Rems-Murr-Sport

Squash: Maya Weishar aus Leutenbach will ganz nach oben

Squash
Maya Weishar ist 15 Jahre alt und mischt bei nationalen Wettbewerben bereits die Seniorenturniere auf. © privat

Winterpause? Weihnachtsferien? Nicht für Maya Weishar. Ihr Trainingsplan ließ fünf Tage frei. Ein paar Tage, um mit der Familie Weihnachten zu feiern. Ein paar Tage, um etwas auszuruhen, bevor das Pensum wieder anzieht, an sechs Tagen der Woche wieder Training in Würzburg, Filderstadt oder Böblingen anstehen.

Die ganze Familie unterstützt

Ihr Sport ist mit Aufwand verbunden. Nicht nur Trainingsaufwand, auch das Drumherum verlangt der 15-Jährigen und ihrer Familie viel ab. Fahrten ins Training, zu Spielen und Turnieren, die auf diesem Niveau nicht mehr in der Halle um die Ecke stattfinden. 60.000 Kilometer sammeln sich auf dem Familienauto pro Jahr, dazu kommen Ausgaben für Trainer und Hotels. Squash hatte in den 80er und 90er Jahren seinen Höhepunkt, Squash-Anlagen schossen wie Pilze aus dem Boden. Heute sieht die Lage anders aus. Zudem brach vielen Betreibern die Pandemie das Genick. In anderen Ländern ist die Situation eine andere. In Ägypten beispielsweise, erzählt Maya, ist Squash ein Volkssport. Dort gibt es Akademien, die Schule und Squash besser verbinden als in Deutschland.

Mit sieben Jahren entdeckte sie den Sport für sich, war mit ihrem Vater in einer Squash-Halle, probierte aus und war vom Fieber infiziert. Mit acht folgten die ersten Trainerstunden, kurz darauf die ersten Erfolge.

Fünfmal Deutsche Meisterin

Heute ist sie nicht nur zum fünften Mal in Folge Deutsche Meisterin in ihrer Altersklasse, Mitglied der deutschen Jugendnationalmannschaft U 19, sie wurde auch zum Lehrgang der Frauennationalmannschaft eingeladen. Im Ranking der Europäischen Squash Federation (ESF) ist sie unter den besten fünf Spielerinnen Europas in der Altersklasse U 17. 2019 gewann sie die Czech Junior Open, 2019 und 2020 wurde sie Zweite bei den Swiss Junior Open.

Es regnet Erfolg um Erfolg, und die 15-Jährige aus Leutenbach bleibt trotzdem bescheiden, posaunt nicht raus, was sie alles erreicht hat. „Ich weiß, wie arrogant und abgehoben man klingt, wenn man nur von seinen Erfolgen schwärmt“, sagt sie und will weiter Zurückhaltung wahren.

Doch klar ist: In Deutschland hat sie in ihrer Altersklasse keine Konkurrenz. Deshalb tritt sie mit Erfolg auch bei den Erwachsenen ins Court. Männer bis zur Oberliga tun sich schwer, im Training gegen die 15-Jährige zu punkten. Erst im Ausland warten Jugendliche ihrer Altersklasse, die Maya herausfordern.

Nicht nur Sportlerin, auch Teenager

„Ich habe vielleicht nicht auf jedes Training immer Lust, aber ich weiß es zu schätzen“, sagt Maya, die in ihrem Alter auch gerne mal nach der Schule „chillen“ würde. Das ist aber nicht drin. Schon gar nicht, wenn man einen Traum wie Maya hat. „Ich kann mir schon vorstellen, Squash später zu meinem Beruf zu machen.“ Die Herausforderung aber: Um davon leben zu können, muss man zu den Top 20 der Welt gehören. Und das bedeutet Arbeit.

Bei jedem Turnier holt sie das Beste aus sich heraus. Spielt zwar mit angemessener Härte, ihre Stärke sind aber ihre Technik und ihr Köpfchen, mit denen sie ihre Gegner ausschaltet. Ihre mentale Stärke ist noch immer eine ihrer Schwächen. „Sie ist zu lieb“, sagt ihr Vater Joachim über sie. Zu lieb für das internationale Haifischbecken, vielleicht auch mal unfaire oder überzeugendere Gegner. „Sie muss noch lernen, sich durchzusetzen“, so Joachim Weishar.

Mit Biss zum Spitzensport

Durchgesetzt hat sie sich beim Ranglistenturnier in Hamburg gegen die deutschen Spielerinnen. „Ich hatte einen richtig guten Tag. Aber ich weiß auch, dass ich jederzeit wieder gegen die Gegnerinnen verlieren kann.“ Deshalb will sie weiter an sich arbeiten, mental stärker werden. Demnächst geht es zu den Czech Junior Open nach Prag, wo sich die Leutenbacherin der internationalen Konkurrenz stellt. Dann soll es auch schon bald nach St. Petersburg zur Junioren-Weltmeisterschaft gehen.

Karriere in der Sportschau

Falls es mit der Profikarriere nichts werden sollte, dann hat Maya Weishar schon eine Alternative im Kopf. Für Sportdeutschland.tv kommentierte sie schon Spiele, das hat ihr Spaß gemacht. Für die Zukunft fände sie es auch toll, Sendungen wie die Sportschau zu moderieren. „Ich schaue sie immer gern. Leider kommt im Fernsehen eigentlich nie Squash. Den Sport könnte man wieder etwas bekannter machen.“ Für Fußball interessiert sie sich aber auch, drückt in der Bundesliga dem SC Freiburg die Daumen. Warum? „Ich finde den Teamgeist toll, den andere Vereine nicht haben. Christian Streich ist nun schon viele Jahre Trainer, die Mannschaft hat mit ihm Höhen und Tiefen erlebt. Da muss gegenseitiges Vertrauen da sein. Und ich weiß gut, wie wichtig das ist.“

Winterpause? Weihnachtsferien? Nicht für Maya Weishar. Ihr Trainingsplan ließ fünf Tage frei. Ein paar Tage, um mit der Familie Weihnachten zu feiern. Ein paar Tage, um etwas auszuruhen, bevor das Pensum wieder anzieht, an sechs Tagen der Woche wieder Training in Würzburg, Filderstadt oder Böblingen anstehen.

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Ihr Sport ist mit Aufwand verbunden. Nicht nur Trainingsaufwand, auch das Drumherum verlangt der 15-Jährigen und ihrer Familie viel ab.

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