Rems-Murr-Sport

Risikoreicher Drei-Jahres-Plan geht auf

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Doppelmeister. Erste und Reservemannschaft des SV Plüderhausen. Hinten von links: Vorstand Michael Oesterle, Schiedsrichter Daniel Mende, Michael Kron, Steffen Barthel, Andreas Restifo, Ertan Hamurcu, Kai Hobbensiefken, Edwin Skwara, Orkun Dogan, Tim Meinhardt, Betreuer Michael Kolinger, Dragan Dipalo, Matthias Simroth, Jürgen Blessing, Betreuer Stefan Wahl, AH-Leiter Tobias Rube. Mitte: Nicola Montesanto, Rollande Tambe Mbi, Heiko Glaser, Manuel Kelch, Mario Schäfer, Nick Meinhardt, Vivian de Martino, Claudio Montesanto, Patrick Blessing, Kevin Skupch, Jankuba Jarju, Patrick Del Sorbo, Michael Baldauf, Marc Meinhardt, Istvan Levai, Trainer Duo Michael Bäuchle, Mimi Stergiou, Platzwart Thomas Meinhardt. Vorne kniend: Dennis Buzogan, Tobia Portolano, Trainer Michal Strecker, Dennis Schneider, Patrick Kokeisel, Ben Paschuld, Antonio Santisi, Massimo Cortese, Abteilungsleiter Andreas Bäuchle, Kenan Kogu, Felix Jegl. Vorne sitzend: Spielleiter Paolo Santisi, Christos Stergiou, Harun Sahin, Maurizio Konstantinidis. © Privat

Vor vier Jahren ist der SV Plüderhausen aus der Fußball-Kreisliga A abgestiegen. Vor drei Jahren übernahmen Michael Bäuchle und Mimi Stergiou die Mannschaft, mit klaren Vorstellungen und einem Drei-Jahres-Plan. Der ist nun aufgegangen, der SVP ist wieder in der Kreisliga A.

Es gibt Opfer, die schmerzen, müssen aber sein. So hat der SV Plüderhausen vor drei Jahren auf seine A-Jugend verzichtet, zumindest als Mannschaft im Ligenbetrieb. Gleich acht A-Jugendspieler des älteren Jahrgangs rückten nämlich 2013 auf in die Aktivenmannschaft. Dahinter steckte der Plan des neuen Trainerduos: Michael Bäuchle und Mimi Stergiou wollten den SVP innerhalb von drei Jahren wieder nach oben führen und das möglichst mit Spielern aus der eigenen Jugend. Oder wie es Michael Bäuchle ausdrückt: „Kompletter Neuaufbau mit A-Jugendlichen.“

Das war durchaus risikoreich. Die Plätze sieben und sechs sprangen in den ersten beiden Spielzeiten heraus. Die Motivation der Spieler sei von Anfang an top gewesen, sagt Michael Bäuchle, Rückschläge jedoch auch normal. Vor der Saison 2015/16 jedoch sei die Mannschaft so stabil gewesen, das eine vordere Platzierung angestrebt werden konnte. Gedacht hatten die Plüderhäuser allerdings an Platz zwei, da sie die SF Höfen-Baach als stärker eingeschätzt hatten. Bäuchle: „Dass wir nach der Vorrunde so souverän vorne stehen, haben wir nicht erwartet.“

Bis zum 17. April sah es sogar aus, als könne der SVP die Runde ohne eine Niederlage abschließen. Es folgte aber ein „kleiner Durchhänger“ mit zwei Niederlagen direkt hintereinander: 0:1 bei Anagennisis Schorndorf und 0:1 zu Hause gegen Höfen-Baach. Bäuchle: „13 Punkte Vorsprung, da hat man schon ein bisschen Lässigkeit gespürt.“ Die Trainer zogen im Training wieder an. Der SVP bekam schnell wieder die Kurve. Am 22. Mai in Hohenacker machte er sein Meisterstück – und die zweite Mannschaft in der Reserverunde gleich mit.

Und was war nun der ausschlaggebende Erfolgsfaktor? Womöglich dass die beiden Trainer die Spieler bereits seit der C-Jugend kennen – und trainieren. Hinzu kam das Glück, dass sich gleich fünf Flüchtlinge den Plüderhäuser Fußballern angeschlossen haben. Drei spielen in der zweiten Mannschaft, Rolland Tambe Mbi und Yankuba Jarju in der ersten. Wobei vor allem Jarju, der in Italien sogar schon höherklassig gespielt haben soll, wichtig war. Bäuchle: „Er hat unsere Abwehr stabilisiert.“ Durch die beiden konnten Verletzungsausfälle gut kompensiert werden, zum Beispiel jene von Torjäger Tobia Portolano, der in der Vorrunde nur dreimal eingesetzt werden konnte, es aber trotzdem auf 21 Treffer brachte.

Die Flüchtlinge taten der Mannschaft auch in andere Hinsicht gut. „Sie zu integrieren, hat die Mannschaft zusammengeschweißt“, sagt Bäuchle. Sie wurden zu Training und Spiel abgeholt, in Praktikumsstellen vermittelt und aktuell sind die Plüderhäuser auf der Suche nach Deutschkursen für die Mitspieler.

Ob sie aber in der kommenden Saison weiter für den SV Plüderhausen auflaufen können, ist unsicher. Niemand weiß, wie’s mit ihnen weitergeht. Was sonst beim SVP passiert, ist klarer. Andreas Bäuchle und Marc Meinhardt hören altershalber auf, zwei ehemalige Jugendspieler sollen zurückgeholt werden. Die Chancen dazu stehen nicht schlecht, schließlich ist vor dieser Spielzeit auch schon Orkun Dogan wieder zurückgekehrt, weil’s beim SVP vorwärtsgeht.

Ob sich das in der Kreisliga A fortsetzt, muss abgewartet werden. Eines aber steht fest: Der SVP kann endlich auch wieder eine A-Jugend anmelden.

Info

Der SV Plüderhausen spielt seit 2012 in der Kreisliga B. Zuvor war er von 2001 an kontinuierlich in der Kreisliga A.

Den Sprung in die Bezirksliga schaffte er 1991 und 1996. Beim ersten Mal unter Piotr Czaja. Der ehemalige polnische Nationaltorwart und Co-Trainer der Nationalmannschaft hatte den SVP von der Kreisliga B bis in die Bezirksliga geführt.