Fußball im Rems-Murr-Kreis

SG Weinstadt ist Kreisliga-A-1-Meister: „Ein Erlebnis für die Ewigkeit“

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Nicolai Heyduk (in Weiß) und die SG Weinstadt haben es geschafft: Sie haben den Aufstieg in die Bezirksliga klargemacht. © Ralph Steinemann Pressefoto

Sie waren der „ewige Zweite“ der Kreisliga A 1 - bis sie am letzten Spieltag den bisherigen Tabellenführer SV Breuningsweiler II überholten und sich zum Meister kürten.

Der SG Weinstadt ist in dieser Saison eine Überraschung gelungen, mit der zu Beginn keiner gerechnet hatte. Das gibt Trainer Stefan Sonn offen zu: „Wir sind, glaube ich, die jüngste Mannschaft der Liga. Es gab andere Favoriten. Unser Ziel war es, nicht auf die Abstiegsränge zu kommen.“ Am Ende steht das Gegenteil von Abstieg, der direkte Aufstieg in die Bezirksliga nämlich. Denn für das Männerteam ging es 2019 in die Kreisliga B. Es folgte der Saisonabbruch, nach 16 Spielen stand die SG auf Rang sieben. Im Jahr darauf folgte der Aufstieg, und nun gibt’s erneut eine Meisterschaft zu feiern.

Das hat die Mannschaft nicht nur ihrer konstanten Leistung über die gesamte Saison zu verdanken - immerhin kommen auf 24 Siege nur drei Remis und drei Niederlagen. Sondern, was Sonn immer wieder betont, sind es der absolute Teamgedanke und Zusammenhalt, den die Mannschaft ausmacht. „Der Kern der Mannschaft spielt schon sehr lange zusammen“, erklärt der Trainer. Mit einigen davon stieg Sonn als damaliger A-Jugend-Trainer von der Bezirks- in die Landesstaffel auf. „Durch den Erfolg und die Gemeinschaft schon in der Jugend hat kaum einer das Team verlassen.“ Im Schnitt waren durch die Saison acht Spieler aus der eigenen Jugend Teil der Mannschaft. „Das findet man sonst fast nirgendwo“, ist sich Sonn sicher.

Charakter und Stärke

Der Teamgedanke war auch das, was die Mannschaft über Corona oder Verletzungsphasen hinweg half. „Wir haben gegen Ende der Saison vielleicht drei Spiele mit der gleichen Aufstellung gespielt. Sonst stand immer eine andere Mannschaft auf dem Feld.“ Der Trainer ist beeindruckt von seiner Elf, wie sie solche Dinge in ihren jungen Jahren mitgezogen hat. „Das zeigt Charakter und Stärke“, findet Sonn lobende Worte.

Jeder einzelne Spieler in der Mannschaft habe die Stärke, an sich und seine Mitspieler zu glauben und sich für sie einzusetzen. Das Ergebnis jahrelanger Arbeit. „Das in eine Mannschaft zu bringen, ist eine harte Nuss“, gibt der Trainer zu. „Es ist nicht immer einfach, einen gemeinsamen Konsens zu finden, dass sich jeder wohlfühlt und ein Team beibehält. Da braucht man als Trainer gute Nerven.“ Sonn bezeichnet sich als jenen Trainer, der die Marschroute vorgibt und das Team zusammenhält.

Knackpunkt: das Topspiel gegen SV Breuningsweiler II

Charakter und Stärke bewiesen die Weinstädter auch während der Spiele. Denn häufig lagen sie nicht in Führung, sondern haben ihre Spiele gedreht. So wie das richtungsweisende Duell gegen den SV Breuningsweiler II. „Das war der Knackpunkt.“ Breuningsweiler hätte ein Unentschieden gebraucht, um Meister zu werden. „Wir hatten es selber in der Hand“, beginnt sich Sonn an den Spieltag zu erinnern. „Wir wussten, wenn wir gewinnen, dann können wir es schaffen.“ Nachdem die SG ab der 62. Minute 0:1 hinten lag, drehte sie das Spiel und ging mit 2:1 als Sieger vom Platz. „Wichtig war nach der Breuningsweiler Führung, dass wir ruhig bleiben. Und das haben wir getan.“

Keine Nervosität

Nervös sei Sonn nie gewesen, der Trainer vertraut auf sein Team, auf das Können und die Einstellung. Auch wenn er in der Halbzeit seine Jungs daran erinnern muss, wie er erzählt: „Die erste Halbzeit gegen Remshalden war nicht gut. Aber ich wusste, dass wir irgendwann unser Tor machen. Da habe ich in der Halbzeit die treffenden Worte gefunden.“

