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The Messengers wollen ins WM-Finale

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The Messengers aus Leutenbach wollen in Las Vegas Weltmeister werden. © Ramona Adolf
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The Messengers aus Leutenbach wollen in Las Vegas Weltmeister werden. © Ramona Adolf

Einst wurde er zum Tanzen gezwungen, jetzt will er Weltmeister werden. Dimitrios Koutsogiotas aus Winnenden gehört zur Streetdance-Crew The Messengers, die im August zum zweiten Mal bereits versucht, sich in Las Vegas die Krone aufzusetzen.

„Tanzen, das hat mich eigentlich nie interessiert“, sagt Dimitrios Koutsogiotas (20). „Aber ich wurde gezwungen von meinem Cousin.“ Der tanzte bei den Messengers und nahm ihn mit zum Training. Koutsogiotas „musste mitmachen“ und jetzt sagt er: „Tanzen, das ist mein Ding.“

Er sei eigentlich nicht „der sportliche Typ. Aber durchs Tanzen komme ich aus mir raus.“ Faul sei er sogar, sagt der Winneder. „Aber beim Tanzen bin ich ein anderer Mensch. Es ist das, was mir immer Spaß macht.“

Auf der Bühne, weniger auf den Tanzflächen der Clubs. Elijah Latter (23) aus Stuttgart sieht das ähnlich: „Ich liebe Musikhören. Beim Tanzen kann man das am besten zeigen. Tanzen ist nichts anderes, als die Musik durch den Körper auszudrücken, Gefühle auszudrücken. Ich liebe es.“ Der Körper, sagt der Student, sei „die Jukebox, die jeden einzigen Ton anzeigt“.

Beide haben 2009 mit dem Tanzen begonnen. Früher spielten sie Fußball und Basketball, Latter, der aus Freiburg stammt und wegen des Studiums nach Stuttgart zog, war auch Turmspringer. Doch mittlerweile steht Tanzen im Mittelpunkt. Die Messengers gibt es als Verein bereits seit 2004. In der aktuellen Zusammensetzung aber erst seit zwei Jahren. Zweimal ist die Crew aus Leutenbach deutscher Meister bei den unter 18-Jährigen geworden, 2013 Zweiter bei den Erwachsenen und nun Erster. Deutscher Meister der Organisation Hip Hop International (HHI). Hier gibt es, anders als bei anderen Veranstaltern, nur ein Schwierigkeitsniveau: „Das höchste“, sagt Dimitrios Koutsogiotas.

19 bis 26 Jahre alt sind die neun Tänzer der Messengers, stammen aus Stuttgart, Bad Cannstatt, Winnenden, Leutenbach und Burgstetten. Allesamt Studenten, was zwei Probleme mit sich bringt: Trainieren können sie meist nur von Freitag bis Sonntag, dann aber fünf, sechs oder gar acht Stunden am Tag. „Vor dem Auftritt kriegen wir’s dann hin, dass wir die ganze Woche durchballern“, sagt Elija Latter. Und das für eine Choreographie von zwei Minuten. „Ist schon krass“, meint Dimitrios Koutsogiotas.

Zweites Problem: So eine Weltmeisterschaft kostet Geld. Flug, Hotel, „das Outfit muss auch noch bezahlt werden“ (Koutsogiotas). Das Sponsoren schwer zu finden sind, tritt die Gruppe alle zwei Wochen auf – in Deutschland und auch dem nahen Ausland. Ab und zu wird sie für Workshops gebucht.

Doch am Geld wird der Auftritt in Las Vegas nicht scheitern. Die Messengers wissen, was auf sie zukommt. Koutsogiotas: „Das ist ne andere Welt. Da gib es Tanzgruppen, so was hat man in Deutschland noch nicht geseh’n.“ Der Wettbewerb Anfang August dauert mehrere Tage. Zwischen 70 und 90 Teams treten in einem Hotel etwas außerhalb von Las Vegas an. Nach dem ersten Tag sind noch 25 übrig, nur die besten neun erreichen das Finale. 2012, erzählt Dimitrios Koutsogiotas, „sind wir im Halbfinale 14. geworden, elf haben es damals ins Finale geschafft.“

Knapp dürfte es diesmal auch wieder werden. Diesmal aber wollen die Leutenbacher auf anderen Seite der Linie stehen. „Wir wollen ins Finale“, sagt Elijah Latter.

The Messengers

The Messengers gibt es seit 2004. Die Tanz-Crew besteht aus neun Jungs (acht beim Auftritt) zwischen 19 und 26 Jahren.

Der Verein hat auch eine weibliche Formation.

Zu finden ist er bei Facebook unter The Messengers.