Handball im Rems-Murr-Kreis

Schöpft VfL Waiblingen aus tollem Auftritt im DHB-Pokal Kraft für 2. Bundesliga?

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Fast hätten sich Samira Brand und der VfL Waiblingen im DHB-Pokal gegen den Erstligisten Thüringer HC (von links Kerstin Kündig, Anika Niederwieser) durchgesetzt. Nun geht's zurück in den Zweitliga-Alltag. © Ralph Steinemann

Wer dem Erstliga-Vierten im DHB-Pokal nur ganz knapp unterliegt, braucht sich vor den Aufgaben in der 2. Bundesliga nicht zu fürchten. Das 26:27 der Handballerinnen des VfL Waiblingen gegen den Thüringer HC könnte einen Leistungsschub bewirken – wenn die Spielerinnen den Frust, das Halbfinale hauchdünn verpasst zu haben, schnell abschütteln. Ob das dem VfL gelingt, wird sich in Lintfort zeigen.

Handball, 2. Bundesliga: TuS Lintfort (10. Platz, 13:15 Punkte) – VfL Waiblingen (3. Platz, 25:5 Punkte; Samstag, 5. Februar, 17.30 Uhr). So nah dran waren die nimmermüden Waiblingerinnen an der Pokalsensation im Heimspiel gegen die Thüringerinnen. Die waren mit Ausnahme der Stammtorhüterinnen mit voller Kapelle angetreten. Erst ganz am Schluss wendete sich das Blatt zugunsten der Gäste. Beim Stand von 26:26 bekam der THC einen Siebenmeter zugesprochen, der zum Siegtreffer führte.

Auf Strafwurf zu entscheiden, sei in Ordnung gewesen, sagt VfL-Trainer Thomas Zeitz. Allerdings ärgert er sich, nicht insistiert zu haben, als die Schiedsrichter die Uhr während der Ausführung weiterlaufen ließen. „Hätte es Time-out gegeben, hätten wir noch Zeit für einen Angriff gehabt.“ Diese Chance wurde Waiblingen aber verwehrt. Die Enttäuschung nach der Schlusssirene war riesig. Zumal der VfL vor dem Siebenmeter gleich zweimal am Torgebälk gescheitert war.

Auch Handballszene begeistert vom Auftritt des VfL Waiblingen im DHB-Pokal

Schon einen Tag später überwog bei Zeitz aber der Stolz auf sein Team, das den turmhohen Favoriten das Fürchten gelehrt hatte. Mit 11:10 war der VfL zur Pause vorne gelegen. In Hälfte zwei holte er einen Zwei-Tore-Rückstand auf und ging wieder in Führung. Eine tolle Leistung. Das sah auch die Handballszene so. „Ich habe viele Nachrichten mit Gratulationen aus ganz Deutschland bekommen“, freut sich der Trainer.

Handballerisch sei es zwar nicht das beste Waiblinger Saisonspiel gewesen. Dafür habe das Team zu viele Chancen vergeben. „Aber die Einstellung war super. Die Mannschaft hat gekämpft und dagegengehalten und ist immer drangeblieben.“

In Sachen Aufstieg für Zweitligist VfL Waiblingen noch alles drin

Nun hofft Thomas Zeitz, dass die Spielerinnen aus dem Auftritt Motivation für die restliche Saison in der Liga schöpfen. Denn in Sachen Aufstieg und Meisterschaft ist trotz der 24:31-Heimpleite gegen FA Göppingen noch alles drin. Die Punktabstände in der Tabelle der 2. Bundesliga der Frauen sind winzig.

Zeitz ist gespannt, ob der Stachel der Pokalniederlage bei seinem Team noch tief sitzt. In der Trainingswoche hätten die Spielerinnen einen guten Eindruck hinterlassen. „Aber Training ist nun mal was anderes als ein Spiel.“

Genau zur rechten Zeit komme nun der nächste Gegner. Der VfL tritt beim TuS Lintfort an. In der vergangenen Saison verlor Waiblingen beide Partien. In der laufenden Runde sind die Nordrhein-Westfälinnen aber längst nicht mehr so stark. Das liegt nicht zuletzt am Abgang von Naina Klein, die zum Erstligisten Bayer 04 Leverkusen gewechselt ist.

VfL Waiblingen steht in Lintfort unter Siegdruck

In der Vorrunde setzte sich Waiblingen mit 28:25 durch. Überhaupt lief die Hinserie für Lintfort bescheiden. „Inzwischen hat sich die Mannschaft ein bisschen gefangen“, sagt Zeitz.

Ein Angstgegner ist aus ihr aber nicht geworden. Fertigwerden muss der VfL jedoch mit dem Druck, beim Zehnten gewinnen zu müssen. Punktverluste könnten sich fatal auf den Kampf um die Tabellenspitze auswirken. „Diese Situation wird uns in der Rückrunde noch des Öfteren begegnen. Solche Aufgaben müssen wir gut erledigen.“

Vor allem in heimischer Halle ist Lintfort laut Zeitz ein unangenehmer Gegner. Zu erwarten ist ein Kampfspiel. „Wir haben zwar handballerisch die besseren Optionen. Aber wir müssen den Kampf annehmen und vor allem körperlich präsent sein, um die zwei Punkte mitzunehmen“, fordert der Waiblinger Coach.

Diana Sabljak und Alina Ridder fallen beim VfL Waiblingen aus

Beim VfL voraussichtlich noch bis Dienstag, 15. Februar, ausfallen wird nach ihrem Bänderriss Diana Sabljak. Ebenfalls erst in zwei Wochen wieder einsatzfähig ist wohl Außenspielerin Alina Ridder. Sie laboriert nach wie vor an einer Knieentzündung.

Wer dem Erstliga-Vierten im DHB-Pokal nur ganz knapp unterliegt, braucht sich vor den Aufgaben in der 2. Bundesliga nicht zu fürchten. Das 26:27 der Handballerinnen des VfL Waiblingen gegen den Thüringer HC könnte einen Leistungsschub bewirken – wenn die Spielerinnen den Frust, das Halbfinale hauchdünn verpasst zu haben, schnell abschütteln. Ob das dem VfL gelingt, wird sich in Lintfort zeigen.

Handball, 2. Bundesliga: TuS Lintfort (10. Platz, 13:15 Punkte) – VfL Waiblingen

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