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Souveräner Erfolg im dritten Anlauf

Eine Mannschaft im Ausnahmezustand: Der FSV Waiblingen ist Meister der Fußball-Kreisliga A I._0
Eine Mannschaft im Ausnahmezustand: Der FSV Waiblingen ist Meister der Fußball-Kreisliga A I. © Danny Galm

Nur an zwei von bisher 23 Spieltagen stand der FSV Waiblingen in der Fußball-Kreisliga A I nicht auf Platz eins, war lediglich Zweiter. Souveräner kann man kaum Meister werden, drei Spieltage vor Saisonschluss machte der FSV den Aufstieg perfekt.

Erfolgreich waren die Waiblinger auch in den beiden zurückliegenden Spielzeiten gewesen. Sie erreichten Platz zwei und damit die Aufstiegsrelegationsrunde, die allerdings schlecht endete und die Waiblinger hart traf. Entsprechend groß ist jetzt die Erleichterung, dass der Umweg nicht nötig ist.

Der FSV war als einer der Favoriten gestartet

Der klare Vorsprung, so Trainer Manuel Doll (30), spreche dafür, dass die Meisterschaft verdient ist. Der FSV war zwar als einer der Favoriten gestartet, aber „es war nicht leicht, Woche für Woche gejagt zu werden und gegen Mannschaften zu spielen, die 120 Prozent geben“. Der Mannschaft sei das gut gelungen, obwohl immer wieder wichtige Spieler ausgefallen sind. So hatte beispielsweise Tobias Veit, als Torschützenkönig der A II vom TSV Schwaikheim II gekommen, nur ganz wenige Einsätze.

Nach zweimaligem Scheitern in der Relegation hatten die Waiblinger vor der Saison 2016/17 den Kader verändert. Mit Patrick Kicherer, Maurice Klaus und Kevin Habermann (zurück vom SV Fellbach) kamen erfahrene Spieler. Sie, so Doll, waren gerade in den engen Spielen wichtig.

Stark waren vor allem die Spieler, mit denen niemand gerechnet hat

Einen mindestens so großen Anteil am Erfolg aber hatten Spieler, „mit denen gar keiner gerechnet hat“. Zum Beispiel der 19-jährige Mirko Traballano auf der Sechser-Position. Doll: „Der Leistungsträger schlechthin.“ Dazu zwei Spieler, die sich dem Verein mehr oder weniger selbst angetragen haben: Kevin Chiapetta und Igor Jelic. „Die haben eingeschlagen wie eine Bombe“, sagt Doll. Jelic führt die Torjägerliste der A I mit 26 Treffern an, obwohl er nicht einmal in der Sturmspitze spielt. Neben Kevin Habermann stürmen Markus Lyska oder Tobias Veit.

Obwohl die Waiblinger schon in der Vorrunde recht souverän agierten, konnten sie sich lange nicht absetzen. SSV Steinach-Reichenbach, TSV Schmiden und TB Beinstein saßen ihnen im Nacken. Und dann ging gleich das erste Rückrundenspiel in die Hose: 1:2 gegen den VfR Birkmannsweiler. Doll: „Vielleicht war das das Beste, was uns passieren konnte.“

„Da ist alles für uns gelaufen“

Im „Horrorprogramm“ kurz danach – SG Weinstadt, TB Beinstein und TSV Schmiden hintereinander – fiel bereits eine Vorentscheidung. Doll: „Da haben wir neun Punkte eingefahren und die anderen haben gepatzt.“

Wie schon in der Vorrunde wurde der härteste Verfolger TSV Schmiden 4:0 besiegt. Sind solche klare Erfolge gegen Mitkonkurrenten besonders wichtig? „Vielleicht fürs Selbstvertrauen“, sagt Doll. Entscheidend für den Aufstieg jedoch sei’s, die vermeintlich leichten Siege zu holen. Das sei in den zurückliegenden Jahren nicht gelungen, diesmal schon. Und die Spiele gegen Schmiden seien zudem viel enger gewesen, als es das Ergebnis ausdrückt. „Da ist alles für uns gelaufen.“

Der FSV sei für Spieler wieder eine gute Adresse

Die Mannschaft habe in den vergangenen Jahren eine „unglaubliche Entwicklung“ genommen. „Spieler, die damals in der Stammelf waren, sitzen zum Teil heute bei der zweiten Mannschaft auf der Bank.“ Der FSV sei für Spieler wieder eine gute Adresse. Auch der Zusammenhalt, das zeigten die außersportlichen Aktivitäten, stimme.

In die kommende Saison geht Doll deshalb selbstbewusst – und mit einem eingespielten Team. Nur Spieler, die kaum oder nicht zum Einsatz kamen, verlassen den FSV. Einige Verstärkungen stehen bereits fest (siehe Info). Doll hofft auf einen Platz in der oberen Tabellenhälfte. „Mit dem Abstieg, denke ich, werden wir nichts zu tun haben.“ An einen Durchmarsch allerdings denke auch niemand.

Ein Jahr später allerdings sehen die Plänen dann anders aus: „Da wollen wir schon angreifen.“ Mittelfristig soll der FSV wieder in der Landesliga spielen, in der er zuletzt zwischen 2010 und 2013 aktiv war.

FSV Waiblingen - die Bilanz

  • Zweimal ist der FSV Waiblingen in den zurückliegenden Jahren in der Aufstiegsrelegation gescheitert. Diesmal liegt er in Vor- und Rückrundentabelle auf Platz eins. In der Vorrunde mit 31 Punkten vor dem SSV Steinach-Reichenbach (25), in der Rückrunde (23) vor dem punktgleichen VfR Birkmannsweiler.
  • Auch die Heim- und Auswärtstabelle führt er an.
  • Erfolgreichster Torschütze ist Igor Jelic mit 26 Treffern vor Kevin Habermann (13) und Tobias Veit (10).
  • Manuel Doll trainiert den FSV seit 2014 und hat noch einen Vertrag bis 2018.
  • Als Neuzugänge stehen fest Giuseppe Traballano (23, SV Remshalden, Bruder von Mirko), Defensivallrounder. Für die Offensive Patryk Kuczynski (19) von Landesligist 07 Ludwigsburg, er stammt aus Waiblingen. Stürmer Yanick Schraivogel kommt vom VfB Gutenzell (Bezirksliga). Er ist aus beruflichen Gründen nach Waiblingen gezogen. Torwart Thomas Wilhelm (31) wechselt vom TV Stetten zum FSV.
  • In die zweite Mannschaft kehrt ein ganzer Schwung ehemaliger FSVler vom SV Hegnach II zurück, nebst Trainer Martin Schaser.
  • Info: Das Artikel-Bild zeigt hinten von links: Mirko Traballano, Christian Fraile, Kevin Habermann, Kevin Chiapetta, Tobias Veit, Marc Obermayer, Martin Jux, Patrick Kicherer (mit der Maske), Julian Kohler, Fabian Tress, Tim Kopp, Tolga Yasici, Co-Trainer Jan Singer, Tolunay Virit, Spielleiter Klaus Würtele. Vorne: Abdul Rahman, Igor Jelic, Markus Lyska, Daniel Gaibler, Trainer Manuel Doll, Maurice Klaus.