Handball im Rems-Murr-Kreis

Tag des Handballs: Drei Spiele, 182 Tore, volle Rundsporthalle

BrandS16
Vor allem in der Anfangsphase ließen es Samira Brand (vorne, hinten Vivien Jäger) und der VfL Waiblingen gegen FA Göppingen (von links Nicola Merz, Michaela Hrbkova, Britt van der Baan) krachen. © Ralph Steinemann Pressefoto

Eine Sporthalle ist bei der aktuellen Wetterlage nicht unbedingt der perfekte Ort, um den halben Samstag dort  zu verbringen. Die Handball-Fans im Kreis indes können den Saisonstart offensichtlich kaum erwarten. Sehr gut gefüllt war die Waiblinger Rundsporthalle beim „Tag des Handballs“ im Rahmen des Sportkreis-Jubiläums. Und die Fans bekamen einiges geboten: in drei Spielen drei Erstligisten, einen Zweitligisten, einen Drittligisten und einen Viertligisten – und insgesamt 182 Tore in – im wahrsten Sinne des Wortes – heißen Partien.

VfL-Männer halten lange mit

Zum Auftakt des Handball-Marathons standen sich die Männer des VfL Waiblingen, Aufsteiger in die Baden-Württemberg-Oberliga, und der Drittligist HC Oppenweiler-Backnang gegenüber. Und der Außenseiter legte furios los: Mit der überraschenden 18:13-Führung ging der VfL in die Halbzeit. In den zweiten 30 Minuten stellte der Favorit die Abwehr um und kam nach und nach ins Rollen – und dem Team von Trainer Tim Baumgart ging ein wenig die Luft aus. Am Ende stand der standesgemäße 37:29-Sieg des HCOB.

Zum zweiten Mal nach dem Kempa-Cup präsentierten sich die Waiblinger Frauen ihren Fans. In der Partie des Vorjahres-Zweitligameisters und Aufsteigers in die erste Liga gegen den Zweitliga-Vizemeister FA Göppingen ging’s ums Prestige – und natürlich darum, vier Wochen vor dem Saisonstart den nächsten Schritt zu machen.

Entwarnung bei Julia Herbst

Beim VfL fehlten die Jugend-Nationalspielerinnen Magdalena Probst und Matilda Ehlert sowie die angeschlagene Julia Herbst. Der Neuzugang hatte sich vor einer Woche am Knie verletzt – allerdings längst nicht so schwer wie befürchtet.

Das Team vom Trainer Thomas Zeitz legte los wie die Feuerwehr. Nach dem 1:2-Rückstand drehte der VfL die Partie mit einem 6:0-Lauf zum 7:2 (10.), die überragende Linksaußen Rabea Pollakowski war gleich viermal erfolgreich. Göppingen agierte nervös, leistete sich viele Fehler und scheiterte immer wieder an der starken Waiblinger Torhüterin Svenja Wunsch. Beim 12:4 nach 17 Minuten sah’s nach einem Debakel für die Göppingerinnen aus. Nach einer Auszeit kam das Team von Trainer Nico Kiener besser zurecht und verkürzte in der 22. Minute auf 10:13. Der VfL berappelte sich aber nach dem kleinen Durchhänger wieder und ging mit der 17:11-Führung in die Pause.

Starker Auftritt des Neuzugangs Emma Hertha

Im zweiten Spielabschnitt lief’s nicht mehr ganz so rund beim VfL, Zeitz wechselte viel durch. Sehr gut in Szene setzte sich der Neuzugang Emma Hertha. Die Linkshänderin im rechten Rückraum, die von der HSG Blomberg kam, setzte sich immer wieder im Eins-gegen-eins durch und traf auch mit variablen Würfen aus der Distanz. Die ehemalige Waiblingerin Louisa de Bellis brachte Göppingen sechs Minuten vor dem Ende beim 23:25 in Schlagdistanz. Der VfL blieb jedoch ruhig und schaukelte den verdienten Sieg beim 29:25 nach Hause.

„Mit der Leistung der Torhüterinnen und Abwehr bin ich generell zufrieden“, sagte der VfL-Trainer Thomas Zeitz. Man habe gesehen, dass der Trainingsschwerpunkt zuletzt auf die Defensive gelegt worden sei. „Im Angriff hatten wir aber noch zu viele Abstimmungsfehler. Das neue Spielsystem ist noch nicht intus, aber das ist normal.“

TVB ohne Müller und Bergendahl

Eine Woche vor den Waiblingerinnen startet der TVB Stuttgart in seine achte Erstliga-Saison. So langsam also sollte das Team von Trainer Roi Sánchez auf Betriebstemperatur kommen. Der Testgegner vom Samstag war dabei kein schlechter. GC Amiticia Zürich ist Schweizer Pokalsieger, scheiterte in der Play-off-Runde erst im Halbfinale an späteren Meister Kadetten Schaffhausen. Bekannteste Namen im Team von Trainer Petr Hrachovec sind der 89-fache niederländische Nationalspieler Iso Sluijters und der 133-fache isländische Nationalspieler Olafur Gudmundsson. Und die Schweizer zeigten in der Rundsporthalle, dass sie Handball spielen können. Jedenfalls war der TVB gefordert – und ersatzgeschwächt. Außer Jerome Müller, der mit einer Fußverletzung mindestens sechs Wochen ausfallen wird, fehlte auch Oscar Bergendahl. Der schwedische Nationalspieler hat Probleme mit der Schulter. Wieder einsatzbereit nach seiner Fingerverletzung war dagegen Fynn Nicolaus.

Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase (8:7/13.) fand der TVB bessere Lösungen und zog über 12:8 (20.) und 16:12 (28.) zur 17:13-Halbzeitführung davon. Auch in den zweiten 30 Minuten waren die Stuttgarter das bessere Team und hielten die Züricher zunächst unter Kontrolle. Sánchez rotierte viel, ließ im rechten Rückraum streckenweise mit einem Rechtshänder spielen. Beim 28:25 (47.) rückte Zürich dem TVB noch einmal auf die Pelle, doch der legte in der Schlussphase wieder einen Zahn zu und ging beim 34:28 als sicherer und verdienter Sieger vom Platz. „Ich bin zu etwa 80 Prozent zufrieden“, sagte der TVB-Trainer Roi Sánchez nach dem Spiel. Die Angriffsleistung sei über 60 Minuten hinweg „okay“ gewesen. Seine Abwehr habe viele Angriffe gut verteidigt, dann aber oft doch noch einen Treffer kassiert. „Da verlieren wir manchmal ein bisschen die Geduld.“

Auch wenn bei den beiden Vorzeigeclubs VfL Waiblingen und TVB Stuttgart noch nicht alles rund lief: Der „Tag des Handballs“ dürfte als Erfolg verbucht werden. Und es spricht wenig dagegen, ähnliche Veranstaltungen zur Dauereinrichtung zu machen.

Eine Sporthalle ist bei der aktuellen Wetterlage nicht unbedingt der perfekte Ort, um den halben Samstag dort  zu verbringen. Die Handball-Fans im Kreis indes können den Saisonstart offensichtlich kaum erwarten. Sehr gut gefüllt war die Waiblinger Rundsporthalle beim „Tag des Handballs“ im Rahmen des Sportkreis-Jubiläums. Und die Fans bekamen einiges geboten: in drei Spielen drei Erstligisten, einen Zweitligisten, einen Drittligisten und einen Viertligisten – und insgesamt 182 Tore in – im

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper