Rems-Murr-Sport

Spätes Gegentor besiegelt weitere Niederlage

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Osei Kwadwo versiebte drei Chancen für Großaspach. Da darf man sich schon mal aufregen. © Becher

Nächste bittere Pleite für Großaspachs Drittligafußballer: Beim VfL Osnabrück hatte die Fautenhau-Elf einen Teilerfolg fast schon in den Händen gehabt, ehe er ihr kurz vor Schluss doch noch entrissen wurde. Ein spätes Kopfballtor von Marc Heider bedeutete das 0:1 und war der Grund dafür, dass SG-Trainer Oliver Zapel und sein Team der Verzweiflung nahe waren.

In der 88. Minute wurde aus dem als Hexenkessel bekannten Stadion an der Bremer Brücke ein Tollhaus. Daran entscheidend beteiligt war der kurz zuvor eingewechselte Ex-Aspacher Bashkim Renneke. Dessen Flanke köpfte der beste Mann auf dem Platt Marc Heider zum 1:0 ins lange Eck. Ein Tor, das Großaspach in tiefe Trauer stürzte. „Meine Spieler haben’s nicht verdient, ohne Punkt heimzufahren“, sagte der bitter enttäuschte Trainer Oliver Zapel, nachdem seine Elf mit hängenden Köpfen in die Kabine geschlichen war.

Wenigstens ein Punkt war für die Kicker aus dem Fautenhau beim Tabellenzweiten aus Niedersachsen drin gewesen. Doch kurz vor Erreichen des Ziels stand für die Schwaben das Tal der Tränen. Nicht nur Zapel fragte sich, wie die Partie gelaufen wäre, wenn Aspachs Mittelfeldspieler Nicolas Jüllich in der 42. Minute nach sehr guter Vorarbeit von Manfred Osei Kwadwo aus zwölf Metern nicht die Latte, sondern ins Tor getroffen und die Gäste damit in Führung gebracht hätte.

Weil der Treffer jedoch nicht gelang, war es bis kurz vor Schluss eine Partie, in der die bärenstarke Defensive der SG Sonnenhof dem Titelaspiranten ordentlich Paroli bot. „Das war ein sehr schweres Spiel. Wir waren überlegen, hatten aber nichts Zwingendes“, stellte VfL-Trainer Joe Enochs der SG indirekt ein Lob aus. Kaufen konnten sich die Gäste von der großen Anerkennung, die ihr couragierter Auftritt beim Kontrahenten fand, allerdings nichts. Um den gerechten Lohn einzufahren, hätte Großaspach hinten die Null bis zum Schlusspfiff halten oder vorne eine der vier, fünf guten Kontermöglichkeiten nutzen müssen. Doch weder Kai Gehring (8.) noch der eifrige sowie stets gefährliche Kwadwo (29., 67., 90.) oder eben auch Jüllich (42. und 66.) trafen ins Netz.

Auf der anderen Seite waren es vor allem Kwasi Okyere Wriedt (43. und 61.) sowie der spätere Torschütze Heider, die für Gefahr sorgten. Hinzu kam eine Möglichkeit für den Niederländer Jules Reimerink (83.), der aus spitzem Winkel aber nicht am aufmerksamen SG-Keeper David Yelldell vorbeikam. Sechs Minuten später war Aspachs Schlussmann dann doch geschlagen. Damit war eine Partie entschieden, in der sich die Zuschauer über mangelnden Einsatz, Kampfgeist und gelungene Spielzüge nicht beklagen durften.

Großaspach hatte alles getan, um einen Gegentreffer zu verhindern, und immer wieder versucht, mit schnellen Kontern vorne Nadelstiche zu setzen. Gastgeber Osnabrück hatte gerackert und sich um Druck bemüht, um aus seiner Feldüberlegenheit zählbares Kapital zu schlagen.

Und das mit Unterstützung von rund 7500 lautstarken und gar nicht norddeutsch unterkühlten Fans. Die mussten sich allerdings lange gedulden, ehe sie im altehrwürdigen Stadion an der Bremer Brücke für den von ihnen erhofften Jubelorkan sorgen durften.