topathleten haben sich für die Europameisterschaften mehr vorgenommen, als nur mit dabei zu sein. Zwar sind sie keine Medaillenkandidaten, wollen aber das heimische Publikum mit Topleistungen begeistern.

Neuland Europameisterschaft

Die erste Sportlerin aus dem Rems-Murr-Kreis, die beim Großereignis an den Start gehen wird, ist die jüngste: Alina Kenzel. Nur wenige Tage vor ihrem 21. Geburtstag am Freitag, 10. August, steigt die Deutsche Vizemeisterin in den Kugelstoßring. Für die Athletin des VfL Waiblingen ist die EM der Aktiven Neuland.

Von der gemeinsamen Vorbereitung des deutschen Teams in Kienbaum (Brandenburg) ist sie begeistert: „Es ist toll hier, das hätte ich gar nicht gedacht. Es ist ja das erste Mal, dass ich hier bin mit den ganzen Großen. Bisher ist alles entspannt und macht einfach nur Spaß.“ Die Qualifikation der Frauen (23 Starterinnen) findet am Dienstag, das Finale mit mindestens zwölf Teilnehmerinnen am Mittwoch statt. Kenzel möchte den Endkampf erreichen und mindestens 18 Meter weit stoßen. Und vielleicht sogar ihre persönliche Bestmarke von 18,21 Metern überbieten.

Allgemeine Zufriedenheit mit den Trainingsbedingungen

Anders als Kenzel hat Hanna Klein bereits Erfahrungen bei internationalen Aktiven-Meisterschaften gesammelt. Im vergangenen Jahr wurde die Läuferin der SG Schorndorf bei der WM mit einem famosen Auftritt Elfte über 1500 Meter. Nun tritt sie als Deutsche 5000-Meter-Meisterin in Berlin an. Allerdings wird die 25-Jährige die 1500 Meter in Angriff nehmen. 28 Starterinnen sind gemeldet, im Vorlauf am Freitag, 10. August, will Klein ins Finale der besten zwölf (Sonntag, 12. August) einziehen.

Auch Klein lobt die Bedingungen im weitläufigen, im Wald gelegenen Trainingszentrum in Kienbaum: „Es gibt schöne Laufstrecken und fast gar keinen Verkehr.“ Gleich zwei ohne Anfahrt zu erreichende Stadien stehen den Athleten zur Verfügung. Für die Vorbereitung ist der Ort ideal: „Nur Landschaft, essen, schlafen und laufen.“ Mit ihrem Freund und Teamkollegen Marcel Fehr (26) teilt sich die Urbacherin ein Zimmer. In dem gibt es auch eine Klimaanlage, ein Segen bei der Hitze.

Das Vertrauen rechtfertigen 

Allerdings müsse der Versuchung widerstanden werden, das Zimmer zu weit herunterzukühlen, sagt Fehr. Wer will vor einer EM schon eine Erkältung riskieren? Fehr wird am Samstag, 11. August, im Männer-Rennen über 5000 Meter versuchen, ein paar der insgesamt 31 Läufer hinter sich zu lassen und seinen Taktikfehler von der DM (Platz fünf) vergessen machen.

Für die Vorbereitung der SG-Athleten in Kienbaum ist ihr Heimtrainer Uwe Schneider zuständig. „Beide sind gut drauf und konzentriert“, sagt er. Außerdem freut er sich darüber, wie mit Marcel Fehr, der nicht mehr im Bundeskader ist, umgegangen wird. „Der Leitende Bundestrainer Lauf Thomas Dreißigacker kümmert sich ein bisschen verstärkt um ihn.“

Das zeigt dem Läufer, dass er wirklich zum deutschen Team gehört. Wie Klein und Kenzel will er das in ihn gesetzte Vertrauen in Berlin rechtfertigen.



Leichtathletik-EM in Berlin: Startzeiten

Das Kugelstoßen der Frauen mit Alina Kenzel beginnt am Dienstag, 7. August, um 10.10 Uhr (Quali) und am Mittwoch, 8. August, um 20.09 Uhr (Finale). Hanna Klein tritt über 1500 Meter an (Vorläufe am Freitag, 10. August, 12 Uhr; Finale am Sonntag, 12. August, 20 Uhr). Das Männer-Rennen über 5000 Meter mit Marcel Fehr startet am Samstag, 11. August, um 20.55 Uhr.

Im Fernsehen sind die EM-Wettkämpfe bei ARD und ZDF zu sehen.