Die SV Remshalden II, der letzte Gegner der Saison. Ein Autor hätte kein besseres Drehbuch für einen Fußballkrimi schreiben können. Dem SV Breuningsweiler II kam da nur noch die Zuschauerrolle zu. Die SG Weinstadt hatte ihr Schicksal selbst in der Hand. Ein Sieg und der Titel war ihr sicher. „Wir hatten, glaube ich, noch vier Spieler aus der ersten Elf, dazu zwei Kranke. Aber das hat mich auch nicht nervös gemacht. Die Motivationsansprache in der Kabine zeigte Wirkung: drei Treffer, dreimal Oliver Ehni und der Meistertitel."

Weinstadt nicht unter Druck

„Wir hatten vielleicht den Vorteil, dass der komplette Druck auf den Schultern von Breuningsweiler lag. Die wollten von Anfang an aufsteigen und haben das auch deutlich gemacht.“ Die Weinstädter selbst hätten sich nicht unter Druck gesetzt. „Wir haben Spiel um Spiel unsere Leistung abgerufen und wollten nie unbedingt den Aufstieg. Aber wir haben es so gut durchgezogen, dass wir Meister wurden.“

Als sich langsam herauskristallisierte, in welche Richtung es für die SG gehen könnte, wuchs in der Mannschaft die Nervosität. Er sei schon froh gewesen, als deutlich wurde, dass die SG Zweiter wird, als Schlechtbach, Urbach und Birkmannsweiler punktemäßig abgeschlagen waren. „Ich habe ihnen gesagt, es zählt, wer am letzten Spieltag oben steht und den Wimpel in der Hand hält. Sonst nichts.“

Hilfreich auf dem Weg nach oben: die hervorragende Defensive, die nur 26 Gegentreffer kassierte. Die eingespielte Abwehr aus Lukas Friedrich, Spielführer David Schuppert und Simon Schuppert tat die Vorarbeit, Torspieler Alican Erdem war das Tüpfelchen auf dem i. „Aber wir haben nicht durch Einzelaktionen überzeugt und da wenig zugelassen.“ Die Arbeit nach hinten war eine komplette Teamleistung.

Ausblick auf die kommende Bezirksliga-Saison

Doch kann die Mannschaft damit in der Bezirksliga bestehen? „Ganz ehrlich, die Bezirksliga nächstes Jahr ist die Champions League, mit Absteigern Schornbach, Schwaikheim und der SG Schorndorf, die aufrüstet, als gäbe es kein Morgen. Remshalden, Nellmersbach, Waiblingen sind gefährliche Mannschaften.“ Dann könnte es aufgrund der bevorstehenden Bezirksreform mehr Absteiger geben. „Das Spiel wird auf dem Platz entschieden und es gibt Mannschaften, die wir schlagen können.“ Er schiebt hinterher: „Je nach Tagesform auch alle.“

Deshalb muss mehr Erfahrung ins Team. „Alles andere wäre Harakiri.“ Mit Spielern ist Sonn schon im Gespräch, wichtig für den Trainer ist, dass der Charakter zur Mannschaft passt. Denn wenn es auf dem Platz nicht läuft, soll die Dynamik im Team stimmen. „Es wird ein anderes Spiel für uns. Wir spielen nicht mehr nur vorne mit.“ Verstecken will sich die SG Weinstadt aber nicht, sondern selbstbewusst in der Liga an den Start gehen.

Doch erst einmal bleibt das Siegesgefühl, die Meisterschaft, der direkte Aufstieg. „Das haben sie sich verdient“, lobt der Trainer. „Dieses ergreifende Gefühl kann einem keiner nehmen. Eine Meisterschaft ist ein Erlebnis für die Ewigkeit.“

Sie waren der „ewige Zweite“ der Kreisliga A 1 - bis sie am letzten Spieltag den bisherigen Tabellenführer SV Breuningsweiler II überholten und sich zum Meister kürten.

Der SG Weinstadt ist in dieser Saison eine Überraschung gelungen, mit der zu Beginn keiner gerechnet hatte. Das gibt Trainer Stefan Sonn offen zu: „Wir sind, glaube ich, die jüngste Mannschaft der Liga. Es gab andere Favoriten. Unser Ziel war es, nicht auf die Abstiegsränge zu kommen.“ Am Ende steht das Gegenteil von

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