Rems-Murr-Sport

Sportkreis Rems-Murr besorgt: Mitgliederzahlen brechen ein

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Während Vereine in zahlreichen Sportarten Mitglieder verlieren, ist Tennis sogar im Aufwind. © Benjamin Büttner

Die Zahlen sind eindeutig: Die Corona-Pandemie beeinflusst die Mitgliederzahlen in den Sportvereinen, schreibt der Sportkreis Rems-Murr in einer Pressemitteilung. Und das in zweierlei Hinsicht. Tennisvereine und -abteilungen sind im Aufwind, während es bei zahlreichen anderen Vereinen zu verstärkten Austritten gekommen ist. Oft im zweistelligen Bereich, was den prozentualen Anteil betrifft. Das kann bei größeren Vereinen dann schon eine dreistellige Zahl an Mitgliedern sein.

Vor allem Frauen kündigen

Insgesamt zeigt sich bei der Mitgliederentwicklung (Stand Januar 2021) im Sportkreis Rems-Murr, dass vor allem bei Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahren (rund 3300) und bei den Erwachsenen zwischen 41 und 60 Jahren (1040) größere Rückgänge zu verzeichnen sind. Auffällig auch, dass in der Altersgruppe zwischen 19 und 40 Jahren wesentlich mehr Frauen (über 7 Prozent) als Männer (2,7 Prozent) dem organisierten Sport den Rücken kehrten.

Bei den jungen Männern zwischen 19 bis 26 Jahren dagegen sowie älteren Frauen über 60 Jahren ist sogar ein leichter Zuwachs zu verzeichnen, während in allen anderen Altersgruppen die Mitgliederzahlen im Vergleich zur Erhebung im Januar 2020 rückläufig sind. Insgesamt wurden bei der Bestandserhebung des Württembergischen Landessportbundes (Stand Januar 2021) 5120 Mitglieder weniger gemeldet, ein Rückgang um 4,44 Prozent bei weiblichen und 3,56 Prozent bei männlichen Vereinsmitgliedern.

Besonders bei kleineren Einspartenvereinen machen sich die Austritte bemerkbar, beispielsweise bei Kampfsport- oder Tanzclubs. Hier machen die Austritte zum Teil bis zu 60 Prozent der Mitgliederzahlen von Januar 2020 aus. Doch auch größere und Mehrspartenvereine beklagen zuweilen gravierende Verluste, wie etwa der TSV Schmiden. Gab es von 2019 auf 2020 noch einen Zuwachs um gut 6 Prozent, wurden zur Bestandserhebung im Januar 2021 knapp 16 Prozent weniger Mitglieder gemeldet.

SV Winnenden verliert rund 180 Mitglieder

Bei der Sportvereinigung Winnenden waren im Jahr 2019 knapp 200 Mitglieder dazugekommen, unter anderem auch durch den 2017 eröffneten Sportpark. Coronabedingt musste er im vergangenen Jahr zeitweise geschlossen werden, Kurse fanden nur noch online statt. Dennoch waren hier die meisten Austritte zu verzeichnen.

„Auch die Turnabteilung litt sehr unter den Einschränkungen, da bei den Kleinen wenig neue Kinder hinzukamen, dafür viele die Mitgliedschaft nach monatelangem Stillstand zum Jahresende kündigten“, wie Dagmar Heyden, zuständig für die Mitgliederverwaltung der SV Winnenden, berichtet. Insgesamt macht das ein Minus von etwa 180 Mitgliedern aus.

Benjamin Wahl: "Beachtlicher Rückgang" bei der SG Schorndorf

„Der Mitgliederrückgang ist eigentlich kein Rückgang an Mitgliedern, sondern ein fehlender Eintritt an Mitgliedern“, erläutert Benjamin Wahl, geschäftsführender Vorstand der SG Schorndorf. „Der Grund ist leider schnell erzählt: Corona! Da 2020 über mehrere Monate und 2021 auch vier Monate lang kein neues Mitglied gewonnen werden konnte, ist der Rückgang beachtlich.“

Wahl befürchtet einen weiteren Rückgang der Zahlen, wenn sich nicht bald was ändert. „Beim Sportvereinszentrum (SVZ) alleine verzeichnen wir 300 Mitglieder weniger seit Pandemie-Beginn, und das, obwohl wir die Zahlen in normalen Zeiten gesteigert hätten.“ Normal sei eine jährliche Fluktuation von etwa 10 bis 15 Prozent, wobei in den letzten fünf Jahren mehr Mitglieder dazugekommen als gegangen seien.

Tennis ist im Aufwind

Auffällig dagegen: Tennis erlebt ein Revival, wie es scheint. Im vergangenen Jahr gehörten die Tennisvereine zu jenen Sportarten, die bereits relativ früh den Betrieb wieder aufnehmen durften. Wohl auch deshalb bewegen sich die Mitgliederzuwächse bei einigen Vereinen prozentual im zweistelligen Bereich.

Für Joerg Klein, Vorsitzender des Tennisclubs Stetten, ist jedoch nicht nur Corona ein Grund für die erfreuliche Entwicklung in seinem Verein. Er sieht auch die gute Jugendarbeit als Grund dafür an, dass sich im letzten Jahr die Zahl der Mitglieder in Stetten um 26 Prozent erhöht hat.