Fußball im Rems-Murr-Kreis

Super Laune, super Auftakt: 15. Superkicker-Fußballcamp ist gestartet

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Die jungen Kicker wollen vor allem eines in dieser Woche: Kicken, kicken, kicken. Und damit haben sie auch direkt am Montagvormittag angefangen. © Ralph Steinemann Pressefoto
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Unter wachsamen Augen und den schmunzelnden Mundwinkeln der anderen Kicker: Liegestützen muss machen, wer schon fünfmal oder noch öfter bei den Superkickern dabei war. © Ralph Steinemann Pressefoto

„Wer will Fußballprofi werden?“, hallt die Stimme von Detlef Olaidotter über den Kunstrasenplatz in Winterbach. In Windeseile schnellen die Arme hoch. Eins ist klar: Fußballprofi wollen hier fast alle werden, beim 15. Superkicker-Feriencamp des Zeitungsverlags und der Kreissparkasse Waiblingen. „Und der Rest will in der Kartoffelliga kicken, oder was?“, fragt der Mann, der in der Bundesliga für den SV Waldhof Mannheim an den Ball trat und in der 2. Bundesliga für die Stuttgarter Kickers auflief. Nein, Kartoffelliga, das will hier keiner. Aber kicken wollen die 67 Jungs. Und dafür sind sie hier. Eine Woche lang trainieren die Kinder im Alter zwischen sieben und 14 Jahren auf dem Gelände des VfL Winterbach.

Zum ersten Mal ist kein Mädchen dabei. „Das ist etwas enttäuschend“, findet Olaidotter. Und das, obwohl doch gerade erst die Europameisterschaft so groß in der Aufmerksamkeit stand und die deutschen Fußballerinnen knapp am Titel entlangschrammten.

Dafür gibt’s in diesem Jahr mehr Torhüter. 14 Jungs wollen sich im Torwarttraining verbessern. Ungewöhnlich viele, wie auch Olaidotter findet: „Nachdem die Jungs gesehen haben, dass es vor allem die Torhüter sind, die die Bayern stoppen können, ist das natürlich interessant.“ Ob da der nächste Yann Sommer zwischen den Pfosten steht?

Mit Herz dabei sein ist wichtig, um später Erfolg zu haben

Ob einer gut kicken kann, das sehen die erfahrenen Trainer hier sofort. „Obwohl mich auch schon einige überrascht haben“, lässt Olaidotter wissen. „Manche sind richtig klasse Kicker geworden, die aber im Camp nicht so wirklich auffällig waren.“ Andersrum funktioniere es genauso: Ein Kicker, der im Camp richtig gut abliefert, muss in der Zukunft nicht der beste Spieler werden. „Wichtig ist, dass die Ansätze da sind.“ Der Rest sei Übungs- und Trainingssache. „Wenn ich mit dem Wahnsinnstalent gesegnet bin, aber eben auch faul, dann wird das auch nichts.“ Mit Herz dabei sein, Wille zeigen, Biss haben, trainieren - das A und O für einen guten Fußballer, einen erfolgreichen Sportler.

Überall rollen Bälle, einer muss noch seine Torwarthandschuhe holen, beim Nächsten lösen sich ständig die Schnürsenkel. Egal. Hauptsache Fußball. Gewusel. Für einen Moment stillhalten müssen die Superkicker beim großen Gruppenfoto im Trikot und mit dem neuen Ball. „Da könnt ihr euch dran gewöhnen, als Profi wird man noch viel öfter fotografiert“, spricht Olaidotter aus Erfahrung.

Nicht nur Training und Technik, auch eine gute Zeit und Spaß

Fünf Tage lang kicken, dribbeln, passen, Zweikämpfe austragen. Doch neben dem Fußball und dem Sportlichen sei der Spaß ebenso wichtig: „Die Jungs sollen auch einfach eine schöne Ferienwoche haben“, versichert der ehemalige Profi. Deshalb sorgen die insgesamt elf Trainer auch für eine gute Atmosphäre. Nicht nur, wenn später die Kinder in ihren Altersklassen trainieren, sondern auch übergreifend.

Zuerst macht Lukas Tauschek, der zusammen mit Olaidotter das Superkicker-Camp leitet, nicht nur die Kickers heiß aufs Kicken, sondern auch deren Körper warm. Hampelmänner, verschiedene Übungen, um die Beine warm zu kriegen, sich an den Ball zu gewöhnen, etwas lockeres Laufen mit dem Ball.

Als Olaidotter in die Runde fragt, wer schon einmal da war, heben sich ein paar Arme. Auch bei der Frage danach, wer schon zwei-, drei- oder viermal mitgemacht hat. Marlon und Liam sind zum fünften Mal dabei und dürfen zur Belohnung gleich fünf Liegestützen machen. Als hätten sie’s schon öfter machen müssen. Wer noch öfter Teil des Fußballcamps war, macht nun ebenso gleich ein paar Liegestütze. Fängt ja gut an.

„Ich nenne sie meine Wiederholungstäter“, so Olaidotter. Viele kämen gerne wieder, man kennt sich, ist mit Freunden, mit Mannschaftskameraden da. Manch einer bleibt so lange, bis er nachher auf der anderen Seite steht, der Trainerseite. Niklas, Nicolas und Laurenz waren oft als Spieler dabei und stehen nun im Trainerteam.

Eine Weltmeisterschaft als Höhepunkt

Eingeteilt in drei Altersgruppen, geht es dann weiter ans Eingemachte: Zum Start stehen verschiedene Übungen auf dem Plan, das Kennenlernen, Reinkommen. Die nächsten Tage steht die individuelle Verbesserung der jungen Fußballer auf dem Programm, und kleinere Turniere werden ausgetragen. Das Highlight ist sicher die Weltmeisterschaft, die dann am Donnerstag ausgetragen wird. Ob die Superkicker da schon eine Tendenz für die anstehende WM in Katar abgeben können? „Für die Kinder ist das immer besonders toll.“ Da werden die Teams zusammengewürfelt, Alter spielt keine Rolle. „Die Größeren übernehmen da eine wichtige Rolle, passen auf die Jüngeren auf, nehmen sie gut mit“, so der 64-Jährige. Und wenn man dann noch für eine Nation spielen darf ... Ein Ziel, auf das sie alle hinarbeiten, sicher nicht Kartoffelliga.

Apropos Kartoffel: Die gibt’s diese Woche zum Mittagessen. In Kombination mit Fleischküchle. Essen, das ist sowieso nicht nur für Sportler wichtig, auch im Fußballcamp wird drauf geachtet, dass die Versorgung stimmt. „Sie werden nicht glauben, wie gut die alle essen können.“ Sieht man nicht, glaubt man trotzdem. Schließlich bewegen sich die Kicker von 9 bis 17 Uhr auf dem Rasen, trainieren fleißig, geben alles. „Da müssen wir auf die richtige Dosierung achten“, so Olaidotter. Nicht zu viel belasten und nicht zu wenig. „Wenn die Jungs nachts gut schlafen, haben wir alles richtig gemacht.“

„Wer will Fußballprofi werden?“, hallt die Stimme von Detlef Olaidotter über den Kunstrasenplatz in Winterbach. In Windeseile schnellen die Arme hoch. Eins ist klar: Fußballprofi wollen hier fast alle werden, beim 15. Superkicker-Feriencamp des Zeitungsverlags und der Kreissparkasse Waiblingen. „Und der Rest will in der Kartoffelliga kicken, oder was?“, fragt der Mann, der in der Bundesliga für den SV Waldhof Mannheim an den Ball trat und in der 2. Bundesliga für die Stuttgarter Kickers

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