Rems-Murr-Sport

Startschuss für das Abenteuer Bundesliga

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Amtierender Baden-Württembergischer Meister, Pokalsieger und Bundesliga-Aufsteiger: Der Dartsclub Wolfsölden durchlebt ein märchenhaftes Jahr 2018. © ZVW

Der Dartsport wird immer populärer, im Lokalsport spielt er aber noch eine untergeordnete Rolle. Der DC Wolfsölden aus Affalterbach will das ändern: Der amtierende Baden-Württembergische Meister und Pokalsieger hat im Juni erstmals den Sprung in die Steeldart-Bundesliga geschafft. Mit seinem ersten Heimspieltag im Schützenhaus Affalterbach startet der Neuling diesen Samstag ins Abenteuer Erstklassigkeit.

Die Gaststätte Krone im Affalterbacher Ortsteil Wolfsölden war am 23.05.1985 Geburtsstätte für einen der mittlerweile ältesten Dartvereine im Land. Der weitere Werdegang des dort ansässigen Clubs ist bemerkenswert: Es ging aufwärts bis in die Baden-Württemberg-Oberliga, seit 2008 ist das Schützenhaus Affalterbach die Heimat des DCW. Eben dort feiert der Neuling am Samstag seine Premiere in der obersten Spielklasse: Von 12 Uhr an messen sich die Gastgeber mit dem DV Kaiserslautern, in den Jahren 2014 und 2017 immerhin deutscher Meister. Um 16 Uhr beginnt das zweite Duell gegen die Bären Flörsheim.

Ein lang gehegter Traum ist in Erfüllung gegangen

Dass Wolfsölden erstmals auf der Bundesliga-Landkarte zu finden ist, stellt für den Club und seine gerade einmal 89 Mitglieder einen Meilenstein dar. Denn im Vergleich zu manch anderem Konkurrenten auf diesem hohen Niveau werden beim DCW keine Gelder gezahlt oder Spieler woanders abgeworben. „Wir haben es mit unseren eigenen Jungs aus der Region geschafft“, sagt der erste Vorstand Carsten Strecker nicht ohne Stolz.

Eine weitere Besonderheit: Frauen stellen knapp ein Viertel der Mitglieder. „Dart ist immer noch eine Männerdomäne, doch mit unseren Damen haben wir eine super Quote“, freut sich Strecker. Die erste Mannschaft bildet da keine Ausnahme.

Aushängeschild des Teams ist hingegen der einstige Dart-Profi Marko Puls. Als dieser vor vier Jahren zum DC Wolfsölden kam, wurde mit ihm umstrukturiert – nun wurde das große Ziel Erstklassigkeit tatsächlich erreicht. Zum erweiterten Kader zählen auch Philipp Rieger (28) aus Winnenden sowie Fabian Unger (25) aus Waiblingen. „Beide entwickeln sich sehr gut“, lobt Strecker.

Ziel ist der Klassenerhalt - gerne auch mehr

Das Saisonziel des Teams lautet Klassenverbleib. Als Newcomer tue man sich automatisch schwer, weil die Bundesliga Süd von den alteingesessenen Clubs dominiert werde, sagt der erste Vorstand. Er weiß natürlich, dass die Aufsteiger in den vergangenen Jahren stets direkt wieder abgestiegen sind. Eine weitere Herausforderung abseits der Dartscheiben sind die Tagesausflüge zu den insgesamt acht Spieltagen. Welcher Mehraufwand auf den DC Wolfsölden zukommt, ist für Strecker noch nicht wirklich abzusehen. Eine sichtbare Neuerung besteht darin, dass in der Bundesliga stets ein vom Verband bezahlter Schiedsrichter anreisen wird. In den unteren Spielklassen werden die Auswertungen stattdessen von den Mannschaftskapitänen vorgenommen.

Der Ochs muss weg

Mit den professionellen Bedingungen aus Fußball und Handball sei die Steeldart-Bundesliga ohnehin nicht vergleichbar, findet Strecker: „Unser Lage lässt sich nicht mit den Fernsehbildern vergleichen, die gefüllte Hallen bei Weltturnieren zeigen. 30 bis 40 Zuschauer wären für unsere Verhältnisse schon viel.“ Zuschauerzahlen wie in der Fußball-Bezirksliga, also knapp 100 Leute, sind der Wunsch der Wolfsöldener. Für den Samstag hoffen sie, dass der „Ochs am Spieß“ als kulinarisches Highlight gut angenommen wird. „Es sind 300 Portionen, die wir insgesamt wegbekommen wollen“, sagt Strecker schmunzelnd.

Auch in sportlicher Hinsicht muss mit dem Bundesliga-Aufstieg noch längst nicht das Limit erreicht sein. Zunächst einmal will der DC Wolfsölden eine mögliche Abstiegsrunde vermeiden und sich deshalb von den hinteren beiden Plätzen fernhalten. Der Trainer hält es aber nicht für ausgeschlossen, dass sich sein Team in der Spitzengruppe etablieren kann: „Wir wollen uns in der Klasse etablieren und mal sehen, wie weit es nach oben gehen kann.“

Großes Ziel in weiter Ferne

Carsten Strecker zeigt sich optimistisch, am Samtag vor heimischer Kulisse zumindest einen Sieg zu holen: „Vor der Scheibe ist immer alles möglich, da ist die Tagesform ausschlaggebend.“ Die jeweils vier Erstplatzierten aus den Staffeln Nord und Süd werden im Frühjahr 2019 den Meistertitel ausspielen. Bis dahin ist es für den DC Wolfsölden noch ein weiter Weg, aber Strecker ist zuversichtlich: „Vielleicht kommt der Meister irgendwann tatsächlich einmal aus Affalterbach ...“


Info: Steeldart-Bundesliga

Seit dem Jahr 2005 richtet der Deutsche Dart-Verband eine offizielle Bundesliga im Mannschaftsdart aus. In einer Nord- und Südstaffel messen sich jeweils neun Teams untereinander. Die beiden Tabellenletzten müssen am Saisonende eine Abstiegsrunde bestreiten, die vier Erstplatzierten aus beiden Staffeln duellieren sich im Frühjahr 2019 in Walldorf um den deutschen Meistertitel.

Die Ligaspieltage finden immer im gleichen Format statt: Jeweils drei Teams begegnen sich untereinander an einem Spieltag. Neuling DC Wolfsölden darf am 1.Spieltag (22.September) sowie am 6.Spieltag (02.März) zuhause antreten.