Rems-Murr-Sport

Sebi Vasiliadis - ein Rems-Murr-Spieler im Pokalduell mit dem HSV

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Sebastian Vasiliadis im Training beim © Gisbert Niederführ
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Sebastian "Sebi" Vasiliadis

Der SC Paderborn erwartet am Dienstag, 2. April, im Viertelfinale des DFB-Pokals den Hamburger SV. Im Team der Gastgeber steht Sebastian Vasiliadis aus Lippoldsweiler. Der 21-jährige Sebastian Vasiliadis hat seinen Traum Fußballprofi wahr gemacht und ist dabei stets auf dem Boden geblieben. Schon in seiner ersten Zweitligasaison ist er maßgeblich am Erfolg des SC Paderborn beteiligt und aus der Mannschaft kaum mehr wegzudenken. Und steht nun vor einem weiteren Erfolg im DFB-Pokal? Unser Mitarbeiter Maximilian Grau hat sich mit ihm über das Spiel und seine Fußballerkarriere unterhalten.

Sebi, werft ihr heute den HSV aus dem DFB-Pokal?

Das wäre krass, ehrlich. Aber Hamburg hat viel Qualität. Bei uns in Paderborn zu spielen, ist allerdings für jede Mannschaft unangenehm. Wir haben in dieser Saison zu Hause erst einmal verloren.

Wie gefällt es dir in Paderborn?

Ich bin hier gut aufgenommen und schnell ins Team integriert worden. Chef-Trainer Steffen Baumgart gibt der gesamten Mannschaft großes Vertrauen. Selbst wenn wir Fehler machen, baut er uns auf. Er lebt uns vor, dass wir alle nur Menschen sind. Wenn Einsatz, Wille und Laufbereitschaft stimmen, steht er immer hinter uns.

Größte Stärke? Die Vielseitigkeit

Wo siehst du deine eigenen Stärken?

Ich kann von allem etwas, aber von nichts so viel, dass ich sage, das ist meine Stärke (lacht). Meine größte Stärke ist wahrscheinlich, dass ich sehr vielseitig bin. Ich habe in meiner kurzen Karriere schon einige Positionen gespielt. In der Regel werde ich als defensiver Sechser aufgestellt, habe in dieser Saison aber auch schon öfters im Sturm gespielt.

Dein Marktwert ist auf 1,5 Millionen Euro gestiegen.

Die Zahl hat keine größere Bedeutung für mich. Aber irgendwie zeigt sie auch die Anerkennung für meine Leistungen.

1,5 Millionen wert? "Ich weiß, wo ich herkomme"

Droht man da nicht abzuheben?

Ich war nie in  einem Nachwuchsleistungszentrum und habe mich daher von ziemlich weit unten nach oben gekämpft. Daher weiß ich, wo ich herkomme. Es gibt Spieler, die haben noch viel mehr erreicht als ich.

Wie hast du dich gefühlt beim ersten Einsatz in der Liga: 50000 Zuschauer, 88. Minute gegen den 1. FC Köln und dir gelingt die Vorarbeit zum 4:3?

Das ist eine Geschichte, die  nur der Fußball schreibt. In diesem Moment ist auch etwas Last von meinen Schultern gefallen, weil ich bis dahin noch gar nicht zum Einsatz gekommen bin.

... und nur eine Woche später hast du gegen Magdeburg auch gleich dein erstes Tor erzielt.

Bis heute frage ich mich, wie ich den überhaupt reingemacht habe (lacht). Aber ich hätte gerne auf das Tor verzichtet, wenn wir stattdessen drei Punkte geholt hätten.

Zweifel beim VfR Aalen

Hattest du mal Zweifel, dass dir der Sprung in einen Profikader gelingen wird?

Ja, in der A-Jugend beim VfR Aalen, als Mitspieler bei den Profis mittrainieren durften, ich aber noch nicht. Ich habe mich aber nie unterkriegen lassen und weiter hart an mir gearbeitet. Letztendlich hat es doch geklappt, und der Wechsel nach Aalen war der vielleicht wichtigst Schritt. Der Verein hat mir große Entwicklungsmöglichkeiten gegeben. Als A-Jugendlicher durfte ich oft bei den Drittligaprofis mittrainieren und später sogar in der dritten Liga debütieren.

Hast du eine Empfehlung für andere, die den gleichen Traum haben?

Egal, wie es läuft, nie den Glauben an sich selber verlieren, nie Zweifel haben und immer komplett hinter seinen Entscheidungen stehen. In jedem Spiel und Training immer 100 Prozent geben.

Du hast deine Karriere im Rems-Murr-Kreis begonnen. Hast du noch Kontakte hierher?

Mein Vater trainiert den TSV Sechselberg [in der Kreisliga B II]. Wenn ich zu Hause bin, schaue ich dort hin und wieder vorbei. Zudem schaue ich wöchentlich nach den Ergebnissen in den Rems-Murr-Kreis-Ligen. Den Kontakt nach Hause verliere ich nie, ich bin ein bodenständiger Typ.

Fakten zu Sebi Vasiliadis

Sebastian Vasiliadis (21), genannt Sebi, begann seine fußballerische Laufbahn beim FC Viktoria Backnang, ehe er über die Stationen FSV Waiblingen, VfB Stuttgart und TSG Backnang beim VfR Aalen landete. Dort debütierte er im November 2015 als 18-Jähriger in der dritten Liga. 2018 wechselte er zum Zweitligisten SC Paderborn. Der Mittelfeldspieler spielt aktuell seine erste Zweitligasaison, bestritt bisher 20 Ligaspiele, hat drei Treffer erzielt und acht weitere aufgelegt. Wegen seiner guten Leistungen wurde sein Vertrag vorzeitig bis 2021 verlängert.
Der SC Paderborn 07 ist momentan Vierter der 2. Bundesliga und hat drei Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz (dritter Platz, Union Berlin). Zudem ist er noch im DFB-Pokal vertreten und empfängt am Dienstag (2. April) den Hamburger SV im Viertelfinale.
Unser Autor Maximilian Grau hat mit Vasiliadis zusammen in der B-Jugend der TSG Backnang gespielt.