Rems-Murr-Sport

Sportspecht für den FC Welzheim

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Sportspecht für den FC Welzheim. © Ralph Steinemann
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Markus Nohl mit Sportspecht. © Ralph Steinemann

Der FC Welzheim darf sich zwar des Klassenverbleibs in der Fußball-Kreisliga A II noch nicht sicher sein, einen Preis aber hat er jetzt schon gewonnen: einen Sportspecht vom Zeitungsverlag Waiblingen. Den gibt’s für eine faire Geste und eine kuriose Situation.

2:1 führten die Welzheimer am 10. Dezember 2016 gegen den SV Allmersbach II, als es in der 86. Minute Schiedsrichterball in der Welzheimer Hälfte nahe der Mittellinie gab. Der Welzheimer Christian Handlos wollte den Ball zurück zum Allmersbacher Torwart spielen, nahm aber dazu – warum auch immer – seinen schwächeren, linken Fuß. Und das sollte er wohl künftig lassen. Denn Handlos drosch den Ball so unberechenbar hoch in Richtung Allmersbacher Tor, dass dessen Keeper – schon weit vor dem Tor auf den Ball wartend – völlig überrascht wurde: Der Ball landete im Tor.

„Wir waren immer zumindest ebenbürtig“

Der Torwart war nicht der Einzige, der sich wunderte. „Christian war selbst völlig überrascht“, sagt Markus Nohl, stellvertretender Abteilungsleiter des FC. „Der würde das so auch nie wieder hinbekommen.“ Statt aber einfach weiterzuspielen und sich übers 3:1 zu freuen, einigten sich die Welzheimer darauf, den Allmersbacher Max Scholze nach dem Anspiel ohne Gegenwehr Richtung Tor laufen und das 3:2 schießen zu lassen. So endete die Partie auch, was Markus Nohl noch im Nachhinein beruhigt: „Das hätte auch nach hinten losgehen können, es war ziemlich knapp.“

Eine Einschätzung, die er genauso für die gesamte Vorrunde verwenden könnte. „Es gab kaum Spiele, in denen wir klar unterlegen waren. Wir waren immer zumindest ebenbürtig, wenn nicht sogar besser.“ Wie in Schwaikheim zum Beispiel. „Wir hätten schon zur Halbzeit 3:0 führen müssen.“ Mit diesem Ergebnis jedoch gewannen letztlich die Schwaikheimer.

Bisher hat oft die Effektivität im Abschluss gefehlt

In der A II, sagt Nohl, könne jeder jeden schlagen, vom TSV Oberbrüden vielleicht mal abgesehen. Welzheim verlor hier 0:7. „Verdient.“ In vielen anderen Spielen aber – siehe Schwaikheim – „hat uns die Effektivität gefehlt“. Dennoch ist er bisher zufrieden.

Vor zweieinhalb Jahren, der FC war in die Kreisliga B abgestiegen, entschied sich der FCW für eine Neuausrichtung: Die Jugendabteilung rückte stärker ins Zentrum, zudem sollten junge Spieler, die aus der Welzheimer Jugend zu anderen Vereinen gegangen waren, zurückgeholt werden. So kam beispielsweise Nico Dyrska von der Normannia Gmünd zurück.

Das neue System war erfolgreich. Über die Kreisliga B IV gelang dem FC die Rückkehr in die Kreisliga A II und hier hält er bisher ordentlich mit. Auch der Wechsel von Meistertrainer Wolfgang Busal zu Özhan Bolat, zuvor Coach der zweiten Mannschaft, verlief reibungslos.

Rückrunde beginnt mit schwierigen Spielen

In die Rückrunde geht der FC zwar ohne seinen zweitbesten Torschützen Luka Benic (vier Treffer) – Benic zieht’s beruflich nach Frankfurt –, dafür hat er vier Neue im Kader: Vom Konkurrenten TSV Althütte kommt Mario Kasian zurück (23). Ihn und auch Hakan Cantürk (23, zurück vom SV Kaisersbach) hat Nohl in der Jugend trainiert. Burak Aydin (27) spielte ebenfalls lange für Welzheim, war aber zwei Jahre lang beruflich weg. Benedikt Koller (19) schließlich kommt von ASGI Schorndorf.

Auch der Winter meint es diesmal gut mit Welzheim. Der Schnee ist weitgehend weg. Da das gemeinsame Training von erster und zweiter Mannschaft immer 20 bis 25 Spieler besuchen, ist Nohl für die Rückrunde guter Dinge. Obwohl die mit schwierigen Spielen beginnt. Die Gegner heißen TSV Rudersberg, TSV Lippoldsweiler, TSV Oberbrüden, TSV Althütte und TSC Murrhardt.

Der FC Welzheim hat am ersten Spieltag 2017 noch Pause, dann ist der TSV Rudersberg zu Gast. In der Vorrunde (hier Jakub Graca gegen Dirk Seifert, rechts Nico Dyrska) unterlag der FC mit 2:4. Archivbild: Steinemann

Markus Nohl mit Sportspecht. Bild: Steinemann

FC Welzheim

Den FC gibt es erst seit 2006. Zuvor gehörten die Fußballer zu den TSF Welzheim.

Am ersten Spieltag hätte der FC eigentlich zum TSV Althütte gemusst. Das Spiel aber wurde auf den 7. März verlegt.

Einen Trainerwechsel gab es bei der zweiten Mannschaft (Kreisliga B V). Markus Nohl hat den Job von Matthias Ikker übernommen.

Nohl: „Die ersten vier, fünf Wochen werden für uns sehr hart werden, aber wir sind darauf eingestellt.“ Christian Handlos sollte dann aber seinen rechten Fuß einsetzen.