Ringen im Rems-Murr-Kreis

Ringer des ASV Schorndorf verlieren Halbfinal-Hinkampf knapp

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Benjamin Sezgin (oben, hier im Achtelfinale gegen den Adelhausener Pascal Ruh), holte in Mainz gegen Josif Shabazyan mit einem Schultersieg wichtige Punkte für den ASV Schorndorf. © Ralph Steinemann Pressefoto

Wenn zwei der vier besten deutschen Mannschaften im Playoff-Halbfinale der Ringer-Bundesliga aufeinandertreffen, sind hochklassige, spannende Kämpfe programmiert. Der Halbfinal-Hinkampf des ASV Schorndorf beim ASV Mainz 88 hielt folglich auch alles, was er versprochen hatte. In dem bis zum letzten Kampf offenen Bundesliga-Duell unterlag der ASV knapp mit 11:14.

Der Abend begann mit einem 10:2-Sieg von Beka Bujiashvili gegen den Schorndorfer Engin Cetin – ein Ergebnis, das Headcoach Volker Hirt ein leichtes Grummeln entlockte: „Dass Engin das Nachsehen haben würde, war abzusehen. Aber ich hatte erwartet, dass er maximal zwei Punkte abgibt, aber keine drei.“

Krahmer macht zu wenig

Auch bei Jello Krahmer hatte Hirt eigentlich mehr als nur einen Mannschaftspunkt auf der Haben-Seite erwartet. Gegen den 30 Kilogramm leichteren Etka Sever erkämpfte sich das Schwergewicht in der ersten Halbzeit die 3:0-Führung. „Dann hat er aber in der zweiten Halbzeit zu wenig gemacht, um noch den einen Zähler zu holen, der einen zusätzlichen Mannschaftspunkt bedeutet hätte“, so Hirt.

Dafür war es einmal mehr Georgios Scarpello, dessen Auftritt den Headcoach ins Schwärmen brachte. Der 18-Jährige unterlag zwar gegen Elcin Ali, den Europameister von 2010 und 2012, mit 5:8, verlangte diesem aber alles ab. Hirt: „Das war ein richtig geiler Kampf und wir sind echt stolz, einen solchen top jungen Ringer im Team zu haben.“

Keine Chance für Mosebach

Ein besseres Ergebnis als erwartet lieferte Nico Brunner, der sich stilartfremd im Freistil gegen Wladimir Remel in den Dienst des Teams stellte und beim 2:14 nur drei Zähler abgab. Georgi Vangelov sorgte gegen Ashot Shabazyan zehn Sekunden vor Kampfende für einen Überlegenheitssieg und besiegelte damit den Pausenstand von 8:5 für die Gastgeber.

Zum Start in den zweiten Durchgang sah sich Karan Mosebach einem übermächtigen Kontrahenten gegenüber. Nach 3:34 Minuten musste er sich vorzeitig dem Vizeweltmeister Burhan Akbudak beugen. Hirt schnalzte mit der Zunge: „Vor Akbudak kann man nur den Hut ziehen. Er ist eine brutale Maschine und hat Karan nicht mal einen Hauch einer Chance gelassen. Ganz stark.“

Schultersieg von Sezgin

Im griechisch-römischen Stil hätte eigentlich Iuri Lomadze ringen sollen, dieser hatte aber nicht nach Deutschland kommen können, weshalb relativ kurzfristig Razvan Arnaut zum Einsatz kam. Dieser lieferte sich mit Ibro Cakovic einen offenen Schlagabtausch, den er nach einem Punktefestival mit 12:10 gewann. Beim Stand von 12:6 für Mainz sah es kurzzeitig nach einer deutlicheren ASV-Niederlage aus. Doch Benjamin Sezgin rückte mit einem Schultersieg gegen Josif Shabazyan nach eineinhalb Minuten die Verhältnisse wieder zurecht.

Beim Stand von 12:10 spitzte sich alles auf die letzten beiden Kämpfe in der Gewichtsklasse 75 Kilogramm zu. Im Freistil war Shamil Usteav gegen Alexander Semisorow mit 0:2 zurückgelegen, ehe er abgebrüht in den letzten 20 Sekunden noch zwei Zähler holte und beim 2:2 aufgrund der letzten Wertung auf 11:12 verkürzte. Nun hing alles an Ilie Cojocari, der gegen Ahmet Yilmaz sogar noch den Sieg für den ASV hätte holen können. Und tatsächlich lieferte er eine starke erste Kampfhälfte, in der er mit dem Pausengong eine Vierer-Wertung zum zwischenzeitlichen 5:5 erzielte. „In der zweiten Hälfte hätte er mehr auf Sicherheit ringen sollen“, so Hirt. „Aber er wollte zu viel und hat dann doch die zwei abgegeben.“ Cojocari unterlag mit 5:11 und der ASV Schorndorf muss nun am nächsten Samstag zu Hause einen Drei-Punkte-Rückstand aufholen. „Unser großes Plus ist, dass wir den Rückkampf vor eigenem Publikum ringen können“, so Hirt. Mit Unterstützung sei es möglich, Mainz mit vier oder mehr Punkten zu besiegen und ins Finale einzuziehen.

ASV Mainz 88 – ASV Schorndorf 14:11 (8:5). 57 kg FR: Bujiashvili – Cetin 10:2 PS (3:0). 130 kg GR: Sever –Krahmer 1:3 PS (3:1). 61 kg GR: Ali – Scarpello 8:5 PS (5:1). 98 kg FR: Remel – Brunner 14:2 PS (8:1). 66 kg FR: A. Shabazyan – Vangelov 0:15 TÜ (8:5). 86 kg GR: Akbudak – Mosebach 16:0 TÜ (12:5). 71 kg GR: Cakovic – Arnaut 10:12 PS (12:6). 80 kg FR: J. Shabazyan – Sezgin 0:4 SS (12:10). 75 kg FR: Semisorov – Ustaev 2:2 PS (12:11). 75 kg GR: Yilmaz – Cojocari 11:5 PS (14:11).

Wenn zwei der vier besten deutschen Mannschaften im Playoff-Halbfinale der Ringer-Bundesliga aufeinandertreffen, sind hochklassige, spannende Kämpfe programmiert. Der Halbfinal-Hinkampf des ASV Schorndorf beim ASV Mainz 88 hielt folglich auch alles, was er versprochen hatte. In dem bis zum letzten Kampf offenen Bundesliga-Duell unterlag der ASV knapp mit 11:14.

Der Abend begann mit einem 10:2-Sieg von Beka Bujiashvili gegen den Schorndorfer Engin Cetin – ein Ergebnis, das Headcoach

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